Steinschlag im alpinen Gelände ein hohes Risiko

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Felssturz und Steinschlag sind im alpinen Gelände ein stetes Risiko – gerade bei Tauwetter und Regen.

Rund ums Jahr ist Steinschlag ein alpines Phänomen – und im Ernstfall lebensbedrohlich. Hier die wichtigsten Informationen für mehr Schutz und Sicherheit.

Seien Sie sich der Gefahr von oben stets bewusst.
Gerade im Frühjahr ist an Felswänden verstärkt mit Steinschlag zu rechnen. Die Ursache sind die natürlichen jahreszeitlichen Frost-Tau-Zyklen. Wasser dringt in Spalten und Klüfte von Felsen ein und gefriert dort. Gefrorenes Wasser hat ein größeres Volumen als flüssiges Wasser was dazu führt, dass das Eis den Felsen aufsprengt. Dies geschieht vor allem im Frühling, wenn es in der Nacht friert, tagsüber taut und in der Nacht wieder friert.

Starker Niederschlag, Frostwechsel, Erdbeben und oft auch Wanderer können ebenfalls Steinschläge mit Gesteinsbrocken von bis zu 1m3 verursachen. Übersteigen Gesteinsbrocken diese Größe, spricht man von Fels- bzw. sogar Bergstürzen.

Selbst kleine Steine können bei großen Fallhöhen tödliche Energie entwickeln. Besonders dann, wenn sie Wanderer ohne Schutzhelm treffen.

Der häufigste Auslöser für Steinschlag ist der Mensch.
Wanderer oder Bergsteiger, die auf offiziellen Wegen, im Klettersteig oder im offenen Gelände unterwegs sind und dabei Gesteinsmaterial in Bewegung bringen sind die größte Gefahr.

Restrisiko versus Eigenverantwortung
Jeder alpine Weg hat sein Zielpublikum. Die Wegerhalter beurteilen das jeweils vertretbare Risiko. So ist auf einem Klettersteig mit der Zielgruppe Bergsteiger ein deutlich höheres Risiko akzeptierbar als auf Familienwanderwegen oder in gesicherten Klammen mit touristischen Aktivitäten. Aber Achtung: Es besteht immer ein unvermeidbares Restrisiko. Nur eigenverantwortliches und umsichtiges Handeln kann dieses Risiko verringern.

Mit offenen Augen durch die Natur!
Gefährliche Streckenabschnitte erkennt man zumeist, wenn man mit offenen Augen durch die Natur geht. Die Empfehlung der ExpertInnen lautet daher: Lassen Sie Ihr Mobiltelefon lieber in der Tasche und sehen Sie sich Ihre Umgebung bewusst an! Erhöhte Vorsicht ist in Mulden und Rinnen angebracht, durch die Steine leicht abrutschen können. Stellen, an denen bereits loses Gesteinsmaterial liegt, sollten achtsam und zügig durchwandert werden. Schutzmaßnahmen ersetzen niemals richtiges Verhalten!

KFV-Tipps für mehr Sicherheit vor Steinschlag

  • Bleiben Sie stets auf markierten Wegen!
  • Beachten Sie Hinweise und Sperren von Behörden und alpinen Vereinen (AlpenvereinNaturfreundeÖsterreichischer Touristenklub)!
  • Bedenken Sie, dass auch bei Freigabe von Wanderwegen durch Behörden oder Vereine stets ein Restrisiko besteht!
  • Informieren Sie sich vor dem Aufbruch zu einer Wanderung beim Hüttenwirt oder bei entgegenkommenden Wanderern über mögliche Steinschläge!
  • Entdecken Sie im Gelände lose Steinpartien die leicht in Bewegung geraten könnten, informieren Sie die nächstgelegene Polizeidienststelle, einen alpinen Verein oder einen Hüttenwirt auf Ihrer Route.
  • Wohlgemerkt: Die größte Gefahr eines Steinschlags beim Wandern geht von anderen Wanderern aus. Sollten Sie selbst einen Stein lostreten, warnen Sie nachfolgende Wanderer mit dem lauten Ausruf „Stein!“
  • Achten Sie bei Querung gefährlicher Stellen immer auf die Umgebung, eventuelle akustische Warnsignale anderer Wanderer und mögliche Geräusche rollender Steine oder umknickender Vegetation!
  • Werfen Sie niemals Steine in die Tiefe und weisen Sie auch Kinder deutlich darauf hin, dies niemals zu tun!
  • Für erfahrene Bergfexe und Gipfelstürmer eine Selbstverständlichkeit: Tragen Sie beim Bergsteigen und Klettern stets einen geeigneten Schutzhelm!

Rollende Gefahr