Der Bedarf an Schülerlots*innen wird durch die Unfallstatistik deutlich: Allein im vergangenen Jahr wurden 577 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren in Österreich bei Verkehrsunfällen auf dem Schulweg verletzt. Das Bundesministerium für Inneres (BMI), die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) rufen engagierte Personen dazu auf sich für das kommende Schuljahr als Schülerlots*innen zu melden. Auf schulwegsicherung.at finden Interessierte alle wichtigen Informationen.
Wien, 19. Juni 2026. Rund 6.000 Schüler- und Erwachsenenlots*innen engagieren sich derzeit freiwillig für die Schulwegsicherung in Österreich. Angesichts der zunehmenden Herausforderungen im Straßenverkehr braucht es vielerorts jedoch zusätzliche Unterstützung. Denn der Straßenverkehr wird immer komplexer: Viele Kinder sind durch Smartphones abgelenkt, Fahrzeuglenker*innen halten sich im Ortsgebiet oft nicht an Tempolimits und das beliebte „Elterntaxi“ vor den Schulen sorgt für unübersichtliche Verkehrssituationen.
Bundespolizeidirektor Michael Takács, BA MA MSc betont: „Die Polizei gewährleistet die Schulwegsicherung an besonders kritischen Stellen. Ein Höchstmaß an Sicherheit können wir aber nur gemeinsam erreichen – mit engagierten Menschen, die bereit sind, unsere jüngsten Verkehrsteilnehmenden auf ihren Schulwegen zu unterstützen.“
Engagement in jedem Alter möglich
Schülerlots*innen – meist Jugendliche ab der 7. Schulstufe – sorgen dafür, dass jüngere Schüler*innen sicher den Schutzweg überqueren können. Um sich selbst nicht zu gefährden, betreten sie die Fahrbahn erst, wenn die Fahrzeuge angehalten haben. Doch auch Erwachsenenlots*innen – auch bekannt als Schulwegpolizei oder Schulweglots*innen – können sich für diesen Dienst melden. Sie dürfen neben Schutzwegen auch andere Übergänge sichern. Im Unterschied zu Schülerlots*innen dürfen sie den Verkehr mithilfe eines Signalstabs auch aktiv auf der Fahrbahn anhalten.
Mag. (FH) Roland Pichler, Generaldirektor-Stellvertreter der AUVA dazu: „Viele Menschen wissen nicht, dass sie sich auch als Erwachsene für die Schulwegsicherung melden können. Wir möchten daher möglichst viele Jugendliche und Erwachsene dazu ermutigen, sich über diese verantwortungsvolle Aufgabe zu informieren und aktiv zu werden. Über die AUVA besteht während ihres Einsatzes auch ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz.“
Zahl der Schulwegunfälle ist gestiegen
Laut Auswertung der Daten von BMI und Statistik Austria durch das KFV verletzten sich im Jahr 2025 österreichweit 577 Schüler*innen im Alter von sechs bis 15 Jahren am Schulweg – das entspricht einem Anstieg von rund 28 Prozent gegenüber dem Jahr davor und ist zugleich der höchste Stand seit 2018. Im Jahr 2025 war zudem ein Todesopfer zu beklagen. Die meisten Unfälle am Schulweg passieren zu Fuß, immer häufiger werden jedoch auch Kinder bei Fahrrad- und E-Scooterunfällen verletzt.
KFV-Direktor Mag. Christian Schimanofsky erklärt: „Kinder nehmen ihre Umgebung anders wahr als Erwachsene. Sie können Gefahren oft noch nicht richtig einschätzen und reagieren spontaner auf Verkehrssituationen. Umso wichtiger sind sichere Rahmenbedingungen, wobei Schüler- und Erwachsenenlots*innen dazu einen wichtigen Beitrag leisten.“
Auf der Plattform schulwegsicherung.at informieren
Wer sich engagieren möchte, steht oft vor der Frage, wie man überhaupt Lots*in wird. Um Übersicht zu schaffen, haben das KFV und die AUVA gemeinsam mit der BMI-Initiative „Gemeinsam Sicher“ die digitale Plattform www.schulwegsicherung.at entwickelt. Sie bündelt erstmals bundeslandspezifische Regelungen, Handbücher, Erklärvideos und alle Schritte von der Ausbildung bis zur Bestellung der Ausrüstung. Interessierte finden dort alle Informationen, die sie für diesen wichtigen Dienst benötigen.






