Fast jeder vierte Haushalt von Fahrrad-, E-Bike- oder E-Scooter-Diebstahl betroffen

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Nahezu jeder vierte Haushalt in Österreich war in den vergangenen fünf Jahren von einem Fahrrad-, E-Bike- oder E-Scooter-Diebstahl betroffen. Das zeigt eine aktuelle und für Österreich repräsentative KFV-Umfrage. Zugleich zeigen KFV-Tests, wie schnell ungenügend gesicherte Fahrzeuge zur Beute werden können: Handelsübliche Stahlseilschlösser lassen sich mit einem Bolzenschneider binnen 10 bis 30 Sekunden durchtrennen. Das KFV erklärt, welche Schutzmaßnahmen Diebe abschrecken und was nach einem Diebstahl wichtig ist.

Wien, 25. August 2026. Nach einem Diebstahl bleibt nicht nur der Frust über den Verlust – viele Betroffene glauben auch nicht daran, ihr Fahrzeug jemals wiederzusehen. Ein Drittel der von Fahrrad-, E-Bike- oder E-Scooter-Diebstahl betroffenen Personen erstattete nämlich keine Anzeige bei der Polizei, wie eine aktuelle Studie der Präventionsinstitution KFV zeigt. Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV erklärt dazu: „Mit ein Grund für die niedrige Anzeigenquote ist die geringe Erwartung, das Fahrzeug jemals zurückzubekommen. Am wenigsten Hoffnung haben Betroffene nach Fahrraddiebstählen, gefolgt von E-Bike- und E-Scooter-Diebstählen. E-Scooter verfügen immer öfter über elektronische Trackingmöglichkeiten. Das erleichtert nicht nur ihre Wiederauffindbarkeit, sondern dürfte auch Diebe abschrecken.“ Der Experte ermuntert Betroffene zudem, auch bei älteren Fahrzeugen Anzeige zu erstatten. Die Scheu davor dürfte ebenfalls zur niedrigen Anzeigenquote beitragen.

E-Bikes sind teurer als Fahrräder und werden daher oft besser gesichert
Fast jedem Vierten (rund 23 Prozent) der befragten Personen wurde in den letzten fünf Jahren entweder selbst ein Fahrrad-, E-Bike- oder E-Scooter gestohlen oder jemand anderem in ihrem Haushalt, wie die im Juni 2026 durchgeführte und für Österreich repräsentative KFV-Umfrage zeigt. Befragt wurden 1.520 Personen im Alter von 14 bis 79 Jahren. Rund 18 Prozent der Befragten wurde ihr Fahrrad gestohlen, 3 Prozent ihr E-Bike und 3 Prozent ihr E-Scooter. Tatsächlich kostet ein modernes E-Bikes oft deutlich mehr als ein für den Alltagsgebrauch bestimmtes Fahrrad. Daher werden diese oft auch besser gegen Diebstahl gesichert. Rund 77 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beim Abstellen ihres E-Bikes fast immer ein Schloss verwenden, bei Fahrrädern nutzen es 66 Prozent fast immer und bei E-Scootern gar nur 51 Prozent.

„Dünne Stahlseilschlösser konnten wir mit einem Bolzenschneider innerhalb von 10 bis 30 Sekunden durchtrennen“

Armin Kaltenegger
Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV © KFV/APA Fotoservice/Schedl

„Dass deutlich mehr Fahrräder als E-Bikes gestohlen werden, liegt einerseits daran, dass in Österreich nach wie vor wesentlich mehr klassische Fahrräder unterwegs sind. Andererseits zeigen frühere KFV-Befragungen von Einbrechern: Täter wählen häufig nicht die wertvollsten, sondern die am schlechtesten gesicherte Objekte aus. Dieses Prinzip dürfte auch bei Fahrraddiebstählen eine wichtige Rolle spielen“, so Dr. Kaltenegger. Am häufigsten werden Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter bei Bahnhöfen, Haltestellen oder Park-and-Ride-Anlagen (17%) gestohlen. Dahinter folgen öffentliche Flächen im Freien, etwa Straßen oder Gehsteige (15%), der Bereich vor Wohnhausanlagen bzw. Innenöfen (15%) sowie allgemeine Fahrrad- oder Abstellräume (14%). An fünfter Stelle stehen Geschäfte, Lokale oder Freizeiteinrichtungen (11%).

Einfache Schlösser sind in Sekunden geknackt
Ein hochwertiges Schloss kann entscheidend dazu beitragen, Diebe abzuschrecken. Unüberwindbar ist allerdings kein Schloss, wie KFV-Tests mit acht unterschiedlichen Schlossarten zeigen. „Dünne Stahlseilschlösser konnten wir mit einem Bolzenschneider innerhalb von 10 bis 30 Sekunden durchtrennen. Bei Rahmenschlössern benötigten wir mit einer Brechstange immerhin zwei bis drei Minuten. Den größten Widerstand gegen Bolzenschneider boten im Test Bügel-, Falt- und schwere Kettenschlösser“, so der KFV-Experte. Grundsätzlich gilt daher: „Je höher der Zeit- und Werkzeugaufwand, desto unattraktiver wird ein Fahrzeug für die Täter.“

Nur 47 Prozent bewahren den Kaufbeleg für ihr E-Bike auf
Nicht nur beim Schutz vor Diebstahl besteht Verbesserungspotenzial. Auch Vorkehrungen, die nach einem Diebstahl die Fahndung und Schadensabwicklung erleichtern, werden häufig vernachlässigt. Selbst bei E-Bikes, wo die Betroffenen vergleichsweise gut vorbereitet sind, bewahren nur 47 Prozent den Kaufbeleg auf. 37 Prozent haben die Rahmennummer notiert, 29 Prozent verfügen über eine Diebstahlversicherung, 27 Prozent entfernen nach dem Abstellen den Akku und 23 Prozent haben ihr E-Bike registrieren lassen. Bei Fahrrädern wurden in dieser Hinsicht sogar noch deutlich weniger Vorkehrungen getroffen.

KFV-Präventionstipps

  • Hochwertiges Schloss: Verwenden Sie ein robustes Bügel- oder Faltschloss.
  • Richtig absperren: Befestigen Sie den Rahmen mit dem Vorder- oder Hinterrad an einem festen Gegenstand. Nicht geeignet sind beispielsweise Zäune. Nehmen Sie abnehmbare Teile wie Akkus oder Lichter nach jedem Abstellen mit.
  • Sichere Abstellorte: Bevorzugen Sie bewachte Abstellorte oder zumindest gut einsehbare öffentliche Plätze. Aber auch in Innenräumen (Keller, Garagen…) sollte man das Fahrzeug mit einem Schloss an einem fest verankerten Gegenstand sichern.
  • Sicherheitstools: Wegfahrsperren können Diebstähle vereiteln. GPS-Tracker erhöhen nach dem Diebstahl die Chance der Wiederauffindbarkeit. Dies sollte man nicht nur beim Neukauf beachten, es gibt solche Tools auch zum Nachrüsten.
  • Sofort Anzeige erstatten: Nach einem Diebstahl ist rasches Handeln notwendig.
  • Kaufbeleg aufbewahren und vorab Fotos machen: Das erleichtert die Polizeiarbeit nach einem Diebstahl und hilft bei der Schadensabwicklung mit der Versicherung.
  • Rahmennummer notieren und Fahrzeug registrieren lassen: ebenfalls für die Polizeiarbeit.
  • Diebstahlversicherung abschließen: Prüfen Sie vorab, ob und in welcher Form Fahrrad-Diebstähle bereits durch bestehende Versicherungen (z.B. Haushaltsversicherung) gedeckt sind.

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