Anstieg der Einsätze: Bergrettung musste fast 10.000-mal ausrücken

94

Die rund 12.800 ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Österreichischen Bergrettung verzeichneten im Jahr 2023 einen Anstieg ihrer Einsätze um drei Prozent auf mehr als 9.600. Beim Netzwerksymposium „BergRETTUNG“ des Österreichischen Bergrettungsdienstes, das von den Präventionsinstituten KFV und dem ÖKAS mitveranstaltet wurde, haben zahlreiche in der alpinen Sicherheit tätige Organisationen über Strategien zur Optimierung und Eindämmung der Einsätze beraten.

Semmering, 17. Juni 2024. In den Bergen, vor allem wenn Menschen in Gefahr sind, zählt nicht wer du bist, sondern was du als Retter kannst. Unter diesem Motto diskutierten Experten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen neue Trends und Risiken und tauschten sich über Möglichkeiten der intensiveren Zusammenarbeit aus. Innenminister Mag. Gerhard Karner übermittelte Grußworte und betonte dabei, die Bedeutung der starken Vernetzung: „Der Einsatz der Bergrettung ist für Österreich unverzichtbar. Die rund 13.000 ehrenamtlichen Bergretter und Bergretterinnen sind 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr im Einsatz, um bei einem Unfall im unwegsamen Gelände Hilfe zu leisten. Für ihre Arbeit, ihr Engagement und die Leistungen, die täglich erbracht werden, gebührt ein großes Dankeschön.

Neben Vernetzung ist der stetige Ausbau von Präventionsmaßnahmen enorm wichtig, damit Notfälle erst gar nicht passieren und die Hilfsorganisationen entlastet werden“, so Dr. Franz Ruf, M.A., Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, der die Veranstaltung eröffnete.

273 Menschen konnten von der Bergrettung nur noch tot geborgen werden

Die Österreichische Bergrettung, die derzeit aus rund 12.800 ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, präsentierte am Semmering imposante Zahlen. Die Anzahl ihrer Einsätze ist 2023 um mehr als drei Prozent auf 9.658 gestiegen und die Anzahl der in den Bergen geborgenen Personen lag mit 9.997 sogar um elf Prozent über dem Vorjahresniveau. Stefan Hochstaffl. Präsident der Österreichischen Bergrettung erklärt dazu: „Wir freuen uns sehr, dass die Zahl unserer freiwilligen Mitglieder im Vorjahr neuerlich leicht gestiegen ist. Mehr als 9.658 Einsätze verzeichneten wir im Jahr 2023. 273 Menschen konnten leider nicht mehr lebend geborgen werden.“

Experten für alpine Sicherheit beim fachlichen Austausch © KFV

Zu den Diskussionspunkten am Semmering gehörte neben dem Thema „Kommunikation“ unter anderem auch das Thema „Peer-Stress“. „Professionelle Unterstützung nach belastenden Ereignissen ist für die Einsatzkräfte der Bergrettung ein besonders wichtiges Thema. In den nächsten Jahren gilt es, noch bestehende Berührungsängste weiter abzubauen und beständig diese wichtigen Inhalte zu implementieren“, so Ing. Martin Gurdet, MSc Bundesgeschäftsführer beim Österreichischer Bergrettungsdienst. 

Hohe Dunkelziffer an Unfällen und zielgenaue Präventionsarbeit

Neben den offiziellen Einsatzzahlen in den Bergen, gibt es noch eine hohe Dunkelziffer, weil nicht jede Verletzung polizeilich gemeldet wird bzw. einen Einsatz der Bergrettung nach sich zieht, wie Dr. Johanna Trauner-Karner, Bereichsleiterin des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV erläutert: „Um die hohe Dunkelziffer zu erfassen, führen wir regelmäßig Befragungen von Unfallopfern und Hochrechnungen durch. Daher wissen wir, dass allein beim Skifahren, Snowboarden, Wandern, Bergsteigen, Klettern und Mountainbiken pro Jahr insgesamt rund 47.000 Personen aus Österreich so schwer verletzt werden, dass sie in einer Ambulanz oder in einem Spital behandelt werden müssen.“

„Jeder Unfall ist einer zu viel. Prävention ist immer besser als Rettung“, so Dr. Peter Paal, Präsident des Österreichschein Kuratoriums für alpine Sicherheit. Die tausenden Einsatzzahlen der Bergungs- und Rettungsorganisationen unterstreichen die Größenordnung und Relevanz der Risiken am Berg.

Gesehen wurden u.a. Höhlenrettung, Flugrettung, Feuerwehr, Alpenverein, Alpinpolizei, das ÖKAS, das Österreichische Bundesheer und weitere wichtige Organisationen, die sich in Österreich für die Verbesserung der Sicherheit im alpinen Raum engagieren.

Presseaussendung .pdf