KFV Schwimmstudie 2021: So schwimmt Österreich

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Das KFV hat in einer aktuellen Studie die Schwimmkompetenz in der österreichischen Wohnbevölkerung erhoben. Der Schwerpunkt der Befragung, die im April und Mai 2021 durchgeführt wurde, lag auf den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Schwimmkompetenz der Menschen, die in Österreich leben; im Speziellen auf die der Kinder.

Für die österreichrepräsentative Studie wurden 2.320 Personen ab 15 Jahren befragt. Aus diesen Interviews ergaben sich zusätzlich Auskünfte über 1.328 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren durch ihre Eltern.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass derzeit zwischen 7 und 8 Prozent der österreichischen Bevölkerung ab 5 Jahren – das sind zwischen 600.000 und 700.000 Personen – nicht schwimmen können. Rund 20 Prozent der ÖsterreicherInnen ab 5 Jahren schätzen ihre Schwimmskills als (sehr) unsicher bis mittelmäßig ein.

Österreichweit können derzeit 162.000 Kinder (5-19 Jahre) – davon rund 132.000 Kinder im Alter von 5-9 Jahren – nicht schwimmen. Hinzu kommen 95.000 Kinder (5-19 Jahre) die nur (sehr) unsicher schwimmen können; davon 51.000 im Alter von 5-9 Jahren.

Infolge der Corona-Pandemie hatten viele Kinder nicht die Möglichkeit, Schwimmkurse im Rahmen des Schulsportunterrichts zu besuchen: Vor der Pandemie sind SchülerInnen im Alter bis 19 Jahre rd. 6.200.000 Stunden pro Semester geschwommen. Aufgrund der Pandemie sind rd. 4.200.000 Schwimmstunden pro Halbjahr oder geschätzte 8.400.000 Stunden im gesamten Jahr entfallen. Dem Schwimmunterricht im Rahmen des Schulsportes kommt eine besonders wichtige Bedeutung zu. So wird normalerweise sichergestellt, dass alle Kinder unabhängig ihrer sozialen Herkunft Zugang zu Schwimmkursen bekommen.
Rund ein Viertel der Kinder (23%) die bereits schwimmen können, hat in der Schule schwimmen gelernt; 7 Prozent der Kinder haben ausschließlich in der Schule schwimmen gelernt. Besonders stark angewiesen auf den Schwimmunterricht im Rahmen der Schule sind Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien.

Aufgrund der Corona-Pandemie gingen Kinder generell deutlich seltener schwimmen als in den  Jahren zuvor; viele sogar gar nicht (2021: 32 %, 2019: 14%). Wie die KFV-Schwimmstudie weiters zeigt, gab es nicht nur bei den Kindern eine große Veränderung bei der Intensität des Schwimmens, sondern auch bei den Erwachsenen: So hat sich der Anteil jener Erwachsener, die im vergangenen Jahr nie schwimmen gegangen sind, mehr als verdoppelt (2021: 44 %; 2019: 20 %). Wie in vielen anderen Bereichen verstärkte die Pandemie auch beim Thema Schwimmen die bereits bestehenden Unterschiede in den Bevölkerungsgruppen. Sozial schwächer gestellte Bevölkerungsgruppen hatten in den vergangenen Monaten die wenigsten Möglichkeiten schwimmen zu gehen.