Vorsicht beim Frühjahrsputz

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Jährlich verletzen sich rund 22.300 Personen beim Frühjahrsputz so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Einfache Präventionsmaßnahmen können zahlreiche Unfälle verhindern.

Wien, 19. März 2020. In vielen Haushalten ist der traditionelle Frühjahrsputz ein jährlicher Fixpunkt – eine Tätigkeit, die mitunter zwar als mühevoll, doch kaum als risikoreich wahrgenommen wird. Dabei verletzen sich rund 22.300 Personen jährlich bei Reinigungsarbeiten so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Am häufigsten kommt es dabei zu Knochenbrüchen (57 Prozent), Sehnen- und Muskelverletzungen (14 Prozent) sowie offenen Wunden (13 Prozent).

Unfallrisiko Sturz
Die Mehrzahl der Verletzungen im Haushalt (70 Prozent) wird durch Stürze hervorgerufen – vor allem für ältere Menschen stellen diese ein erhebliches Unfallrisiko dar: Etwa 38 Prozent aller tödlichen Seniorenunfälle sind Sturzunfälle. „Unabhängig vom Alter gilt: Verwenden Sie eine sichere Trittleiter mit rutschsicheren Standfüßen und Trittflächen sowie einer Möglichkeit zum Anhalten. Verwenden Sie Einrichtungsgegenstände nicht als Steighilfen und scheuen Sie sich nicht, für herausforderndere Tätigkeiten Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärt Dr. Ilona Schöppl, Leiterin des Bereichs Haushalts-, Freizeit- und Sportsicherheit im KFV. Auch zweckmäßige Kleidung kann zu mehr Sicherheit beitragen: Flaches Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen gibt sicheren Halt und reduziert das Risiko, zu stolpern oder auszurutschen.

Nicht nur sauber, sondern sicher
Der Frühjahrsputz ist zugleich auch der ideale Zeitpunkt, mögliche Gefahrenstellen im eigenen Haushalt zu identifizieren und zu beseitigen, bevor diese zu Unfällen oder Verletzungen führen können: „Nutzen Sie die Gelegenheit, im Zuge des Frühjahrsputzes Stolperfallen wie lose Kabel oder rutschende Teppiche zu beseitigen und die Einsatzbereitschaft von Feuerlöscher und Rauchwarnmeldern zu überprüfen“, rät Schöppl. Haushalte, in denen sich Kinder aufhalten, sollten kindersicher gestaltet sein und zudem ist darauf zu achten, alle Haushaltschemikalien stets sicher und für den Nachwuchs unerreichbar aufzubewahren.

KFV Expertentipps für einen sicheren Frühjahrsputz

  • Überanstrengung und Hektik erhöhen das Unfallrisiko. Planen Sie daher ausreichend Zeit für den Frühjahrsputz ein und legen Sie regelmäßige Pausen ein.
  • Eine sichere Leiter mit rutschsicheren Standfüßen und Trittflächen sollte in keinem Haushalt fehlen. Stühle, Tische oder andere Einrichtungsgegenstände sollten nicht als Steighilfen verwendet werden.
  • Vermeiden Sie herumliegende Gegenstände und Putzutensilien – diese sind potenzielle Stolperfallen.
  • Lesen Sie die Produktetiketten sorgfältig und befolgen Sie die Sicherheitsempfehlungen und -hinweise.
  • Bewahren Sie Haushaltschemikalien stets im Originalbehältnis auf. Die Produkthinweise enthalten wichtige Informationen für den Notfall.
  • Sorgen Sie beim Frühjahrsputz um nur für mehr Sauberkeit, sondern auch für mehr Sicherheit: Beseitigen Sie Stolperfallen wie lose Kabel oder rutschende Teppiche und überprüfen Sie die Einsatzbereitschaft von Feuerlöscher und Rauchwarnmeldern.

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