KFV warnt: Viele Mähroboter werden zur Gefahr für Kinder und Tiere

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Unfälle mit Rasenmäh-Robotern sind hinsichtlich ihrer Unfallschwere tragisch: Vor allem Kleinkinder, Haustiere und nachtaktive Wildtiere sind durch die scharfen Klingen der selbstfahrenden Roboter gefährdet. Besonders wichtig ist es, Mähroboter nur dann einzusetzen, wenn weder Kinder noch Tiere im Garten sind, appelliert der Fachbereich Sport- und Haushaltssicherheit des KFV gemeinsam mit dem Österreichischen Tierschutzverein. Zudem sollten nur hochwertige Rasenmäh-Roboter mit Sicherheitszertifikaten zum Einsatz kommen.       

Wien, 21. August 2026. Jährlich müssen rund 920 Menschen im Spital aufgrund von Verletzungen durch Rasenmäher behandelt werden (KFV IDB-Austria, 10-Jahresdurchschnitt 2016-2025). Eine potenzielle Verletzungsgefahr für Kinder und Tiere stellen vor allem die selbstfahrenden Mähroboter dar. Für die Orientierung ist ein Rasenmäh-Roboter mit Sensoren ausgestattet, die auf Hindernisse reagieren und erkennen sollen, wenn das Gerät angehoben oder gekippt wird. In diesem Fall sollte die Rotation der Klingen sofort stoppen. Kleine oder flache „Hindernisse“ werden aber nicht immer ausreichend erkannt.

Kleinkinder besonders gefährdet

Kleinkinder sind durch Mähroboter besonders gefährdet, weil sie sich nahe am Boden bewegen und Gefahren nicht rechtzeitig erkennen oder richtig einschätzen können. In der Vergangenheit haben sich dadurch bereits schwere Unfälle ereignet: 2025 etwa wurde ein drei Monate altes Kind von einem Rasenmäher-Roboter an der Hand verletzt. 2024 musste ein erst elf Monate alter Bub wegen einer Mähroboter-Verletzung am Fuß operiert werden, zeigt die KFV-Medienbeobachtung.

„Diese Fälle zeigen, dass insbesondere Kinder im Krabbelalter in die Klingen der Rasenmäher-Roboter geraten. Auch größere Kinder können durch ihre Neugierde gefährdet sein, wenn sie versuchen den Roboter mitsamt dem scharfen Mähwerk hochzuheben. Die Häufigkeit dieser Unfälle ist glücklicherweise gering, die Verletzungsschwere jedoch hoch“, so der Bereich Sport- und Haushaltssicherheit im KFV.

Verletzungen betreffen oft Füße und Hände. Kinder wie auch Haustiere sollten sich daher nicht unbeaufsichtigt im Garten aufhalten, wenn der Mähroboter seine Runden zieht. Die Geräte könnten so programmiert werden, dass sie Zeiten nutzen, wo möglichst wenig Aktivität im Garten stattfindet.

Zahl der verletzten Wildtiere nimmt zu

Nicht immer reagieren die Sensoren der selbstfahrenden Geräte richtig. „Der Markt für Mähroboter boomt: Damit steigt auch die Zahl der verletzten und getöteten Tiere. Diesen traurigen Trend können wir bestätigen“, erklärt Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins. Besonders gefährdet sind nacht- und dämmerungsaktive Kleintiere wie Igel, Amphibien wie Frösche und Kröten, Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen, bodennahe Jungvögel sowie zahlreiche Insektenarten:

„Viele nachtaktive Wildtiere wie Igel sind in den Abend- und Nachtstunden in unseren Gärten auf Futtersuche. Genau dann drehen Mähroboter unbeaufsichtigt ihre Runden. Das Fatale: Igel flüchten bei Gefahr nicht, sondern rollen sich zur stacheligen Kugel zusammen. Dieses Verhalten schützt sie zwar vor Fressfeinden, nicht aber vor den scharfen Klingen der Geräte. Um Tiere zu schützen, sollten Mähroboter zwischen 19 Uhr und 7 Uhr nicht eingesetzt werden.“ – Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins

Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins, vor einer Wand mit bunten Natur-Bildern. Er trägt eine dunkle Brille und ein blaues Hemd und lächelt in die Kamera.
Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins © Österreichischer Tierschutzverein

Sicherheitstipps mit Rasenmäh-Roboter

  • Kaufen Sie hochwertige, zertifizierte Rasenmäh-Roboter mit Sicherheitszertifikaten und IP-Schutzklasse. Vergleichen Sie die Produkte anhand der Hinderniserkennung, achten Sie auf Tier- und Objekterkennung, zuverlässige Hebe- und Kippsensoren, eine gut erreichbare Not-Stopp-Taste und ein möglichst geschütztes Messersystem mit Abstand zum Gehäuserand.
  • Setzen Sie Rasenmäh-Roboter in einem Kinderhaushalt generell nur dann ein, wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind bzw. nicht im Garten spielen.
  • Eine altersgerechte Aufklärung über die Gefahr kann helfen, Unfälle mit größeren Kindern zu verhindern: Erklären Sie Kindern, dass der Rasenmäh-Roboter mit scharfen Messern den Garten mäht. Kinder sollten einen Rasenmäh-Roboter daher nicht anfassen und auch nicht in die Nähe gehen. Nur Erwachsene bedienen den Mähroboter.
  • Aktivieren Sie die Kindersicherung / den PIN am Gerät, wenn vorhanden.
  • Machen Sie sich mit dem Gerät vertraut und zeigen Sie allen Haushaltsmitgliedern, wo sich der Not-Aus-Knopf am Gerät befindet. Halten Sie Firmware und App aktuell.
  • Reinigen Sie Sensoren nach Gebrauchsanweisung regelmäßig. Testen Sie die Hebesensoren und den Not-Aus-Knopf.
  • Vermeiden Sie bei der Lagerung des Akkus extreme Hitze und Frost.

Presseaussendung.pdf

Rückfragehinweis:
Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
Tel.: 05-77077-1919 I E-Mail: pr@kfv.at I www.kfv.at

Österreichischer Tierschutzverein | Alexios Wiklund
Tel.: +43 6607304291 | E-Mail: wiklund@tierschutzverein.at | www.tierschutzverein.at

TW: verletztes Tier

Ein verletzter Igel in einer Transportbox. Ein tiefer Schnitt in seinen Kopf ist zu sehen.
TW: Das Mähwerk des Rasenmäher-Roboters kann schwere, lebensgefährliche Verletzungen bei Kleintieren wie Igeln verursachen. © Österreichischer Tierschutzverein