Die Schwimmsaison beginnt und damit steigt auch wieder die Unfallgefahr: In Österreich ertrinken pro Jahr durchschnittlich 42 Menschen. Ein Blick auf die Schwimmkompetenz zeigt Handlungsbedarf: Laut einer KFV-Studie schätzt jede vierte Person in Österreich ihre Schwimmkenntnisse als „unsicher“ oder nur „mittelmäßig“ ein. Die Präventionsinstitution KFV empfiehlt daher die eigenen Fähigkeiten im Wasser aufzufrischen und bei längeren Schwimmstrecken eine Schwimmboje mitzunehmen – diese kann im Ernstfall Leben retten. Auch viele Verletzungen in Bädern ließen sich durch umsichtiges Verhalten vermeiden.
Wien, 21. Mai 2026. Mit den steigenden Temperaturen zieht es wieder viele Menschen an die Seen, Flüsse und Freibäder. Doch mit Beginn der Schwimmsaison steigt auch wieder die Unfallgefahr. Heuer sind bereits mindestens vier Menschen in Österreich ertrunken. Im Schnitt ertrinken in Österreich laut Todesursachenstatistik (2015–2024) pro Jahr rund 42 Menschen. Die Zahl der tödlichen Ertrinkungsunfälle stagniert damit seit Jahren auf hohem Niveau. Rund neun Prozent der Opfer sind Kinder, 50 Prozent sind zwischen 15 und 64 Jahre alt und 41 Prozent über 65 Jahre. Die meisten Ertrinkungsopfer gibt es durchschnittlich pro Jahr in Niederösterreich (8), gefolgt von Oberösterreich (7) und Wien (6). Dahinter folgen Kärnten mit 5 Fällen sowie Salzburg, Tirol und die Steiermark mit jeweils 4 Fälle. Die wenigsten Ertrinkungsopfer gibt es in Vorarlberg (2) und Burgenland (2).
Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV betont: „Wer im freien Gewässer schwimmt, sollte niemals allein unterwegs sein und möglichst immer in Sichtweite anderer Personen bleiben. Bei längeren Schwimmrunden kann zudem das Mitführen einer neonfarbenen Schwimmboje lebensrettend sein – diese erhöht die Sichtbarkeit und bietet im Notfall Halt. Selbst für Geübte ist sie zu empfehlen, da jeder durch Erschöpfung, Krämpfe oder Kreislaufprobleme plötzlich in Not geraten kann.“
„Wer im freien Gewässer schwimmt, sollte niemals allein unterwegs sein und möglichst immer in Sichtweite anderer Personen bleiben. Bei längeren Schwimmrunden kann zudem das Mitführen einer neonfarbenen Schwimmboje lebensrettend sein“

Jede vierte Person schwimmt nicht ausreichend sicher
Gute Schwimmkenntnisse sind überlebenswichtig. Doch rund sieben Prozent der österreichischen Bevölkerung ab fünf Jahren können nicht schwimmen, wie eine repräsentative Schwimmkompetenzstudie des KFV im Jahr 2025 ergab. Ein weiteres Viertel (23%) schätzt seine Schwimmkenntnisse als sehr unsicher, unsicher oder mittelmäßig ein. Fehlender Schulschwimmunterricht, mangelnde Infrastruktur und wenig familiäre Schwimmerfahrung zählen zu den Hauptgründen für die unzureichenden Kenntnisse. Dr. Trauner-Karner betont: „Die Schwimmkompetenzen von zu vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind defizitär – rund jeder vierte Erwachsene und jedes fünfte Kind bzw. jeder achte Jugendliche schätzt die eigenen Fähigkeiten im Wasser als unsicher bis mittelmäßig ein. Regelmäßiges Üben und Auffrischen der Schwimmkenntnisse sind essenziell. Einmaliges Erlernen ist keinesfalls ausreichend.“
4.100 Verletzte in Schwimmbädern
Neben Ertrinkungsunfällen gibt es zahlreiche weitere Unfallursachen, die beim Baden nicht unterschätzt werden sollten. Allein in den Hallen- und Freibädern verunfallen laut der KFV-Unfalldatenbank IDB Austria in Österreich pro Jahr rund 4.100 Menschen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Viele dieser Unfälle passieren aufgrund von Stürzen (67%) – vor allem durch Ausrutschen auf nassen Böden oder Stolpern. Darüber hinaus kommt es immer wieder zu Zusammenstößen (24%) – etwa auf Wasserrutschen oder beim Sprung ins Wasser. Auch Verletzungen an Beckenrändern, bei Leitern oder Metallkanten werden häufig dokumentiert.
Dr. Trauner-Karner betont: „Viele Unfälle in Bädern sind Sturzunfälle. Rutschige Fliesen, Laufen und Sprünge erhöhen das Verletzungsrisiko. Deshalb gilt: auf nassen Flächen langsam gehen, auf Stolpergefahren achten und besonders beim Rutschen oder Springen Rücksicht auf andere nehmen. Wer aufmerksam ist und typische Gefahren kennt, schafft die besten Voraussetzungen für eine sichere Badesaison.“
Präventionstipps:
- Nie alleine schwimmen! Möglichst immer in Sichtweite anderer Personen bleiben.
- Schwimmboje mitnehmen: Vor allem bei längeren Schwimmstrecken.
- Schwimmwesten versus Rettungswesten: Schwimmwesten dienen primär als Schwimmhilfen, Rettungswesten drehen bewusstlose Personen im Notfall in eine sichere Lage und halten den Kopf über Wasser. Darauf sollte man beim Kauf achten.
- Kreislauf schonen! Nach längeren Sonnenbädern langsam ins Wasser gehen und den Kopf durch eine Kopfbedeckung vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.
- Eigene Kräfte realistisch einschätzen! Warnsignale des Körpers ernst nehmen.
- Rutschgefahr vermeiden! Auf nassen Böden langsam gehen und rutschfeste Badeschuhe tragen.
- Kinder nie unbeaufsichtigt lassen! Sie können bereits in wenigen Sekunden und auch in flachem Wasser unbemerkt in eine lebensgefährliche Situation geraten.






