Vorsicht: In der Rodelsaison verletzen sich 14 Menschen pro Tag

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Vorsicht in den Semesterferien: Während der Rodelsaison verletzen sich durchschnittlich 14 Menschen pro Tag so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. In der aktuellen Rodelsaison ist bisher mindestens ein Mensch ums Leben gekommen (Stand: 2. Februar 2026). Der Fachbereich Sport- und Freizeitsicherheit im KFV empfiehlt einen Helm zu tragen, die richtige Bremstechnik anzuwenden und auf eine sichere Sitzposition zu achten – Kinder sollten dabei am besten hinter dem Erwachsenen sitzen.

Wien, 3. Februar 2026. Der vermeintlich kinderleichte Wintersport birgt ernste Risiken: Laut der KFV-Unfallstatistik IDB-Austria verletzen sich beim Rodeln jährlich im Schnitt rund 2.100 Personen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Die Rodelsaison dauert in Österreich – je nach Region – ungefähr von November bis März. In diesen Monaten ereignen sich durchschnittlich rund 14 Rodelunfälle pro Tag. Besonders häufig sind Kinder betroffen: 31 Prozent der Verletzten sind unter 15 Jahre alt.

Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV, betont: „In den Semesterferien ist auf den Rodelbahnen besonders viel los. Achten Sie darauf, dass Sie und Ihre Kinder einen Helm tragen und wählen Sie Tempo und Strecke nach Ihrem jeweiligen Können und den Schneeverhältnissen aus. Bremsen Sie lieber einmal zu früh als zu spät.“ In manchen Fällen können Rodelunfälle sogar tödlich enden: In der aktuellen Rodelsaison 2025/26 ist bislang mindestens ein Mensch ums Leben gekommen (Stand: 2. Februar 2026).

„Achten Sie darauf, dass Sie und Ihre Kinder einen Helm tragen und wählen Sie Tempo und Strecke nach Ihrem jeweiligen Können und den Schneeverhältnissen aus.“

Johanna Trauner-Karner © KFV/APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz

Übermut und Selbstüberschätzung sind häufige Unfallauslöser
Übermut und Selbstüberschätzung sind die häufigsten Ursachen für Unfälle. Laut den KFV-Befragungen in den Spitälern für die Unfallstatistik geben mit 61 Prozent die meisten Verletzten an, gestürzt, gestolpert, gestoßen oder gesprungen zu sein. 26 Prozent der Unfälle sind Kollisionen mit statischen Objekten – zum Beispiel mit Bäumen oder Hinweistafeln. Relativ häufig sind auch Kopfverletzungen mit rund acht Prozent der Fälle. Besonders schwerwiegend können dabei Schädel-Hirn-Traumata sein.

Helm schützt – aber nicht bei jedem Tempo
Skihelme bieten einen wichtigen Schutz: Crash-Simulationen zeigen, dass bei Unfällen mit Kindern ohne Helm bereits ab einer Fahrtgeschwindigkeit von rund 10 km/h ein erhebliches Risiko für schwere Kopfverletzungen besteht. Allerdings schützt ein Helm nicht in jeder Situation. Gemäß den entsprechenden Normen wird er nur für Aufprallgeschwindigkeiten von etwa 20 bis 25 km/h geprüft. Wer noch schneller fährt, trägt daher ein entsprechend hohes Risiko für schwere oder tödliche Verletzungen. „Ein Helm ist wichtig, schützt aber nicht in jeder Situation. Um Unfälle präventiv zu verhindern sind eine erhöhte Aufmerksamkeit, die richtige Bremstechnik und eine angepasste Geschwindigkeit empfehlenswert“, so Dr. Trauner-Karner.

„Ein Helm ist wichtig, schützt aber nicht in jeder Situation“, so Dr. Trauner-Karner.

Bremsen mit der kompletten Fußsohle
Wie beim Skifahren können auch beim Rodeln sehr hohe Geschwindigkeiten von etwa 30 km/h sowie Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 60 km/h erreicht werden. Ist die Rodelbahn hart und eisig, kann man mit normalen Winterschuhen – trotz richtiger Bremstechnik und gutem Profil – die Rodel nur sehr schwer  abbremsen. Schnelle, unkontrollierte Abfahrten und lange Bremswege sind die Folge. Für kontrolliertes Bremsen sollte im Sitzen der Fuß mit der kompletten Fußsohle dicht neben den Kufen auf die Bahn gesetzt werden. Noch besser gelingt das Abbremsen mit Spikes an den Schuhen, da sie auf Eis deutlich mehr Halt bieten.

Sicherster Platz für Kinder ist hinter dem Erwachsenen
Auch die Sitzposition beeinflusst das Verletzungsrisiko, wenn Kinder gemeinsam mit Erwachsenen rodeln: Crashtests des KFV und der Technischen Universität Graz zeigen, dass das Risiko für Kinder deutlich geringer ist, wenn sie hinter dem Erwachsenen sitzen. „Sitzt das Kind hinten, wirkt der Rücken der erwachsenen Person wie ein zusätzlicher Aufprallschutz – und ist naturgemäß nachgiebiger als beispielsweise ein Baum oder eine Liftsäule“, erklärt die Expertin. Gerodelt werden sollte zudem nur auf übersichtlichen, hindernisfreien Hängen ohne querende Wege, und mit einer Geschwindigkeit, bei der jederzeit kontrolliert angehalten werden kann.

KFV-Präventionstipps          

  • Schutzausrüstung verwenden        
    Tragen Sie bequeme Winterkleidung, hohe Schuhe mit gutem Profil, Helm, Brille und Handschuhe. Bei Nacht sind Stirnlampe und Reflektoren wichtig, um gesehen zu werden.
  • Achtung beim Rodeln mit Kindern! 
    Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt rodeln. Gerodelt werden sollte nur auf übersichtlichen, hindernisfreien Hängen ohne querende Wege.
  • Sichere Fahrweise wählen
    Passen Sie die Geschwindigkeit an Ihr Können und die Schneebedingungen an. Rodelkurse zahlen sich aus: Gute Fahr- und Bremstechnik sorgen für mehr Spaß und Sicherheit.
  • Die Art des Bremsens ist laut KFV-Tests ausschlaggebend        
    Den kürzesten Bremsweg (bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h) gibt es mit speziellen Rodelhandbremsen (7 Meter), dann folgen Aufkanten (8,7 Meter), das Bremsen mit Spikes an den Schuhen (10 Meter) sowie das Bremsen mit Winterschuhen (14,7 Meter).