Berg-Boom: Wichtige Verhaltenstipps für mehr Sicherheit am Berg

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Ehrliche Selbsteinschätzung, eine sorgfältige Tourenplanung, geeignete Ausrüstung, Informationen zur Wetterlage, ausreichend Verpflegung sowie die Notrufnummer 140 im Handy: Das KFV appelliert gemeinsam mit dem Österreichischen Bergrettungsdienst ÖBRD, dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit ÖKAS und der Alpinpolizei die Risiken am Berg ernst zu nehmen und für mehr Sicherheit am Berg zu sorgen.

Bereits 2020 zog es die Menschen aufgrund der Corona-Pandemie vermehrt auf Österreichs Berge. Ein Trend, der sich höchstwahrscheinlich auch in dieser Saison fortsetzen wird. Wie aus der aktuellen Alpinunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS) / BM.I Alpinpolizei hervorgeht, sind jährlich mehrere Tausend Rettungseinsätze in Österreichs Bergen notwendig. Allein im vergangenen Jahr verletzten sich 7.466 Menschen so schwer, dass sie gerettet werden mussten – etwa 500 Verletzte mehr als im Vorjahr 2019. 261 Menschen kamen aufgrund von Alpinunfällen sogar ums Leben. Zudem kennt  jeder siebente Bergwanderer seine gewählte Route nicht ausreichend. Dies ergab eine Umfrage des KFVs mit 700 Teilnehmer*innen.

Das KFV rät allen Bergsportbegeisterten dringend, vor jeder Bergtour einige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um so nicht unnötige Risiken einzugehen.

Die Sicherheitstipps im Detail:

– Selbsteinschätzung
Schätze dein Können und deine Kräfte sowie jene der Begleiter, insbesondere von Kindern, ehrlich ein. Richte bei der Tourenplanung die Länge und die Schwierigkeit der Tour danach. Häufige Unfallursachen sind Übermüdung, Erschöpfung und Überforderung.

– Tourenplanung
Eine sorgfältige Tourenplanung verringert das Risiko von unliebsamen Überraschungen. Plane eine Alternative, falls sich die Bedingungen vor Ort so verändern, dass eine Durchführung der Tour zu gefährlich wäre. Passe dein Verhalten während der Tour den aktuellen Umständen an. Jemand sollte wissen, welche Tour du dir vornimmst und wann du deine Rückkehr geplant hast. Verirren führt oft zu aufwändigen, langwierigen und teuren Sucheinsätzen.

– Ausrüstung
Passe deine Ausrüstung an die Witterung sowie an die Dauer, Art und Schwierigkeit der Tour an. Orientierungsmittel und Notfallausrüstung wie Karten, Topos, Rucksackapotheke, Biwaksack, Handy mit vollem Akku, akustische/optische Signalmittel sowie Regenschutz und eine Lampe solltest du immer dabeihaben.
Zudem werden allen Bergsportbegeisterten Rettungsreflektoren empfohlen, die die Personensuche im Falle eines Unfalles oder einer Notlage deutlich vereinfachen können. Nähere Informationen dazu finden Sie >>hier

– Verpflegung
Gehaltvolle Nahrung, die den Magen nicht beschwert, ist der ideale Energiespender. Lege regelmäßig Pausen ein. Trinke ausreichend. Dehydration kann zu einer gefährlichen Schwächung des Kreislaufs führen.

– Wettereinschätzung
Hole schon bei der Tourenplanung Informationen von Wetter- und/oder Lawinenwarndiensten ein und beobachte die Wetterlage auch während der Tour ständig. Kehre bei einem Wettersturz rechtzeitig um bzw. suche Schutz. Nässe und Kälte führen rasch zu Unterkühlung und auch im Sommer schnell zu Leistungsverlust mit völliger Erschöpfung.

– Tempo
Das Tempo orientiert sich stets am schwächsten Mitglied einer Gruppe. Teile oder verlasse die Gruppe nie. Zu schnelles Gehen führt zu frühzeitiger Erschöpfung.

– 140 Berg-Rettungsnummer
Speichere die Nummer der Österreichischen Bergrettung in dein Handy. So hast du sie für den Fall der Fälle griffbereit und kannst schnellstmöglich handeln.