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Kreuzungen sind Unfallhotspot für Motorradunfälle mit Unfallgegner

6. April 2018
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    Insbesondere im städtischen Bereich nimmt die Zahl der Motorradunfälle mit Unfallgegner zu. Die Ergebnisse mehrerer aktueller Studien des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) zeigen nun, unter welchen Bedingungen sich das Risiko eines Motorradunfalles mit Beteiligung anderer erhöht. Unfallhotspot Nummer 1 sind Kreuzungen.

    Wien, 6. April 2018. Im Jahr 2016 sind rund 4.200 Personen bei Motorradunfällen auf Österreichs Straßen verunglückt, im Jahr 2012 lag die Zahl der Verunglückten noch bei rund 3.800 Personen. Insbesondere im städtischen Bereich verunglücken immer mehr Motorradfahrer aufgrund von Unfällen mit Unfallgegnern – besonders häufig sind Unfälle mit Pkw-Lenkern. Das KFV hat nun anhand von Unfalltiefenanalysen festgestellt, dass derartige Unfälle häufig auf Vorrangverletzungen und Unachtsamkeit zurückzuführen sind. Hauptunfallverursacher ist meist nicht der Motorradlenker selbst, sondern der Pkw-Lenker. „Eine der zentralen Problematiken: Motorräder werden aufgrund ihrer schmalen Silhouette immer wieder von größeren Kfz verdeckt. Hinzu kommt, dass sie im Straßenverkehr in der Regel seltener anzutreffen sind als andere Fahrzeuge. Dies führt dazu, dass Pkw-Lenker und andere Verkehrsteilnehmer nicht mit Motorrädern rechnen und sie nicht oder zu spät wahrnehmen“, erklärt Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV. Besonders häufig ereignen sich Motorradunfälle mit Beteiligung anderer an Kreuzungen, die eine hohe Komplexität und Unübersichtlichkeit aufweisen. In der Regel verfügen derartige unfallträchtige Kreuzungen über mehrere (schmale) Fahrstreifen, eine große Zahl an Abbiegerelationen, hohe Verkehrsstärken, beengte Platzverhältnisse sowie zahlreiche Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen.

    Simulatorstudie zeigt Verhaltensunterschiede zwischen Pkw-Lenkern mit und ohne Motorrad-Führerschein

    Im Rahmen der umfassenden Analysen von Motorradunfällen mit Unfallgegner hat das KFV in Form einer Simulatorstudie zusätzlich untersucht, inwieweit sich Verhaltensunterschiede zwischen Pkw-Lenkern, welche ausschließlich über einen B-Führerschein verfügen, und jenen Lenkern, die auch aktive Motorradlenker sind, erkennen lassen. Dabei zeigte sich, dass Lenker, die sowohl den A- als auch den B-Führerschein besitzen, tendenziell häufiger und länger auf andere Verkehrsteilnehmer achteten, während Pkw-Fahrer ohne Lenkberichtung der Klasse A längere Zeit auf den Tacho sahen. Zudem wurde deutlich, dass Lenker mit Pkw- und Motorrad-Führerschein im Straßenverkehr ein breiteres vertikales Sichtfeld nutzen. „Die Ergebnisse unserer Untersuchungen zeigen, wie wichtig es ist, angehenden Motorrad- und Pkw-Lenkern umfassendes Gefahrenbewusstsein zu vermitteln. Zusätzlich gilt es regelmäßige Road Safety Inspections (RSI) durchzuführen, um so Gefahren zu identifizieren und entschärfen zu können. Die Verbesserung der Sichtbarkeit von Motorrädern und -lenkern und der vermehrte Einsatz von Fahrassistenzsystemen tragen ebenso zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit bei“, betont Robatsch.

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