Jeder dritte Unfall durch Ablenkung: Steiermark startet Schwerpunktwoche im Straßenverkehr

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Am Handy tippen, telefonieren oder Social Media checken: Ablenkung ist mit rund ein Drittel die Ursache aller Verkehrsunfälle in der Steiermark. Besonders gefährdet sind dabei die Jugendliche. Das Land Steiermark, die Polizei und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) starten deshalb am 22. September eine gemeinsame Schwerpunktwoche zur Bewusstseinsbildung in Graz.

Graz, 22. September 2026. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2025 ereigneten sich in der Steiermark 1.777 Ablenkungsunfälle. Dabei wurden 2.084 Personen verletzt, 21 Menschen verloren ihr Leben. Damit ist Unachtsamkeit für rund 30 Prozent aller Verkehrsunfälle im Land verantwortlich – Tendenz steigend. Bei der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz forderten Politik, Polizei und KFV daher verstärkte präventive Maßnahmen.

Rund 15 Prozent aller Verunfallten bei Ablenkungsunfällen in der Steiermark sind zwischen 15 und 19 Jahre alt. „Um Ablenkungen wirksam vorzubeugen, setzen wir verstärkt auf Bewusstseinsbildung – denn nur wer sich der Risiken bewusst ist, kann sie vermeiden. Unser Ziel ist es die Verkehrsunfälle nachhaltig zu reduzieren und die Steiermark als sicheren Lebens- und Mobilitätsraum weiterzuentwickeln“, betont Dr. Maria Knauer-Lukas, Leiterin der Verkehrssicherheit, Land Steiermark. „Mit der Schwerpunktwoche wollen wir gezielt bei Jugendlichen ansetzen. Je früher sie lernen, Gefahren zu erkennen, desto sicherer wird der Straßenverkehr nicht nur für sie, sondern auch für uns alle.“

Interaktiver Parcours für rund 480 Schülerinnen und Schüler

Die Schwerpunktwoche richtet sich an Jugendliche der 7. bis 9. Schulstufe und findet im Messezentrum Graz statt. Rund 480 Schülerinnen und Schüler nehmen an der Aktion teil. Im Mittelpunkt steht ein interaktiver Parcours mit verschiedenen Stationen, darunter die neue „270 Grad Safety Box“. Hier können die Jugendlichen in Selbstversuchen hautnah erleben, wie schnell die Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen führt.pexels-feelartfeelant

„Aufmerksamkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Sicherheit im Straßenverkehr. Deshalb müssen wir Ablenkung immer wieder sichtbar machen – und Prävention dort ansetzen, wo Mobilitätsverhalten entsteht“, erklärt Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner, BEd. „Die Aktion fördert nicht nur das Bewusstsein für sichere Mobilität, sondern stärkt auch den Teamgeist.“

Multitasking im Straßenverkehr ist eine Illusion

Egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder am Steuer: Ablenkungsquellen gibt es viele – vom Nachrichtenschreiben über intensive Gespräche bis hin zum Essen. Wie gefährlich schon kurze Unachtsamkeiten sind, verdeutlicht KFV-Direktor Mag. Christian Schimanofsky:

„Das Verfassen einer kurzen Textnachricht dauert etwa fünf Sekunden. Bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 50 km/h legt man dabei 70 Meter im Blindflug zurück. Das zeigt deutlich: Multitasking im Straßenverkehr funktioniert nicht. Die Teilnahme am Verkehr erfordert unsere volle Aufmerksamkeit.“

© KFV/APA Fotoservice/ Michael Ferlin-Fiedler
Safety Box © KFV/APA Fotoservice/ Michael Ferlin-Fiedler

„Prävention und Kontrolle gehören zusammen, dabei geht es primär nicht um die Bestrafung, sondern um die Verhinderung gefährlichen Verhaltens – zum Schutz von uns allen. Neben Prävention und Kontrolle ist dabei auch die Bewusstseinsbildung ein wesentlicher Bestandteil: Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sollen für mögliche Gefahren sensibilisiert und zu einem verantwortungsvollen Verhalten im Straßenverkehr motiviert werden. Wer im Straßenverkehr unterwegs ist, braucht seine Aufmerksamkeit dort, wo das Verkehrsgeschehen stattfindet“, ergänzt Oberst Klaus Rexeis, BA MA von der Landespolizeidirektion Steiermark.

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