Jährlich verletzen sich beim Heimwerken mehr als 10.000 Menschen

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Rund 11.000 Menschen verletzten sich 2025 in Österreich so schwer beim Heimwerken, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Es handelt sich dabei um einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2024: 10.600, KFV IDB-Austria). Anlässlich der beginnenden Heimwerker-Saison empfehlen die Expert*innen des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV auf Sicherheitsmaßnahmen wie die Profis zu setzen.                         

Wien, 15. April 2026. Hämmern, bohren, schrauben: Die Menschen in Österreich werken zuhause fleißig an ihren Do-it-yourself-Projekten. In einer aktuellen KFV-Umfrage gaben rund 75 Prozent der Befragten an, zumindest einmal in den letzten 12 Monaten Heimwerkerarbeiten im privaten Umfeld durchgeführt zu haben. Auch riskante Arbeiten wie Arbeiten in der Höhe, Elektroarbeiten oder Arbeiten mit motorisierten Geräten wurden selbst durchgeführt: 30 Prozent der Befragten gaben an, keine professionelle Fachkraft hinzuzuziehen und riskante Arbeiten selbst anzugehen. Männer (38%) gaben dies wesentlich häufiger an als Frauen (18%). Dass besonders gerne Männer heimwerken, zeigt sich auch in der Unfallstatistik 2025: Männer führen diese mit 81 Prozent der spitalsbehandelten Unfälle in Bereich Heimwerken an.

Häufige Verletzungsmuster
Verletzungen durch Stürze (30%), Schnitte, Stiche oder dergleichen (29%), Zusammenstöße mit Objekten (22%), schmerzhafter Kontakt mit einer Maschine (9%) und Quetschungen bzw. Einklemmungen (6%) machen den Großteil der Verletzungen aus. Die meisten Verletzungen erleiden dabei die Hände (57%).

„Von offenen Wunden über Knochenbrüche und Sehnen- und Muskelverletzungen bis hin zu Amputationen ist die Liste an Verletzungen bei Heimwerkarbeiten lange. Einfache Vorsichtsmaßnahmen können hier unter anderem die Finger schonen und schwere Verletzungen verhindern“, weiß Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Die neue KFV-Studie zeigt zudem ein Dunkelfeld an Heimwerker-Unfällen mit Verletzungsfolge auf: Rund 75 Prozent der betroffenen Befragten gaben an, ihre Verletzungen selbst zu verarzten. Lediglich rund ein Viertel der Personen, die sich bei Heimwerkerarbeiten verletzten, suchte medizinische Hilfe auf.

Projekt-Planung als Schutz
Besonders häufig sind Ablenkung, Hektik und Unachtsamkeit für die Unfälle verantwortlich (65%). Wesentlich sind jedoch auch Fehleinschätzung (13%) sowie Überforderung und Selbstüberschätzung (6%), zeigt die Unfalldatenbank KFV IDB-Austria. In einer aktuellen KFV-Umfrage gab zudem mehr als ein Drittel der Befragten (36%) an, sich vor Beginn eines Projekts keinerlei Gedanken über mögliche Gefahren und Unfallrisiken zu machen.

„Gefahren richtig einschätzen zu können und mit einem ausgeklügelten Plan an ein Projekt heranzugehen, sollte nicht nur für Profis zum Projekt dazugehören. Überlegen Sie sich im Vorfeld kurz – und wenn auch nur eine Minute –, was passieren könnte und welche Maßnahmen Schutz bieten, wie z. B. eine Schutzbrille gegen wegfliegende Späne, eine standfeste Unterlage für den richtigen Schnitt oder eine Schnittschutzhose für das Hantieren mit schweren Werkzeugen“, weiß Trauner-Karner.

Eine blonde Frau in dunklem Hosenanzug lehnt an einer mit blauem Graffiti besprühter Wand und lächelt mit verschränkten Armen in die Kamera.
Johanna Trauner-Karner © KFV / APA-Fotoservice / Krisztian Juhasz

Auf Schutzausrüstung setzen die Österreicher*innen nämlich eindeutig noch zu wenig: 37 Prozent der Befragten gaben an, bei Heimwerkerarbeiten nie oder nur sporadisch Schutzrüstung zu nutzen. Frauen schützen sich dabei seltener als Männer: Während rund 72 Prozent der Männer immer oder zumindest manchmal Schutzausrüstung beim Heimwerken tragen, gaben nur rund 52 Prozent der befragten Frauen an, auf Schutzmaßnahmen zu setzen. Mit Abstand am häufigsten kommen Handschuhe zum Einsatz (88%). Beim passenden Schuhwerk, Schutzbrillen, Atemschutz sowie Gehörschutz gibt es noch deutlichen Aufholbedarf.

Altersunterschiede
Auch zwischen den Altersgruppen gibt es Unterschiede: Die Umfrage zeigt, dass Menschen mit zunehmendem Alter Arbeiten als weniger riskant einstufen. „Mit zunehmendem Alter wird die Palette an spitalsbehandelten Unfällen beim Heimwerken breiter, veranschaulicht die Unfallbilanz. Bei Jugendlichen kommt es vor allem zu Verletzungen durch Schnitte, durch Kollisionen mit beispielsweise herabfallenden oder rotierenden Objekten, Stürze und Stolpern. Bei Erwachsenen kommen dann unter anderem Stürze aus größerer Höhe sowie Quetschungen hinzu“, weiß die Expertin.

Unfallort Garten
Auch die Umgebung kann Unfälle begünstigen: „Die Statistik zeigt, dass besonders viele Menschen 2025 im Garten bei Heimwerken verunglückt sind. Mit rund 400 Unfällen mehr als im Vorjahr sind hier die meisten Menschen verletzt worden (28%). Hier sollte man etwa berücksichtigen, ob es Unebenheiten gibt oder ob Gegenstände herumliegen, die die Bewegungsfreiheit stören und so zu Unfällen führen können“, so Trauner-Karner.

Presseaussendung.pdf 

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