Österreichs Wälder sind in vielen Teilen des Landes nach dem niederschlagsarmen Frühling zu trocken. Die Waldbrandgefahr ist entsprechend erhöht. Die Sicherheitsinstitution KFV rät daher zu sorgsamem Aufenthalt im Wald, denn die meisten Waldbrände sind menschengemacht. Zudem werden Partner-Gemeinden und Feuerwehren in ganz Österreich gesucht – für einen Pilot-Versuch einer neuen KI-gestützten Innovation zur Waldbrand-Prävention und -Bekämpfung.
Wien, 10. April 2026. Viel zu wenig hat es im März 2026 geregnet, zeigen Daten von GeoSphere Austria. Das niederschlagsarme Frühlingswetter bringt dabei eine Gefahr für die heimischen Wälder – insbesondere im Süden und Südosten des Landes: Dieses Jahr kam es bereits zu mindestens 57 Waldbränden in Österreich, die meisten (36) davon im trockenen März (Stand 10.04.2026, 08:30 Uhr), alle davon durch Menschen ausgelöst, zeigt die Waldbrand-Datenbank Österreich. Ergiebige Niederschläge sind zudem nicht in Sicht. Mit einer innovativen Software für Drohnen geht das KFV nun in die nächste Testphase, um Waldbrände frühzeitig zu erkennen. Innerhalb weniger Minuten werden selbst kleinste Hitzequellen in Echtzeit lokalisiert und so die Brand-Ausbreitung verhindert. Die Präventionsinstitution startet dazu ab sofort einen Aufruf für Pilot-Gemeinden und Feuerwehrwachen, die Waldbrände mittels neuerster Technik verhindern möchten. Insgesamt ereignen sich in Österreich jährlich rund 200 Vegetationsbrände (10-Jahresvergleich), darunter Feld-, Wiesen- und Waldbrände. Waldbrände machen rund 72 Prozent aller Vegetationsbrände aus. Im Vorjahr kam es insgesamt zu 196 Wandbränden.

Drohnen erkennen frühzeitig Waldbrandgefahr
Mit dem neuen PyroScout-System des KFV, das gemeinsam mit Spatial Focus GmbH umgesetzt wird, können Waldgebiete nicht nur auf akute Hitzequellen überwacht, sondern auch auf Zonen mit besonders hoher Waldbrandgefahr analysiert werden. Auf Basis spezieller Drohnenaufnahmen lassen sich auffällige Temperaturmuster, Trockenstress und potenzielle Risikobereiche frühzeitig erkennen. Damit erhalten Gemeinden, Feuerwehren und Einsatzkräfte eine zusätzliche Grundlage, um gefährdete Waldabschnitte rascher zu identifizieren, die Überwachung gezielt zu verstärken und präventive Maßnahmen vorzubereiten. Gleichzeitig kann PyroScout entstehende Brände beziehungsweise kleinste Hitzequellen automatisiert erkennen, alarmieren und so die Bekämpfung bereits in einer sehr frühen Phase unterstützen. Das System verbindet damit vorausschauende Prävention mit schneller operativer Reaktion.
„In wenigen Minuten Flug können mit dem PyroScout-System mehrere Hektar Wald untersucht und analysiert werden. Das unterstützt Einsatzkräfte effizienter im akuten Fall genauso wie Gemeinden und Waldbesitzer*innen präventiv, um diese besonderen Lebens- und Erholungsräume zu schützen. Waldbrände gehören zu den größten Umweltkatastrophen unserer Zeit und sind eine ernstzunehmende Gefahr für die Umwelt, die menschliche Gesundheit und die lokale Wirtschaft“, erklärt Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV.

Auch dort, wo Waldgebiete groß, heterogen und schwer zugänglich sind, konnte der Prototyp in Tests mit genauen GPS-Positionen unterstützen.
Menschengemachte Waldbrandgefahr
Von besonderer Trockenheit betroffene Wälder und Brandherde können so ausfindig gemacht und die jeweiligen Waldabschnitte für Menschen markiert werden.
„Um Waldbrand-Katastrophen zu verhindern, brauchen wir die Mithilfe von allen, die sich in Wäldern aufhalten und Wälder betreuen. Etwa acht von zehn Waldbränden werden nämlich von Menschen ausgelöst. Eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein kleines Lagerfeuer oder ein Auto, das mit heißem Auspuff neben einem Waldstück abgestellt wurde, können ausreichen, um einen ganzen Wald in Brand zu setzen“, so Dr. Kaltenegger.
Das KFV sucht nun nach Partner-Gemeinden, um den Prototyp an verschiedenen Orten Österreichs weiter zu testen.
Interessierte Gemeinden und Feuerwehrwachen können sich gerne direkt an stefan.georgiev@kfv.at wenden. Die Teilnahme ist kostenlos.






