TRUST – Verkehrssicherheitskultur neu denken

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Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) koordiniert seit Mai 2025 das EU-geförderte Forschungsprojekt TRUST, das sich mit dem Konzept der Verkehrssicherheitskultur beschäftigt. Erstmals arbeiten führende internationale Forscher*innen und Expert*innen zusammen, um dieses innovative Paradigma systematisch zu entwickeln und nutzbar zu machen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Einstellungen, Überzeugungen und Wahrnehmungen das Verhalten im Verkehr beeinflussen.  Anknüpfend an den Safe-System-Ansatz, der die gemeinsame Verantwortung aller Akteur*innen im Verkehrssystem betont, erweitert TRUST den Blick um kulturelle Aspekte, die verantwortungsbewusstes Handeln fördern oder behindern. Nicht nur die Verkehrsteilnehmer*innen stehen also im Fokus, sondern insbesondere auch die gelebte Kultur in Institutionen und Unternehmen, die Verkehrssicherheit beeinflussen.

Ziele und Ansatz

Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer messbaren Definition von Verkehrssicherheitskultur, die in unterschiedlichen Kontexten angewendet und überprüft werden kann. Dazu wurden im ersten Projektjahr wichtige Grundlagen geschaffen:

  • Entwicklung einer wissenschaftlich fundierten Definition von „Verkehrssicherheitskultur“
  • Sammlung und Bewertung bestehender Maßnahmen mit kulturellem Fokus
  • Aufbereitung von Evidenz zum Zusammenhang zwischen Kultur und Verhalten
  • Erstellung eines Modells zur Erklärung kultureller Einflussfaktoren

Diese Basis ermöglicht es, gezieltere Interventionen zu entwickeln und ihre Wirkung messbar zu machen.

Pilotprojekte in ganz Europa

Die 13 europäischen Projektpartner arbeiten bis 2028 an 7 Piloten, in denen kulturbasierte Maßnahmen getestet und evaluiert werden. Dabei werden unterschiedliche Bereiche des Verkehrssystems einbezogen, darunter:

  • Gemeinden und regionale Verwaltung
  • Unternehmen mit Lenker*innen
  • Essenszustellung
  • Tourismusregionen
  • Fahrschulen
  • Verkehrs- und Mobilitätsbildung an Schulen

Das KFV übernimmt neben der Gesamtkoordination auch die Leitung des Piloten zur Entwicklung und Evaluierung von Unterrichtsmaterialien für Sekundarschulen in vier Ländern, aufbauend auf dem bewährten Konzept von Risi&Ko.

Die Umsetzung der Maßnahmen innerhalb der Pilotprojekte erfolgt zwischen Oktober 2026 und Juni 2027, wobei Themen wie Ablenkung, Geschwindigkeit und Schutzausrüstung im Fokus stehen – und sämtliche Verkehrsmodalitäten berücksichtigt werden. Auch die Anschlussfähigkeit an Maßnahmen und Initiativen aus dem Bereich Nachhaltigkeit werden dabei jeweils ausgelotet.

Europäische Plattform

Mit der TRUST-Plattform entsteht zudem eine zentrale europäische Anlaufstelle für alle Fragen rund um Verkehrssicherheitskultur.

https://trafficsafetyculture.eu