Fit für 300 Stockwerke? Präventionskampagne für Wanderer nun auch am Feuerkogel

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Was macht ein Türstock mit Stufen auf rund 1550 Metern Seehöhe über Ebensee? Eine neue bewusstseinsbildende Aktion soll Wanderer, die sich von der Bergstation der Feuerkogel-Seilbahn auf den Weg ins Tal machen, an die Bedeutung der richtigen Tourenplanung erinnern.

Ebensee, 03. Juli 2021. Wandern liegt im Trend. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben zahlreiche Menschen ihre Liebe zu Outdoor-Aktivitäten (wieder)entdeckt und suchen Erholung und Ausgleich in den Bergen. So auch am Feuerkogel-Plateau – das nicht nur als Oberösterreichs sonnenreichster Punkt gilt, sondern zu den beliebtesten Ausflugszielen im Salzkammergut. Wanderer, die den Rückweg ins Tal zu Fuß antreten, passieren auf ihrem Weg ab sofort einen hölzernen Türstock mit Stufen, der darauf hinweist, dass es umgerechnet noch rund 300 Stockwerke bis ins Tal sind – und daran erinnert, den Abstieg nicht zu unterschätzen. „Gerne unterstützen wir diese Maßnahme, die zur Sicherheit unserer Gäste beiträgt. Denn die Bewegung im alpinen Gelände ist beliebter denn je und zieht sich durch alle Altersgruppen“, so Dietmar Tröbinger, Geschäftsführer der OÖ Seilbahnholding.Nach dem kräfteschonenden Aufstieg mit Hilfe der Seilbahn sollen schließlich alle Wanderbegeisterten auch ein sicheres Wandererlebnis genießen können.

Gut gerüstet für den Abstieg?
Denn immer wieder stoßen Menschen in den Bergen an ihre in Leistungsgrenzen. „Rund 10.000 Personen verletzen sich jährlich beim Wandern und Bergsteigen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten, für 90 Prozent aller Wanderunfälle sind Stürze ursächlich. Neben der Bodenbeschaffenheit sind es hier vor allem vermeidbare Ursachen wie Unachtsamkeit und Konzentrationsmängel, die zu Unfällen führen“, so Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. Viele dieser Bergunfälle könnten vermieden werden – mit der richtigen Ausrüstung, Einstellung und Planung. Eine Erkenntnis, die die Praxiserfahrungen der Bergrettung bestätigt: „Die Einsätze bei widrigen Wetterbedingungen nehmen an Häufigkeit zu. Ein Wetterumschwung kann eine vermeintlich einfache Tour schnell zu einer großen Herausforderung werden lassen, wenn es an Bergerfahrung und der passenden Ausrüstung mangelt.  Wer eine Bergtour plant, sollte also wechselnde Wetter- und Wegverhältnisse stets im Vorfeld mit einkalkulieren“, rät Johann Hübleitner, Ortstellenleiter Bergrettung Ebensee. Vor jeder Bergtour sollten zudem die körperliche Verfassung und Bergerfahrung aller Teilnehmer realistisch eingeschätzt und darauf basierend der Schwierigkeitsgrad der Route und Länge der Tour bestimmt werden. Eine gute Tourenplanung richtet sich nach dem schwächsten Mitglied der Gruppe und umfasst auch eine der jeweiligen Unternehmung angepasste Ausrüstung und ausreichend Zeit für Pausen.

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