Schaurig, gruselig: Der Kürbis-Gefahrencheck

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Herbstzeit ist Kürbiszeit. Von Kürbissuppen, über Kürbis-Ragout bis hin zum Kürbis-Risotto ist das Fruchtgemüse in der kalten Jahreszeit aus der heimischen Küche kaum noch wegzudenken. Und auch dank Halloween schafft es der Kürbis mittlerweile in beinahe jeden Haushalt. Doch so hübsch und schmackhaft der Kürbis auch ist, in bestimmten Variationen birgt er auch einige Gefahren.

 

  1. Achtung giftig!

Ja, Kürbisse können unter gewissen Umständen giftig sein. Von süßlich-mild bis hin zu sehr nussigen Aromen schmeckt der Kürbis normalerweise unfassbar gut. Doch Kürbisse können auch bitter sein. Das liegt dann nicht an einer bestimmten Sorte, sondern an den sogenannten Cucurbitacin-Bitterstoffen, die ganz natürlich in den Urformen der Kürbisse, ebenso wie in Gurken und Zucchini, vorkommen. Diese Bitterstoffe wurden bei den typischen Speisekürbissen weitgehendst weggezüchtet, wodurch sie genießbar wurden. Dennoch lassen sie sich bei einem Naturprodukt nie vollkommen ausschließen. Auf jeden Fall vorhanden sind die Bitterstoffe bei Zierkürbissen. Zierkürbisse werden gezielt zur Dekoration und nicht für den Verzehr gezüchtet und enthalten daher die gefährlichen Bitterstoffe noch in hohem Maße. Bei größerem Verzehr würden sie beim Menschen zu den typischen Vergiftungssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen – im schlimmsten Fall sogar zum Tod.
Daher unser Sicherheitstipp: Vertrauen sie auf ihren Geschmack. In der Regel sind die Speisekürbisse bedenkenlos genießbar. Sollten sie dennoch einen deutlich bitteren Geschmack aufweisen, essen sie Kürbisse, Zucchini und Co. auf keinen Fall!

  1. Vorsicht: Verletzungsgefahr!

Halloween ist das Fest der schaurig, gruseligen Gestalten. Und auch wenn Kostüme mit blutverschmierter Kleidung, Messern in Menschen oder abgetrennten Gliedmaßen lustig erscheinen – es sollte bei einem Kostüm bleiben.
Laut KFV-Unfallstatistik verletzen sich jährlich mehrere Tausend Menschen bei Tätigkeiten mit scharfen Messern im Haushalt so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Im Vorjahr 2020 waren es rund 5.000 Personen. Fast alle Verletzungen betrafen dabei die Hand. Auch Unfälle durch beispielsweise die von Kindern sehr beliebte Halloween-Tradition des Kürbis-Schnitzens fallen in diese Statistik, wo mit scharfen Messern und Werkzeugen schaurig-gruselige Gesichter in die Kürbisse geschnitzt werden. Eine kurze Ablenkung oder Abrutschen reichen aus und schon landet das Messer in der eigenen Hand.

Denken Sie daher daran – Sicherheit geht vor:

  • Kinder nicht unbeaufsichtigt mit scharfen Gegenständen wie Messern arbeiten lassen
  • Kinder darauf aufmerksam machen, dass das Schnitzen mit scharfen Werkzeugen gefährlich ist
  • Langsam und sorgfältig arbeiten
  • Im besten Fall Schutzhandschuhe tragen
  1. Warnung: Horror-Feuer!

Bei Adventskränzen und Weihnachtsbäumen ist den meisten die potenzielle Brandgefahr bereits bewusst. Doch auch die Kürbisköpfe zu Halloween können einen Großbrand verursachen. Unbeaufsichtigt und mit Kerzen beleuchtet können sie sich schnell zu einem Horror-Feuer entwickeln und in kürzester Zeit eine ganze Wohnung in Brand setzen. Vor allem der „Künstler“-Tipp, Haarspray oder Acryllack zu verwenden, um den Halloweenkürbis länger haltbar zu machen, kann das Entstehen eines großen Feuers begünstigen.
Laut der bundesweiten Brandschadenstatistik werden jährlich durchschnitt über 1.150 Brände* (mit einem Brandschaden ab 2.000 Euro) durch offenes Feuer wie u. a. durch Kerzen verursacht. Aber auch kleinere Schäden, die nicht in dieser Statistik erfasst wurden, können der blanke Horror sein. Spielen sie daher zu Halloween lieber Süßes oder Saures und vermeiden Sie diese heiße Überraschung.

KFV Sicherheitstipps:

  • Lassen Sie offenes Feuer nie unbeaufsichtigt
  • Verzichten Sie auf Haarspray und andere leicht entzündbare Mitteln, um den Kürbis vor dem Dahinschrumpeln zu bewahren – lieber ein runzeliger Kürbiskopf, als ein Großbrand in der Wohnung
  • Verwenden Sie anstatt von Kerzen künstliches Licht – damit hält sich der fertig geschnitzte Halloweenkürbis auch länger
  • Kaufen Sie einen Feuerlöscher! Im Fall des Falles ist es vorteilhaft, wenn sie einen Feuerlöscher zuhause haben. Damit können sie kleine Feuer schnell selbst eindämmen. Zur Bekämpfung haushaltstypischer Brände eignet sich am besten ein alle zwei Jahre zu überprüfender Pulverlöscher – sein Löschpulver ist für Menschen völlig ungefährlich.

KFV Kürbis-Sicherheits-Tipp Nr. 1: Verwenden Sie Kürbisköpfe aus Ton: Die Brandgefahr ist äußerst gering, Verletzungsgefahr beim Schnitzen und keine Vergiftungsgefahr, weil unabsichtlich am Zierkürbis genascht wurde, sind nicht vorhanden.

*Durchschnittlicher Mittelwert von 2015-2019