Brandrisiko im Kinderzimmer

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Von überhitzten Akkus bis zum heimlichen Zündeln: Vermehrtes Elektronik-Spielzeug und kindlicher Forscherdrang lösen allzu oft Brandalarm aus. Geprüfte Produktqualität und elterliche Achtsamkeit sorgen für mehr Sicherheit. Hier die wichtigsten Infos & Tipps!

 Pro Jahr sterben in Österreich rund 30 Menschen bei Wohnungsbränden. Zumeist ist nur Sachschaden das Resultat von unkontrolliertem Feuer im Haus – dennoch rückt im Durchschnitt zehnmal täglich die Feuerwehr zu Löscheinsätzen in Wohnräumen aus. Vermehrte Elektronik im Haushalt, kindliche Neugier und elterliche Nachlässigkeit spielen dabei eine große Rolle. Die Zahlen der Statistik zeigen: Kinder unter 14 Jahren zählen zu den häufigsten Mitverursachern von Wohnungsbränden.

Das gefährliche Spiel mit dem Feuer
Fest steht: Kinder brauchen Rückzugsräume, in denen sie allein oder mit Freunden spielen können. Erwachsene müssen allerdings darauf achten, dass diese Zimmer keine Gefahren bergen. Zahlreiche Kinderzimmerbrände werden durch das Experimentieren mit offenem Feuer ausgelöst. Streichhölzer, Feuerzeuge, elektrische Zünder und andere Brandquellen, die Kinder zum Zündeln animieren, sind ohne elterliches Beisein tabu. Denn nur wenige Minuten reichen aus, um Bettzeug, Teppich und Vorhang in Vollbrand zu setzen.

Moderne Kinderwelt: mehr Elektronik, höhere Brandgefahr
Eine weitere Brandquelle in Wohn- und Schlafräumen sind defekte oder überhitzte elektronische Geräte. Vom Smartphone bis zur Spielkonsole: Kinder leben und spielen heute anders als noch vor einigen Jahren. Das populärste technische Gadget der 6- bis 13-Jährigen ist das Mobiltelefon, gefolgt von Spielkonsole und CD-Player. Die deutliche Zunahme elektronischer Geräte in Kinderzimmern erhöht leider auch die Brandgefahr.

Spielkonsole & Co.: Augen auf beim Kauf!
Mangelhafte Produktqualität und unsachgemäße Handhabung sind wesentliche Risikofaktoren. Zertifikate für geprüfte Sicherheit sind z. B. das GS-Zeichen, das VDE-Zeichen oder – speziell für Kinderspielzeug – das „spiel.gut-Siegel“. Diese Prüfzeichen garantieren die kontrollierte Sicherheit des jeweiligen Produkts durch unabhängige Prüfinstitute.

Gut zu wissen: Das vom Hersteller selbst am Produkt angebrachte CE-Zeichen dokumentiert nur die Erfüllung der gesetzlichen Mindestanforderungen – ohne weitere Überprüfung durch unabhängige Prüfstellen. Tipp: Augen auf beim Kauf! Achten Sie auf geprüfte Sicherheit und entsprechende Zertifikate!

Eine weitere Grundvoraussetzung für Sicherheit ist die sachgemäße Verwendung elektrischer und elektronischer Geräte. Tipp: Beachten Sie stets die Betriebsanleitung und schätzen Sie ab, ob Ihre Kids bei Computerspiel & Co. (noch) beaufsichtigt werden müssen.

Akkus und ihre Tücken
Technische Überlastung kann zu Kurzschlüssen und Bränden führen. Durch Überladen, aber auch durch Stöße und Stürze kann ein Lithium-Ionen-Akku beschädigt werden und einen Kurzschluss auslösen. Der Akku kann dabei Feuer fangen und sogar explodieren. Auch überhitzte Akkus entfachen Brände und Explosionen.

Tipp: Achten Sie auch beim Kauf von Akkus auf geprüfte Sicherheit!

Überlastete Mehrfachsteckdosen
Ein weiteres Problem beim Betrieb mehrerer elektronischer Geräte ist der hohe Bedarf an Stromanschlüssen. Durch Überlastung von Mehrfachsteckdosen steigt die Brandgefahr. Tipp: Stecken Sie nie zu viele Geräte an einzelne Mehrfachsteckdosen (Limit 3.500 Watt) an! Verwenden Sie keinesfalls beschädigte Kabel oder Stecker – diese können Schwelbrände auslösen und zu Rauchgasvergiftungen führen.

Überhitzte Lampen und Leuchten
17 Prozent der Kinderzimmerbrände entstehen durch überhitzte Leuchtmittel. Die größte Gefahr geht dabei von Hitzestau bei Abdeckung von Lichtquellen mit Tüchern oder Gardinen aus. Eine sichere Wahl – besonders im Kinderzimmer – sind daher LED-Lampen mit geringerer Wärmeentwicklung.

Mehr Sicherheit im Kinderzimmer – Tipps in Sachen Brandvermeidung

 Lebensretter Brandmelder & Feuerlöscher:

  • Installieren Sie Brandmelder! Hochwertige Brandmelder, bereits ab 20 Euro im Baumarkt erhältlich, sind eine lebensrettende Investition. Sie sorgen vor allem nachts, wenn geruchlose Rauchgase für Schlafende zur tödlichen Gefahr werden können, mit ihrer Alarmfunktion für ein großes Plus an Sicherheit.
  • Bewahren Sie stets einen Handfeuerlöscher in Nähe des Kinderzimmers auf!

Verhalten im Brandfall:

  • Richtiges Verhalten im Brandfall sollte mit Kindern vorweg besprochen und geübt werden.
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen sicheren Fluchtweg und vereinbaren Sie einen sicheren Treffpunkt außerhalb des Hauses!
  • Im Fall des Falles: Feuerwehr-Notruf: 122 

Thema Technik:

  • Verwenden Sie nur hochwertige, geprüfte technische Geräte, erkennbar an GS-, VDE- oder TÜV-Prüfzeichen!
  • Tauschen Sie beschädigte Akkus umgehend aus!
  • Setzen Sie Batterien keiner direkten Sonneneinstrahlung aus!
  • Entfernen Sie veraltete elektronische Geräte aus allen Wohnräumen! 

Stichwort Steckdosen:

  • Beachten Sie die Belastungsgrenzen von Steckdosen!
  • Verbinden Sie nicht mehrere Mehrfachsteckdosen miteinander!
  • Verstecken Sie Steckdosen nicht hinter Betten und Vorhängen!
  • Säubern Sie Steckdosenleisten regelmäßig von Hausstaub!
  • Schalten Sie nachts alle nicht benötigten elektr(on)ischen Geräte und Mehrfachsteckdosen aus!