Hämmern, bohren, schrauben: Die Menschen in Österreich werken zuhause fleißig an ihren Do-it-yourself-Projekten. Aber jährlich kommt es auch immer wieder zu schweren Verletzungen.
Die Expert*innen des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV haben einige Tipps zusammengetragen, für ein sicheres Heimwerken in den eigenen vier Wänden.
Die Vorbereitung
- Schauen Sie sich von den Profis etwas ab. Hobbyhandwerker*innen sollten sich z. B. mit der Wahl der richtigen Schutzausrüstung an Handwerks-Profis orientieren. Auch, was die Projektplanung und Risikoeinschätzung anbelangt, haben professionelle Handwerker*innen hier die Erfahrung und den richtigen Zugang, um Unfälle zu vermeiden.
- Nehmen Sie sich im Vorfeld kurz Zeit, um durchzudenken, was passieren könnte und welche Maßnahmen Schutz bieten, wie z. B. eine Schutzbrille gegen wegfliegende Späne, eine standfeste Unterlage für den richtigen Schnitt oder eine Schnittschutzhose für das Hantieren mit schweren Werkzeugen.
- Ziehen Sie bei riskanten Arbeiten wie Arbeiten in der Höhe, Elektroarbeiten oder Arbeiten mit motorisierten Geräten lieber einen Profi zurate.
- Tragen Sie passende Schutzkleidung. Je nach Tätigkeit sollten Schutzbrille, Atemschutz, Gehörschutz und Schutzhandschuhe getragen werden.
- Bei der Arbeit mit Geräten ist körpernahe Kleidung zu wählen. Achtung: Besteht die Gefahr, von rotierenden Maschinenteilen erfasst zu werden, z. B. an offenen Bohr-, Fräs- oder Drehmaschinen, sollten Sie keine Schutzhandschuhen verwenden, da diese in die Geräte gelangen könnten! Nehmen Sie auch Ringe und anderen Schmuck ab und binden Sie lange Haare lieber zusammen.
Der Umgang mit Werkzeug und Hilfsmitteln
- Achten Sie beim Kauf von Schutzausrüstung und Werkzeug auf Qualität. Mangelnde Verarbeitungsqualität kann nicht nur schnellere Abnutzungen und Schäden, sondern im schlimmsten Fall auch Verletzungen zur Folge haben.
- Machen Sie sich in Ruhe mit neuen Geräten vertraut. Vor der ersten Inbetriebnahme sollte unbedingt die Betriebsanleitung gelesen werden. Dem sollte nach Möglichkeit eine Einschulung beim Händler oder Geräteverleiher vorangehen. Bestehende Schutzvorrichtungen sollten von Geräten niemals abmontiert werden.
- Schalten Sie Geräte aus bzw. stecken Sie diese aus, wenn diese nicht in Betrieb sind. Vor allem, wenn es notwendig ist, in ein Gerät hineinzugreifen, muss das Gerät zuvor ausgeschaltet bzw. ausgesteckt sein. Greifen Sie niemals in sich bewegende Teile!
- Achten Sie bei der Verwendung von Leitern auf einen sicheren Stand. Machen Sie feste, rutschfeste Tritte und lehnen Sie sich nicht zu weit zur Seite. Stellen Sie die Leiter besser um, wenn Sie einen bestimmten Punkt nicht gut erreichen können. Für eine bessere Standfestigkeit sollte die Leiter von einer zweiten Person gehalten werden.
Die Arbeitsbedingungen
- Arbeiten Sie nie unter Zeitdruck. Zeitintensive Arbeiten sollten auf mehrere Tage aufgeteilt werden oder alternativ zusätzliche Unterstützung herangezogen werden. Wer müde ist, macht zudem leichter Fehler.
- Überfordern Sie sich nicht und machen Sie – insbesondere bei anstrengenden Arbeiten – öfters Pausen.
- Bleiben Sie konzentriert beim jeweiligen Arbeitsschritt.
- Achten Sie auf Ihre Umgebung: Etwa Unebenheiten oder herumliegende Gegenstände können die Bewegungsfreiheit stören und Unfälle begünstigen.
- Arbeiten Sie mit Unterstützung, wenn möglich.
Für den Notfall
- Frischen Sie Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auf und achten Sie darauf, dass Ihr Erste-Hilfe-Schrank immer in Reichweite und ausreichend nachbestückt ist.
- Werden Körperteile abgetrennt, behandeln Sie die Wunde keimfrei, wickeln Sie das abgetrennte Körperteil in eine Rettungsdecke ein oder geben Sie dieses in einen Plastikbeutel, den Sie wiederum in einen weiteren Plastikbeutel mit Wasser-Eis-Gemisch geben. Das abgetrennte Körperteil soll dabei nicht gefrieren und nass werden. Steckt ein Fremdkörper in einer Wunde, verwenden Sie eine keimfreie Wundauflage und Mullbinden und fixieren Sie den Fremdkörper so bis zum Eintreffen der Rettung (144 bzw. 112).










