Hände weg von illegalen Silvester-Böllern!

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Es ist wieder soweit, ein Jahr neigt sich dem Ende zu und ein neues beginnt. Auch heuer werden Millionen von Menschen das neue Jahr mit einem Glas Sekt, Raketen und einer Menge Krach begrüßen. Tausende Raketen werden abgeschossen und zahlreiche Österreicher werden diesen Abend im Spital verbringen.

Jedes Jahr verletzten sich um die Weihnachtszeit und Silvester rund 200 Österreicher beim Abschuss von Raketen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Am meisten von Verletzungen betroffen sind Hände und Finger. Mit offenen Wunden, Verbrennungen, abgetrennten Fingern oder zerfetzten Händen und noch viel schwerwiegenderen Verletzungen werden sie im Spital eingeliefert. Manchmal enden solche Abenteuer auch tödlich.

Dabei könnte man mit wenig Aufwand und ein bisschen mehr Vorsicht und Vernunft viele Pyrotechnikunfälle vermeiden. Man muss nur ein paar Sicherheitsvorkehrungen treffen und verantwortungsbewusst handeln.

Bereits vor Weihnachten beginnt der Verkauf von Pyrotechnik, der vor allem von der männlichen Bevölkerung bereits mit Spannung und Vorfreude erwartet wird. Bei aller Euphorie sollte man beim Kauf von Pyrotechnik nicht auf die Sicherheit vergessen. Achten Sie beim Kauf immer darauf, dass die Produkte ein CE-Prüfzeichen haben. Sollte dieses fehlen, dann Hände weg davon.

Die häufigste Unfallursache im Zusammenhang mit Pyrotechnik sind Fehleinschätzungen.

Speziell junge Menschen unterschätzen oft die Gefahr, die von Feuerwerkskörpern ausgeht. Ihnen fehlt sowohl das Wissen über den richtigen Umgang mit den Feuerwerkskörpern als auch das Gefahrenbewusstsein.

Oft kommt es zu vorzeitigem oder auch verzögertem „Losgehen“ der Knallkörper sowie Raketen und damit zu einer potentiellen Gefahrensituation, wenn man sich dem Knallkörper oder der Rakete nähert um zu schauen, was los ist.

KFV-Sicherheitstipps für Raketenschießer

  • Kaufen Sie Feuerwerksartikel nur im Fachhandel und achten Sie auf die vorgeschriebene Kennzeichnung. Schweizer Kracher, die einen Blitzknallsatz enthalten, dürfen seit 2016 nicht mehr verwendet werden.
  • Lagern Sie Raketen bis zur Silvesternacht an einem kühlen und trockenen Ort.
  • Lesen Sie die Gebrauchsanleitung.
  • Feuern Sie im alkoholisierten Zustand keine pyrotechnischen Artikel ab.
  • Halten Sie immer einen Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher bereit.
  • Beachten Sie, dass die Verwendung von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 im Ortsgebiet ganzjährig verboten ist.

KFV-Sicherheitstipps für Zuschauer

  • Verfolgen Sie das Geschehen sicherheitshalber nur aus größerer Entfernung.
  • Halten Sie sich keinesfalls in Schussrichtung der Raketen auf.
  • Halten Sie Handtaschen geschlossen, achten Sie auf Kapuzen, Raketen und Knallkörper könnten die Kleidung entzünden.
  • Schließen Sie Fenster, Balkon- und Haustüren, damit „Irrläufer“ nicht in die Wohnung oder in das Haus eindringen und dort Brände verursachen können.
  • Lagern Sie in unmittelbarer Nähe des Hauses keine (leicht) brennbaren Materialien, welche durch Irrläufer entzündet werden können.
  • Brennbare Materialien auf Loggien und Balkonen sind durch Irrläufer besonders gefährdet.

Das sind die 5 größten Fehler im Umgang mit pyrotechnischen Produkten:

  • Kauf und Verwendung nicht zugelassener Produkte: Das kann für Sie oder andere Personen lebensbedrohlich sein.
  • Zu geringe Sicherheitsabstände zu anderen Personen und Objekten: Für jedes pyrotechnische Produkt gibt es einen erforderlichen Mindestsicherheitsabstand, der unbedingt eingehalten werden muss.
  • Ungeeignete Abschussvorrichtungen: Raketen niemals mit dem Stab in den Erdboden oder in einzeln stehende Flaschen stecken.
  • Zu nahe am Körper zünden: Anzünden immer mit möglichst großem Körperabstand.
  • Noch einmal probieren: Pyrotechnische Versager („Blindgänger“) niemals ein zweites Mal anzünden, weiterverwenden oder gar nachsehen, was denn da los ist.