Umfrage unter jungen Leuten: 93 Prozent halten B-Führerschein für notwendig

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Im Vorjahr wurden in Österreich 9.078 Personen im Alter von 16 bis 24 Jahren im Straßenverkehr verletzt und 35 getötet. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat daher diese Altersgruppe über ihr Verhalten und ihre Wünsche im Straßenverkehr befragt. Ein Pkw-Führerschein hat demnach auch im Jahr 2026 noch eine sehr hohe Bedeutung: 67 Prozent haben bereits einen und 26 Prozent wollen einen machen. 14 Prozent gaben an, während des Lenkens eines Fahrzeugs bereits Textnachrichten am Handy geschrieben zu haben. Relativ viele sind auch schon unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gefahren. 

Wien, 09. Juli 2026. Das unterschiedliche Fahrverhalten sowie die geringere Fahrpraxis junger Menschen sind in den Verkehrsunfallstatistiken deutlich ablesbar. Wenn Personen bis 24 Jahre beim Lenken eines Pkw in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt werden, dann sind diese in 67 Prozent der Fälle die Hauptunfallverursacher. Zum Vergleich: Wenn 25- bis 65-jährige Pkw-Lenkende in einen Unfall verwickelt sind, dann sind diese „nur“ in 52 Prozent der Fälle die Hauptunfallverursacher (Durchschnittswerte: 2021-2025).

Um das Verhalten und die Bedürfnisse von jungen Menschen im Straßenverkehr noch besser zu verstehen, hat sich das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) daher in einer neuen Studie mit dieser Personengruppe befasst. Dazu wurden im Mai 2026 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren befragt.

Junge Leute meinen: Öffis-Ausbau würde die Verkehrssicherheit am stärksten steigern

Wie die KFV-Befragung zeigt, ist ein B-Führerschein auch im Jahr 2026 noch ein sehr wichtiger Faktor für junge Menschen: 67 Prozent haben bereits einen B-Führerschein und 26 Prozent wollen einen machen. Einen Führerschein für das Motorrad haben derzeit 11 Prozent und 33 Prozent wollen noch einen machen. Zehn Prozent streben einen Lkw-Führerschein an. Zugleich glauben aber auch viele, dass Autos mit Verbrennungsmotoren in den kommenden fünf bis zehn Jahren an Bedeutung verlieren werden, während die Bedeutung öffentlicher Verkehrsmittel steigt. Dies spiegelt sich auch in den Antworten auf die Frage wider, was für junge Leute die wichtigste Maßnahme für mehr Sicherheit im Straßenverkehr wäre: Hier rangieren kostenlose öffentliche Verkehrsmitteln an erster Stelle (45%), gefolgt von besseren Verbindungen in den ländlichen Raum mit Öffis (39%) und mehr Nachtbusse, um nach dem Fortgehen nach Hause zu kommen (36%). Mehrfachantworten waren möglich.

„Junge Menschen verursachen durchschnittlich 1.853 Verkehrsunfälle pro Jahr aufgrund von Unaufmerksamkeit und Ablenkung“

Klaus Robatsch
Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV © KFV / APA-Fotoservice / Schedl

Die seit 1. Mai 2026 geltende Helmpflicht bei E-Bikes (bis 14 Jahre) und E-Scootern (bis 16 Jahre) halten 56 Prozent in der derzeitigen Form für richtig. 33 Prozent sind allerdings der Ansicht, dass auch Erwachsene einen Helm tragen sollten. Wobei dabei aber zu beachten ist, dass die Befragten selbst schon mindestens 16 Jahre alt waren und somit von einer erweiterten Helmpflicht selbst betroffen wären, falls sie E-Bikes oder E-Scooter nutzen.

Junge Menschen werden im Straßenverkehr aber auch immer wieder mit aggressivem Verhalten konfrontiert. Bei der Frage „Von welchen Verkehrsteilnehmern erlebst Du am häufigsten riskantes oder aggressives Verhalten?“ liegen die Autofahrenden (55%) klar in Führung, gefolgt von E-Scooter-Fahrenden (46%), Motorrad-Fahrenden (39%) und Radfahrenden (32%).

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Junge Menschen sind immer und überall online

Erhoben wurde vom KFV zudem etwa, welche Tätigkeiten junge Leute beim Gehen im Straßenverkehr schon häufig ausgeübt haben: Musikhören mit Kopfhörern rangiert dabei an erster Stelle (67%), gefolgt vom Schreiben von Nachrichten am Handy (45%), der Nutzung von Social Media (35%) und Telefonieren (35%). Mehrfachantworten waren möglich. Während des Lenkens eines Fahrzeugs (z.B. Auto, E-Scooter, Fahrrad…) telefonieren relativ viele (26%). Häufig schreiben junge Leute beim Lenken aber auch Nachrichten am Smartphone (14%) oder sie nutzen Social Media (13%).

Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) erklärt dazu: „Die Gefahren durch Unaufmerksamkeit und Ablenkung werden nicht nur von Erwachsenen massiv unterschätzt, sondern auch schon von jungen Menschen. Bei 28 Prozent der von 16- bis 24-Jährigen verursachten Unfälle mit Personenschaden ist Unaufmerksamkeit oder Ablenkung die Hauptunfallursache. In absoluten Zahlen verursachen junge Menschen durchschnittlich 1.853 Verkehrsunfälle pro Jahr aufgrund von Unaufmerksamkeit und Ablenkung.“

Jeder vierte Befragte hat schon einmal unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug gelenkt

Besorgniserregend sind die Ergebnisse zum Risikoverhalten im Straßenverkehr punkto Alkohol und Drogen. Auf die Frage: „Hast Du schon einmal ein Fahrzeug im Straßenverkehr gelenkt (z.B. Fahrrad, E-Scooter, Moped, Auto), obwohl Du zuvor Alkohol konsumiert hattest“, antworteten 26 Prozent der befragten 16- bis 24-Jährigen mit „ja“. Unter Drogeneinfluss haben bereits fünf Prozent der Befragten ein Fahrzeug gelenkt. Auf die Frage: „Bist Du schon einmal mit jemanden im Auto mitgefahren, obwohl Du wusstest, dass die Person am Steuer Drogen oder zu viel Alkohol konsumiert hatte?“ antworteten insgesamt 22 Prozent mit „ja“ – 16 Prozentpunkte davon, weil sie den Eindruck hatten, dass der Fahrer oder die Fahrerin noch sicher fahren konnte und weitere sechs Prozentpunkte, weil sie selbst auch etwas konsumiert hatten und daher zu leichtsinnig waren.

Spannend sind auch die Antworten auf folgende Fragen ausgefallen: „Angenommen Du bist in einem Club/Disco und willst nach Hause (5 KM entfernt). Es fährt aber kein Bus mehr, Du hast kein eigenes Fahrzeug mit und auch kein Geld mehr. Welche Option wählst Du?“. Die meisten (60%) würden in diesem Fall die Eltern, Verwandte oder Bekannte anrufen, damit sie sie abholen. 23 Prozent würden sich zu Fuß auf den Heimweg machen. 13 Prozent würden sich hingegen Geld ausborgen und ein Taxi bzw. die Dienste eines Fahrdienstvermittlers in Anspruch nehmen.

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