International Product Safety Week 2020: Euroconsumers-Studie zeigt hohen Anteil unsicherer Produkte auf den Online-Märkten

46

In Österreich werden gemäß einer aktuellen KFV-Umfrage rund 30 Prozent aller Sicherheitsprodukte online bezogen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung von Euroconsumers zeigen, dass viele Online-Produkte für den EU- Markt nicht zugelassen wären.

Wien, 11. November 2020. In den letzten zehn Jahren wurden Online-Marktplätze für Waren aller Art auch für österreichische Konsumenten und Konsumentinnen immer beliebter. Ein anlässlich der Internationalen Product Safety Week der EU veröffentlichter Einkauftest von Euroconsumers zeigt allerdings, dass Vorsicht geboten ist. So wurden zwei Drittel aller im Test online bestellten Produkte, wie Kinderspielzeug, Kinderbekleidung oder Ladegeräte als „unsicher“ eingestuft, und wären daher für den EU-Markt gar nicht zugelassen.

So waren z.B. 26 von 36 bestellten USB-Ladegeräten, Powerbanks und diversen Adaptern entflammbar, neun von 29 Kinderspielzeugen enthielten bis zum 200-fachen der erlaubten Mengen an Phthalaten, 14 der 16 bestellten Kinderbekleidungsartikel entsprachen nicht den europäischen Standards. Einige davon stellten für Kinder sogar Sicherheitsrisiken z.B. in Form von zu langen Bändern und Kordeln dar, was bei Kindern zu Unfällen führen kann. Beunruhigend ist auch der Befund von Euroconsumers, dass von elf gekauften Rauch- und Kohlenmonoxid-Meldern kein Einziger den Sicherheitstest bestanden hat (keiner von ihnen erkannte eine tödliche Menge Rauch oder Kohlenmonoxid, vier der CO-Alarme waren zu leise).

Laut einer aktuellen Umfrage des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) werden rund 30 Prozent aller Sicherheitsprodukte für Haushalt, Freizeit und Sport online bezogen. Hier rät das KFV den Käufern, ganz besonders auf Qualitäts- und Sicherheitszertifikate zu achten (Mehr Infos dazu im KFV Schutzausrüstungs-Barometer 2020).

Die Autoren der Euroconsumers-Studie nehmen aber vor allem den EU-Gesetzgeber und die Betreiber der Online-Märkte in die Pflicht: sie müssen sicherstellen, dass die Produkte auf ihren Websites den gleichen Sicherheitsanforderungen entsprechen, wie dies für Importeure und Händlern gilt – und so auch die österreichischen Konsumenten und Konsumentinnen vor potenziellen Risiken durch online gekaufte Produkte schützen. „Gerade bei Sicherheitsprodukten ist die Qualität entscheidend. Achten Sie als Konsument darauf hochwertigen Produkten beim Kauf den Vorrang zu geben“, schließt das KFV.

Rückfragehinweis:
Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit):
Tel.: 05-77077-1919, E-Mail:
pr@kfv.at, www.kfv.at