Rund 30.000 Menschen haben sich in Österreich bei Reinigungsarbeiten im Jahr 2025 so schwer verletzt, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten – die meisten davon durch Stürze (2025: 18.300). Das zeigt die Unfalldatenbank des KFV IDB-Austria. Die Expert*innen des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit der Präventionsinstitution KFV haben anlässlich der Frühjahrsputz-Saison die wichtigsten Tipps zum sicheren Umgang mit Reinigungsmitteln, Abstauben und Fensterputzen zusammengefasst.
Sicherheit geht vor: Die richtige Vorbereitung
- Versuchen Sie nicht zu multitasken und zu viel auf einmal zu erledigen. Die anstehende Arbeit in kleinere Einheiten zu unterteilen, vermeidet Hektik und Stress. Legen Sie einen Plan fest, teilen Sie die Aufgaben in kleinere Schritte auf, die Sie bedachtsam erledigen können.
- Nutzen Sie geeignete Schutzmaßnahmen: Tragen Sie Kleidung, die für die Aufgabe geeignet ist: Achten Sie darauf, keine Schlapfen oder Flipflops, mit denen man hängen bleiben kann bzw. die Ihnen keinen Halt geben, zu benutzen. Wählen Sie besser festes, rutschfestes Schuhwerk. Handschuhe und Schutzbrillen verhindern zudem Verletzungen durch Reinigungsmittel.
- Holen Sie Hilfe zum Heben von schweren oder klobigen Gegenständen.
- Achten Sie auf gute Beleuchtung.
- Planen Sie regelmäßig Pausen ein und rasten Sie, wenn Sie sich unwohl oder schwindlig fühlen. Übermüdung führt zu Unachtsamkeit und erhöht das Unfallrisiko.
- Stellen Sie auch ausreichend Trinkwasser bereit, das Sie von Putzmitteln entfernt positionieren, um sicher hydriert zu bleiben. Denn schon milde Formen der Dehydrierung können Symptome wie Unachtsamkeit, Unaufmerksamkeit und Unkonzentriertheit auslösen.
Chemische Reaktionen: Putzmittelwissen
- Mischen Sie Putzmittel nicht und verwenden Sie diese auch nicht unmittelbar hintereinander. Dadurch können gefährliche chemische Reaktionen in Gang gesetzt werden.
- Putzmittel sowie giftige Substanzen sollten auch niemals neben Lebensmitteln gelagert werden oder in Lebensmittelbehälter bzw. Getränkeflaschen gefüllt werden. Diese könnten verwechselt und unabsichtlich konsumiert werden. Bewahren Sie Haushaltschemikalien stets im Originalbehältnis auf. Die Produkthinweise enthalten wichtige Informationen für den Notfall. Wenden Sie sich im Notfall an die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) unter der Notrufnummer 01 406 43 43. Ist ärztliche Hilfe notwendig, rufen Sie den Euro-Notruf (112), die Rettung (144) oder den Ärzte-Notdienst (141) und nehmen Sie die Verpackung der Substanz zur Behandlung mit.
- Lesen Sie die Produktetiketten sorgfältig und befolgen Sie die Sicherheitsempfehlungen und -hinweise.
- Bewahren Sie Reinigungsmittel, Chemikalien und andere giftige und ätzende Substanzen auch stets außer Reichweite von Kindern auf bzw. positionieren Sie diese so, dass sie für Kinder unerreichbar sind – auch wenn Sie während des Putzvorgangs nur kurz den Raum verlassen! Achten Sie auf kindersichere Verschlüsse, aber verlassen Sie sich nicht darauf. Mit genügend Zeit bekommen Kinder in der Regel fast alles auf.
- Vorsicht beim Entkalken von Wasserkochern und Kaffeemaschinen: Rückstände der Entkalkungsflüssigkeit im Gerät könnten versehentlich getrunken werden.
- Portionierte Kapseln mit Flüssigwaschmittel und bunte WC-Beckensteine wirken aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Süßigkeiten (wie z. B. Fruchtgummis) attraktiv auf Kinder und stellen bei Verzehr oder Hautkontakt ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Bewahren Sie diese unerreichbar für Kinder auf.

Fensterputzen im Kinderhaushalt
- Seien Sie vorsichtig beim Fensterputzen und Lüften, wenn Kinder im Haushalt sind: Achten Sie darauf, dass diese ständig beaufsichtigt sind, wenn ein Fenster geöffnet ist. Kleinkinder sollten in Griffweite beaufsichtigt werden. Alternativ können Fenster auch gekippt werden, um Fensterstürze zu verhindern. Nehmen Sie Kinder immer mit, etwa wenn der Paketbote an der Tür ist oder das Telefon klingelt.
Messerscharf: Schnittgefahren
- Räumen Sie spitze Gegenstände weg reinigen und verstauen Sie Messer oder andere scharfe Küchenutensilien rasch, um sich nicht daran zu schneiden. Wenn sich Geschirrberge in der Spüle sammeln, können diese ansonsten leicht übersehen werden und zu Schnittverletzungen führen.
- Achten Sie beim Ausräumen des Geschirrspülers darauf, was Sie in die Hand nehmen. Gelegentlich können Gläser oder Teller beim Spülvorgang des Geschirrspülers zu Bruch gehen.

Ordnung muss sein: Achtung vor Sturz- und Stolpergefahren
- Wählen Sie nur geeignete Aufstiegshilfen. Eine sichere Leiter mit rutschsicheren Standfüßen und Trittflächen sollte in keinem Haushalt fehlen. Stühle, Tische oder andere Einrichtungsgegenstände sollten nicht als Steighilfen verwendet werden. Stellen Sie die Leiter auf festen Untergrund und so, sodass Sie den gewünschten Bereich gut erreichen können. Stellen Sie die Leiter gegebenenfalls um, um Balanceakte zu vermeiden. Machen Sie bedachte Bewegungen und Tritte auf der Leiter. Achten Sie darauf, Gegenstände in der Nähe wegzuräumen, um Stolperfallen beim Absteigen zu verhindern.
- Achtung Rutschgefahr: Seien Sie vorsichtig nach dem Aufwaschen, da nasser Boden rutschig sein kann.
- Beseitigen Sie Stolperfallen: Räumen Sie Putzutensilien und andere Gegenstände weg, über die Sie stolpern könnten. Beachten Sie etwa auch ein angestecktes Staubsaugerkabel. Stecken Sie den Staubsauger automatisch aus, wenn er gerade nicht in Betrieb ist bzw. Sie die Aufgabe pausieren.
- Nutzen Sie den Frühjahrsputz auch gleich, um Ordnung und Sicherheit zu schaffen: Kleben Sie Teppichkanten fest, nutzen Sie ein rutschfestes Teppichgitter. Ordnen Sie Kabel. Beseitigen Sie andere Stolperfallen. Überprüfen Sie die Einsatzbereitschaft von Feuerlöschern und Rauchwarnmeldern.
- Verankern Sie Regale und andere schwere Gegenstände, wenn möglich, an der Wand, um Umfallen zu verhindern.
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Wie Profis spektakuläre Haushaltsbalanceakte versuchen, zeigt ein neues Präventionsvideo des KFV: Zirkus-Artist*innen des zirkus kollektiv kaudawelsch zeigen eindrucksvoll Balanceakte und Stolper-Kunststücke. Zudem geben sie Tipps, worauf man als Balancekünstler*in achten muss, um Unfälle zu vermeiden.
Mehr Informationen zum Projekt „Haushaltsartist*in“ finden Sie auf der Homepage und den Social Media-Kanälen des KFV. © KFV/Roland Töfferl










