- Unfallzahlen an Eisenbahnkreuzungen liegen 2025 unter dem Vorjahreswert
- Zahl der Eisenbahnkreuzungen seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert
- ÖBB setzen auf Sensibilisierung und Aufklärung der Verkehrsteilnehmer*innen
- Jede 4. Person hält vor Stopp-Schildern nicht vollständig an
Wien, 2. Juli 2026. Die Ferien stehen vor der Tür und damit auch viele lange Autofahrten in den Urlaub. Damit auch alle Verkehrsteilnehmer*innen wieder gesund nach Hause kommen, ist Vorsicht geboten – besonders bei Eisenbahnkreuzungen. Entscheidend ist das richtige Verhalten der Straßenverkehrsteilnehmer*innen an Eisenbahnkreuzungen, denn Züge können weder ausweichen noch plötzlich anhalten. Daher der Appell an die Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Autolenker*innen – „stehen bleiben, schauen und hören“ und erst dann die Eisenbahnkreuzung überqueren.
Die ÖBB investieren pro Jahr mehr als 25 Millionen Euro in sichere Eisenbahnkreuzungen sowie in deren Schließung und in Ersatzlösungen. Gab es im Jahr 2000 noch über 6.000 Eisenbahnkreuzungen, so wurde die Anzahl mit derzeit 2.874 im österreichischen Netz der ÖBB mehr als halbiert.
„Die Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen ist ein wesentlicher Bestandteil einer modernen Mobilitätsinfrastruktur. Durch gezielte Investitionen, moderne Sicherungstechnik und Bewusstseinsbildung konnten wir das Sicherheitsniveau in den vergangenen Jahren weiter erhöhen. Dennoch gilt: Jeder Unfall ist einer zu viel. Unser gemeinsames Ziel bleibt es, die Risiken weiter zu minimieren und das sichere Miteinander von Schiene und Straße zu stärken. Denn jeder vermiedene Unfall bedeutet mehr Sicherheit für die Menschen in unserem Land.“ sagt Mobilitätsminister Peter Hanke.
1.633 Eisenbahnkreuzungen, also die Mehrheit, sind technisch gesichert – entweder mit einem Lichtzeichen oder mit Schranken plus Lichtzeichen. Die restlichen Eisenbahnkreuzungen – meist wenig frequentierte – sind mit Stopptafel und Andreaskreuz gesichert. Die Art der Sicherung einer Eisenbahnkreuzung wird durch die Eisenbahnbehörde festgelegt. Aktuell werden 75 % der Kosten für den Umbau einer Eisenbahnkreuzung von Bund und ÖBB getragen, der restliche Anteil von Ländern und Gemeinden.
Generell gab es in den letzten Jahren eine kontinuierliche Reduktion der Unfallzahlen, trotzdem ist jeder Unfall einer zu viel. Im Jahr 2025 gab es in Österreich 50 Unfälle (2024: 52 Unfälle) auf Eisenbahnkreuzungen mit 5 Toten (2024: 3 Tote) und 17 Verletzten (2024: 38 Verletzte) zu beklagen. Weiter zurückgeblickt zeigt dies einen langfristig positiven Trend: 2015 gab es noch 71 Unfälle.
In Wien kam es 2025 zu einem Unfall (keine Veränderung zu 2024), bei dem es zum Glück weder Verletzte noch Tote gab (2024: 1 Todesopfer).
„Am sichersten ist immer noch die Eisenbahnkreuzung, die es nicht gibt. Daher reduzieren wir Eisenbahnkreuzungen, wo immer es auch möglich ist, oder ersetzen diese durch Unter- oder Überführungen. Die Sicherheitsmaßnahmen der vergangenen Jahre haben bereits viel bewirkt, doch unser Anspruch ist klar: Jeder Unfall ist einer zu viel. Mit technischen Innovationen, gezielten Investitionen und verstärkter Bewusstseinsarbeit arbeiten wir konsequent daran, Risiken weiter zu minimieren und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer nachhaltig zu erhöhen,“ sagt ÖBB CEO Andreas Matthä.
Gewohnheit macht blind
Damit das Sicherheitsniveau weiter steigt und Unfälle vermieden werden, wird laufend in die technische Sicherung der Bahnübergänge investiert und gleichzeitig an die Verkehrsteilnehmer*innen appelliert, sich des Risikos auf Eisenbahnkreuzungen bewusst zu sein und sich unbedingt regelkonform zu verhalten. Denn die häufigsten Unfallursachen sind die Nichtbeachtung von Stopptafeln und Lichtzeichen, Unachtsamkeit und Ablenkung. Auch Gewohnheit macht blind:
„Gerade ortsansässige Personen, die täglich Eisenbahnkreuzungen queren, sind besonders gefährdet. Ignorieren Verkehrsteilnehmer*innen Stopptafeln oder Lichtzeichenanlagen mit oder ohne Schranken an Eisenbahnkreuzungen, endet das oftmals böse, denn Züge können weder ausweichen noch zeitgerecht vor einem plötzlich auftretenden Hindernis stehen bleiben“, so KFV-Direktor Mag. Christian Schimanofsky.
Jede vierte Person hält vor Stopp-Schildern nicht vollständig an
Wie wichtig das richtige Verhalten an Eisenbahnkreuzungen ist, zeigen auch die Ergebnisse einer Verhaltensbeobachtung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) aus 2025 und 2026. An verschiedenen Eisenbahnkreuzungen (nicht technisch gesicherte oder mit Lichtzeichenanlage ohne Schranken gesicherte Bahnübergänge) wurden in Österreich insgesamt rund 3.000 Kraftfahrzeuge beobachtet. Rund 75 Prozent der beobachteten Lenkenden hielten an Stopptafeln vor Bahnübergängen vollständig an, wie es vorgeschrieben ist. Rund 20 Prozent reduzierten zwar die Geschwindigkeit, blieben aber nicht stehen. Fünf Prozent überquerten die Eisenbahnkreuzung sogar ohne sichtbare Temporeduktion. Auch bei nur mit Lichtzeichenanlagen gesicherten Übergängen zeigt sich ein ähnliches Verhalten. Bei rotem Lichtzeichen halten rund 80 Prozent vorschriftsmäßig an, jedoch bleiben zwei von zehn Personen nicht stehen.
Maßnahmenbündel für mehr Sicherheit
Um noch mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer*innen zu gewährleisten, werden seitens ÖBB verschiedenste Maßnahmen umgesetzt: Neben der kontinuierlichen Auflassung wird auch die Sicherung von behördlich ausgewählten Eisenbahnkreuzungen aufgerüstet. Zusätzlich gibt es an rund hundert Standorten eine Überwachung, ob Verkehrsteilnehmer*innen das Rotlicht von Lichtzeichenanlagen beachten. Die Überwachungsergebnisse gehen an die Polizei. Da sich in sehr vielen Fällen die Verkehrsteilnehmer*innen – wie die KFV-Beobachtungen zeigen – nicht regelkonform verhalten bzw. das Risiko auf Bahnübergängen – wie beispielsweise die Länge des Bremsweges eines Zuges – unterschätzen, wird auch weiterhin auf eine breite Sensibilisierung für die Gefahren gesetzt: Sicherheitskampagnen, vor allem auch in Schulen, Plakate an Bahnhöfen und Kooperationen mit Partner*innen wie ÖAMTC, ARBÖ und Fahrschulen setzen hier an. Die Sicherheitskampagne „Pass auf dich auf“ möchte eine junge Zielgruppe für die Gefahren im Bahnverkehr sensibilisieren. (Infos auf www.passaufdichauf.at). Auf der Seite infrastruktur.oebb.at/eisenbahnkreuzungen informieren die ÖBB umfassend über das Thema Eisenbahnkreuzungen, inklusive Videos (Crashsimulation, Bremstest, Interview mit Triebfahrzeugführern usw.).
Kontakt
Judith Winder
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation/Newsroom
Pressesprecherin
Telefon: +43 664 888 36 400
judith.winder@oebb.at
www.oebb.at






