122.800 Kinderunfälle in den Bereichen Verkehr, Haushalt und Freizeit ereigneten sich im Jahr 2019 in Österreich, bilanziert das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). 24 Kinder (vorläufige Zahl) starben im Jahr 2019 an den Folgen dieser Unfälle. Stürze aus geringen aber auch großen Höhen, Ertrinkungsunfälle und Straßenverkehrsunfälle sind jetzt und in den kommenden Monaten besonders große Gefahren für Kinder. Um auf die Risiken der Jüngsten aufmerksam zu machen, startet nun das KFV mit Unterstützung von Bundesministerin Leonore Gewessler (BMK) und dem Roten Kreuz eine Informationskampagne. Bewusstseinsbildung und gezielte Maßnahmen sollen die Sicherheit von Kindern in Österreich erhöhen.

 Wien, 13. Mai 2020. 122.800 Kinder verunfallten im Jahr 2019 in Österreich. Das bedeutet, dass alle vier Minuten ein Kind verunglückt, täglich im Durchschnitt rund 336 Kinder medizinisch behandelt werden müssen und alle zwei bis vier Wochen ein Kind in Österreich an den Folgen eines Unfalles stirbt. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken für Kinder. Sie sind – neben Krebserkrankungen – Todesursache Nr. 1 im Alter zwischen 0 und 14 Jahren.

„Die steigende Anzahl von Kinderunfällen ist besorgniserregend. Die Sicherheit von Kindern muss erhöht werden, es liegt an uns Erwachsenen, Kindern ein sicheres Lebensumfeld zu bieten. Im Straßenverkehr ist mir die Sicherheit ein ganz besonders großes Anliegen, hier müssen die Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmer noch besser geschützt werden. Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit erhöhen, sind wichtig: Dazu zählen Temporeduktionen, gerade dort wo viele Kinder unterwegs sind, und eine übersichtlichere Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur“, sagt Bundesministerin Leonore Gewessler.

Verkehrs-, Haushalts- und Freizeitunfälle: Alle 4 Minuten verunfallt ein Kind!
Zuletzt verzeichnete das KFV eine Steigerung von fast 85 Prozent bei den tödlichen Kinderunfällen zum Vorjahr (2019 – vorläufige Zahl: 24; 2018: 13). Bei der Zahl der schwerverletzten Kinder konnte in den letzten Jahren keine nennenswerte Reduktion erreicht werden (2019: 22.800). Nach einer merklichen Reduktion der Kinderunfälle in den Wochen der COVID-Ausgangsbeschränkungen nehmen schwere Verletzungen und leider auch die tödlichen Unfälle wieder zu. 

Initiative: Gemeinsam gegen Kinderunfälle
„In unseren Bemühungen, die Zahl verunfallter Kinder zu reduzieren, dürfen wir nicht nachlassen. Hier sind wir alle gefragt!“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Das KFV setzt in diesem Jahr besonders viele Kindersicherheitsschwerpunkte: So macht ab 13. Mai 2020 eine neue Informationskampagne mit Schwerpunkt auf Online-Medien in den nächsten Wochen auf die häufigsten und schwersten Gefahren für Kinder aufmerksam. „Das Ziel dieser Kampagne ist neben einer breiten Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung das Aufzeigen von konkreten Maßnahmen, durch die viele der schweren Unfälle verhindert werden können“, so Thann. Darüber hinaus startet das KFV ein Pilotprojekt in Gemeinden, in dem mit Hilfe eines Multiplikatoren-Netzwerkes – von Kindergärten und Schulen über Vereine und lokale Unternehmen – die Sicherheit von Kindern nachhaltig erhöht werden soll.

Die schwächsten Verkehrsteilnehmer besser schützen!
Mehr als die Hälfte der in Österreich tödlich verunglückten Kinder 2019 entfallen auf den Straßenverkehr. „Sichere Straßen für alle bedeutet auch sichere Straßen für Kinder. Gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer müssen mehr in den Fokus von Verkehrssicherheitsmaßnahmen gerückt werden. Es liegt an uns Erwachsenen, Kindern ein sicheres Lebensumfeld zu schaffen“, so Gewessler.

Erste Hilfe rettet Leben
„Kleine Verletzungen gehören zum Aufwachsen und der Entwicklung eines Kindes dazu und verheilen ja meist auch schnell. Um schwere Unfälle zu verhindern ist Prävention und die richtige Vorbereitung das um und Auf. Im Ausnahmefall bereit zu sein, kann im Ernstfall Leben retten. Erste-Hilfe-Kurse lohnen sich zu 100 Prozent!“, erklärt DI Peter Kaiser, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. Rund 74 Prozent der Unfälle ereignen sich zu Hause und in der Freizeit. Viele Unfälle sind Stürze oft auch verbunden mit schweren Blutungen. Viele dieser Unfälle ereignen sich direkt in der Wohnung also einem Bereich, auf den Eltern oder Aufsichtspersonen einen direkten Einfluss haben.

Initiative gegen Kinderunfälle: VISION ZERO 2020: Kinderunfälle sind vermeidbar!
Kein durch einen Unfall getötetes Kind mehr in Österreich – so lautet das ehrgeizige Ziel der von KFV ins Leben gerufenen Initiative „Vision Zero“. Gezielte Informationen und verstärkte Aktionen sollen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten steigern.

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