Wandern und Bergsteigen mit Kindern sind ideale Verbindungen aus Naturerlebnis, Bewegung und gemeinsamer Zeit mit der Familie. Damit die Tour jedoch für alle zum sicheren Vergnügen wird, gilt es einige Dinge zu beachten.

Tourenauswahl

Als Grundsatz gilt stets: Gehzeiten und Schwierigkeit der Tour müssen sich an Alter und Leistungsvermögen der Kinder orientieren. Eintönige Wanderungen wirken sich entsprechend auf die Motivation aus – zu schwere Routen hingegen können für Kinder und Betreuungspersonen zu einer gefährlichen Strapaze werden.

Für Kinder stehen Gipfelsiege nicht im Vordergrund – ein See, eine Alm mit Tieren oder eine Hütte stellen für kleine Wanderer lohnendere Ziele dar. Und richtig interessant sind erst die unzähligen Entdeckungen am Weg!

Tourenplanung

Eine gründliche Planung der Wanderung ist unerlässlich – freilich auch ohne Kinder, aber mit umso mehr! Durch eine solide Tourenplanung lassen sich Gefahrenquellen schon vorab erkennen, vermeiden und dadurch das Unfallrisiko drastisch reduzieren.

(Foto: Mayrhofer/KFV)

Der Wetterbericht als wesentlicher Bestandteil der Planung: Stabile Wetterbedingungen sind zentrale Voraussetzung für eine sichere und entspannte Tour!

Legen Sie Ihre Wanderroute so, dass auch unterwegs Tourenänderungen und eine Rückkehr leicht möglich sind.

Informieren Sie sich detailliert über die ausgewählte Tour: Distanz, Höhenmeter, Gehzeit, Beschaffenheit des Weges, Schwierigkeit und mögliche steile oder ausgesetzte Passagen müssen vor dem Start bekannt sein.

Kinder ermüden schneller und haben weniger Energiereserven, sind aber schneller wieder fit. Deshalb gilt es, häufiger Pausen einzulegen – diese müssen in die Planung großzügig eingerechnet werden. Bedenken Sie: Kinder erholen sich nicht unbedingt im Sitzen, sondern während dem freien Spiel. Planen Sie also bewusst genug Zeit für regelmäßige Spielpausen und eine verdiente Jause ein.

(Foto: Mayrhofer/KFV)

Ausrüstung

Tragen Sie selbst helle, gut sichtbare Kleidung und kleiden Sie auch Ihre Kinder in auffälligen Farben ein. Damit ist allen geholfen, sich gegenseitig schnell zu finden und im Auge zu behalten – im bewaldeten Gebiet ist dies oftmals gar nicht so einfach!

Entsprechendes Schuhwerk sollte
selbstverständlich sein. Wesentliche Kriterien für geeignete Wanderschuhe sind eine Anti-Rutsch-Sohle mit gutem Grip und hohe Stabilität im Knöchelbereich – immerhin ist die häufigste Verletzung beim Wandern der Knöchelbruch! Wenig geeignet sind hingegen Schuhe mit offenen Zehen – vor allem im Wald und auf steinigen Wegen.

Kinder erhitzen schneller, kühlen aber auch leichter aus. Achten Sie auf ausreichenden Wind-, Kälte- und Wetterschutz.

Egal ob Sommerwanderung im Wald oder Bergtour im Frühling: Sonnenschutz bestehend aus Sonnencreme, Kopfbedeckung und Sonnenbrille ist ein Muss!

Für den Fall der Fälle: Erste-Hilfe-Material inklusive Foliendecke sowie ein Handy sollten in keinem Wanderrucksack fehlen.

Eine Notwendigkeit und zudem wesentlicher Motivationsfaktor: ausreichend Proviant! Vor allem an Flüssigkeit darf es nicht fehlen, da es sonst schnell zu Ermüdung, Trittunsicherheit und erhöhter Unfallgefahr kommt.

Sicher unterwegs

(Foto: Mayrhofer/KFV)

Einfach und doch so wichtig:
Bleiben Sie stets auf markierten Wegen!

Lassen Sie Kinder auch alleine laufen und Entdeckungen machen – jedoch nur im sicheren, überschaubaren Gelände.

Kommen Sie an ausgesetzte
Passagen oder Hangquerungen, gilt: Kinder an der Weginnenseite laufen lassen und an der Hand nehmen. Bei steilen Aufstiegen gehen Erwachsene hinter den Kindern, um sie im Falle des Sturzes abzufangen.

Betreuungspersonen sollte klar sein, dass Kinder Gefahren noch nicht gut einschätzen können. Vermitteln Sie ihnen vorab wesentliche Regeln. Dazu gehört: „Schauen, nicht angreifen“ (oder gar essen) – dies schützt nicht nur vor Vergiftungen, sondern auch die Natur.

Abstieg & Rückweg

Kinder laufen gerne – vor allem im Abstieg! Dementsprechend passieren dabei auch die häufigsten Unfälle. Gehen Sie in diesem Fall oder bei steilen Abstiegspassagen als Erwachsener vor, um die kleinen Wanderer einzubremsen.

Bei all den Sicherheitstipps bleibt dennoch klar: So groß die Verantwortung mit Kindern am Wanderweg auch ist, so bereichernd sind auch die gemeinsamen Erlebnisse, die dadurch gewonnen werden.