KFV-Einbruchstäterstudie 2017

80

Einblicke in die Täterwelt
Durchschnittlich 35 Einbrüche werden in Österreich täglich verübt. Damit
zählen Wohnraumeinbrüche zu den Big-Five Delikten der Kriminalität in
Österreich. Um effektive Präventionsstrategien zu entwickeln hat das KFV eine Umfrage bei jenen initiiert, die es am Besten wissen: bei den Tätern selber.

Aussicht der Täter
Um besser zu verstehen, wie Einbrecher ihre Tatorte auswählen, hat das KFV eine Umfrage bei jenen durchgeführt, die dies am besten wissen: bei den Tätern. Das wenig überraschende zentrale Ergebnis: Einbrecher wählen in der Regel den Weg des geringsten Widerstands. Der überwiegende Teil der Einbrecher sucht Objekte per Zufallsprinzip aus und verfolgt vorrangig das Ziel, unter möglichst geringem Aufwand möglichst rasch „Beute“ zu machen. Es wird nach kleineren Wertgegenständen gesucht und mit einfachem Werkzeug (am häufigsten werden Schraubenzieher eingesetzt) gearbeitet – oder überhaupt erst direkt am Tatort nach offen herumliegenden Gegenständen, wie etwa einer Leiter, gesucht. Die bevorzugte Vorgehensweise, um in ein Wohnobjekt zu gelangen, ist das Aufbrechen einer Tür oder eines Fensters. Zumeist sind die Täter dabei nicht auf sich allein gestellt, sondern agieren in kleineren Gruppen von 2 bis 4 Personen.

Weg des geringsten Widerstandes
Immer wieder ist das Aufbrechen von Türen oder Fenstern aber gar nicht notwendig: Einige Täter berichteten, dass sie immer wieder auf Objekte stoßen, bei welchen Türen und Fenster nicht abgeschlossen sind. Bei der Auswahl des Tatobjekts werden Orte mit guter Anbindung, Häuser am Siedlungsrand, ungeschützte Häuser und uneinsehbare Eingänge sowie Wohnungen in den unteren bzw. oberen Stockwerken bevorzugt. Häufig frequentierte Örtlichkeiten, gut einsehbare Grundstücke und Anzeichen, die auf die Anwesenheit der Bewohner hindeuten, wirken auf Einbrecher hingegen abschreckend. Was die Ergebnisse der Täterstudie darüber hinaus auch ganz deutlich zeigen, ist die hohe Relevanz von Sicherungsvorrichtungen. So berichtet einer der Befragten: „Sicherheitstüren gehen schon schwer auf, dafür benötigt man richtig gutes Werkzeug. Wir hatten ja nur, was wir so gefunden haben.“ Ein weiterer Befragter sagt: „Wenn das Haus eine Alarmanlage hat, gehe ich weiter.“

Studienzusammenfassung als PDF