Corona-bedingte Reisebeschränkungen und der Verzicht auf Flugreisen lassen erhöhtes Verkehrsaufkommen auf Österreichs Straßen – und damit auch zahlreiche Verkehrsunfälle und Autobrände – erwarten. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und die österreichischen Brandverhütungsstellen raten daher, das Thema „Straßenkameradschaft“ ernst zu nehmen und aus demselben Grund in jedem Kraftfahrzeug einen Autofeuerlöscher mitzuführen.

Wien, 02. Juli 2020. Viele Auswirkungen der globalen Covid-19-Pandemie beginnen sich gerade erst abzuzeichnen, eines steht aber jetzt schon fest: Ein Großteil der geplanten Flugreisen wird heuer abgesagt und auf die Straße verlegt. Zu erwarten ist, dass die Verlagerung der Urlaubsdestinationen nach Österreich oder ins nahe Ausland und die vermehrte Anreise per Auto zu einer weiteren Verstärkung des in den Sommermonaten ohnehin erhöhten Verkehrsaufkommens führen wird. Das KFV und die österreichischen Brandverhütungsstellen warnen daher vor neuen Spitzenzahlen an Verkehrsunfällen und auch an Autobränden. Dem Thema „Straßenkameradschaft“ wird in den anstehenden Sommerferien also besonders große Bedeutung zukommen.

KFV: Knapp ein Drittel der Unfälle ereignen sich in den Sommermonaten
In den Sommermonaten ist das Verkehrsaufkommen besonders groß – damit steigt auch die Zahl der Verkehrsunfälle. Fast ein Drittel aller im Straßenverkehr Verunglückten verletzen sich in den Sommermonaten – auch in diesem Jahr erwartet das KFV wieder zahlreiche Unfälle. Aus Sicht des KFV ist das Mitführen eines Autofeuerlöschers eine Frage der Straßenkameradschaft und bei einem Fahrzeugbrand Voraussetzung, um Hilfe leisten zu können. „In einer Notsituation gar nichts zu tun, ist der größte Fehler den man begehen kann“, erklärt Dr. Armin Kaltenegger, Bereichsleiter Eigentumsschutz im KFV. Zuerst gilt es, nach dem Absichern der Unfallstelle, lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten und Erste Hilfe zu leisten. „Unsere periodisch durchgeführten Erhebungen zeigen leider immer wieder, dass fast ein Viertel der Befragten nicht weiß, dass es eine Pflicht zur Hilfeleistung gibt. Unfälle sind keine Seltenheit und jeder Mensch kann in eine Situation kommen, in der er Hilfe benötigt. Daher ist es wichtig, anderen Menschen in einer Notsituation hilfreich zur Seite zu stehen“, so Kaltenegger.

Ein Feuerlöscher gehört ins Auto wie das Verbandspaket
Gerade im Sommerreiseverkehr besteht eine weitere, nicht zu unterschätzende Gefahr auf den Straßen und Autobahnen – nämlich die eines Autobrandes. Die Reise zum Urlaubsort ist oft mit langen Fahrzeiten und einer hohen Beanspruchung der Fahrzeuge verbunden, zusätzlich fördern hohe Umgebungstemperaturen das Brandgeschehen. „Zwei Brandursachen kommen dabei besonders häufig zum Tragen: elektrische Defekte im Bereich des Motors und der Armaturen sowie auslaufende Betriebsmittel wie Treibstoffe und Öle, die auf heiße Fahrzeugteile geraten und entzündet werden“, erklärt dazu Dr. Günther Schwabegger, Mitglied der Geschäftsführung der BVS-Brandverhütungsstelle für OÖ. Kaum einer dieser KFZ-Brände müsse jedoch im vollständigen Ausbrennen des Autos münden: „Im Regelfall dauert es zehn bis fünfzehn Minuten, bis ein PKW in Vollbrand steht. Zu wenig Zeit also, um auf das Eintreffen der Feuerwehr zu warten. Genügend Zeit jedoch, um das Fahrzeug zu verlassen, die Familie oder andere Beifahrer in Sicherheit zu bringen, die Feuerwehr zu alarmieren und mit ersten Löschversuchen zu beginnen.“ Voraussetzung dafür ist, dass man selbst einen funktionsfähigen Autofeuerlöscher mitführt oder dass Straßenkameraden mit ihrem eigenen Autofeuerlöscher zu Hilfe eilen.

Jährlich rund 1.500 Fahrzeugbrände in Österreich

Im mehrjährigen Durchschnitt geschieht es rund 1.500 Mal, dass alleine auf Österreichs Straßen und Autobahnen ein Fahrzeug in Brand gerät. Aufgrund der signifikanten Häufung während der Sommermonate ist also mit mehr als fünf KFZ-Bränden im Tagesschnitt zu rechnen. „Bei Zusammentreffen ungünstiger Umstände kann jedes Fahrzeug in Brand geraten“, betont Dr. Günther Schwabegger. Deshalb sei es wichtig, dass jedes Auto mit einem 2-kg-Pulverlöscher ausgestattet ist, der ebenso selbstverständlich mitgeführt werden sollte wie das Verbandspaket, das Pannendreieck oder die Warnweste: „Denn je mehr Fahrzeuge mit einem Autofeuerlöscher ausgestattet sind, umso eher kann man im Brandfall auf die Hilfe anderer Verkehrsteilnehmer hoffen!“ Zudem gilt: Je mehr Autofeuerlöscher für die Brandbekämpfung zur Verfügung stehen, umso höher sind die Erfolgschancen.

In der Praxis geht es also weniger darum, den eigenen Fahrzeugbrand zu löschen, als vielmehr anderen Verkehrsteilnehmern zu Hilfe eilen zu können. Somit ist das Mitführen eines Autofeuerlöschers eine Frage der Straßenkameradschaft und der Ort seiner Montage – unter dem Fahrersitz oder im Kofferraum – von untergeordneter Bedeutung. „Wichtig ist, dass der Autofeuerlöscher ordnungsgemäß montiert bzw. in der mitgelieferten Halterung transportiert wird, damit er im Falle einer Vollbremsung oder eines Auffahrunfalles nicht zum lebensgefährlichen Geschoß wird“, so Schwabegger.

Autofeuerlöscher als Lebensretter
Dass man sich als Helfer beim Löschen eines Fahrzeugbrandes in eine besondere Gefahrensituation begeben könnte, ist laut Erfahrungen der Brandschutzexperten nicht zu befürchten. „Auto-Explosionen kommen fast nur in Hollywood-Filmen vor, bei einem beginnenden PKW-Brand gibt es kaum einen Grund, sich vor einer Explosion des Kraftstoff-Tanks zu fürchten“, erklärt Schwabegger. Je rascher mit der Ersten Löschhilfe begonnen wird und je mehr Autofeuerlöscher dabei zur Verfügung stehen, umso größer sind auch die Erfolgsaussichten: „Daher ist es notwendig, den Entstehungsbrand möglichst frühzeitig zu bekämpfen. Besonders wichtig ist dies, wenn ein Auto nach einem Unfall in Brand gerät und verletzte Personen darin eingeklemmt sind. Mit einem Autofeuerlöscher wird so eine Situation schnell wieder beherrschbar. Ein 2-kg-Pulverlöscher für die Brandklassen A, B und C kann zum Lebensretter werden und dazu beitragen, den Schaden am Auto zu minimieren.“

Richtiges Verhalten bei Fahrzeugbränden
Handelt es sich um das eigene Auto, das während der Fahrt in Brand gerät, so ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und das Auto am rechten Fahrbahnrand oder einem sicheren Ort anzuhalten. Nach dem Ausschalten der Zündung und dem Einschalten der Warnblinkanlage gilt es, die Warnweste anzuziehen, die Motorhaube zu entriegeln und das Fahrzeug zu verlassen. „Beim Löschversuch sollten Sie die Motorhaube wegen der Verbrennungsgefahr vorsichtig und nur wenige Zentimeter öffnen. Erst wenn Sie nahe genug am Feuer sind, sollten Sie die Flammen mit kurzen, gezielten Stößen löschen“, rät Dr. Günther Schwabegger: „Achten Sie darauf, dass Sie den Wind möglichst im Rücken haben, und halten Sie nach Möglichkeit einen Rest an Löschmittel zurück, um allfällige Rückzündungen bekämpfen zu können.“

Erste Hilfe bei Autounfällen – wie geht man vor?

Lebensrettende Sofortmaßnahmen:
Dazu zählen das Absichern der Unfallstelle (z.B. Warnblinkanlage und Pannendreieck) und Bergen der Verletzten, stabile Seitenlage (bei Bewusstlosigkeit mit vorhandener Atmung und Kreislauf), Herzdruckmassage und Beatmung (bei Stillstand von Atmung und Kreislauf) sowie Blutstillung und Schockbekämpfung.

Notruf:
Die wichtigsten Fragen sind Wo? Was? Wie viele? Wer ruft an? Beim Gespräch so lange in der Leitung bleiben, bis es von der Notrufzentrale beendet wird.

Weitere Erste Hilfe:
Wundversorgung, weitere lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Wärmen und tröstender Zuspruch.

Wissenswertes über Autofeuerlöscher

Griffbereit:
Der Autofeuerlöscher sollte so montiert werden, dass er im Notfall schnell zur Hand ist. Ob die Anbringung unter dem Fahrersitz oder im Kofferraum erfolgt, ist zweitrangig.

Montage:
Der Feuerlöscher muss mit seiner Halterung befestigt werden, damit er bei einer Notbremsung oder bei einem Unfall nicht zum lebensgefährlichen Geschoß wird!

Brandklassen:
Ein Autofeuerlöscher sollte zumindest 2 kg Pulverfüllung beinhalten und für die Brandklassen A, B und C geeignet sein.

Gebrauch:
Die Gebrauchsanweisung rechtzeitig studieren. Im Notfall ist es zu spät.
Bildrechte: BVS
Abdruck honorarfrei.

BVS-Pressekontakt:
bogner Werbung | PR, Mag. Gernot Bogner
Tel: 0699-18922171, E-Mail: mailto:gernotbogner@me.com

KFV-Pressekontakt:
Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit):
Tel.: 05-77077-1919, E-Mail: mailto:pr@kfv.at, http://www.kfv.at