33 Prozent der Kfz-Lenkenden blinken beim Verlassen des Kreisverkehrs nicht, wie eine Beobachtungsstudie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) in Österreich zeigt. Mit dem Fahrrad bzw. E-Scooter geben sogar 70 Prozent keine Handzeichen beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr bzw. blinken nicht. Dabei sind mehr als ein Viertel aller Verletzten bei Kreisverkehr-Unfällen auf E-Scootern bzw. Fahrrädern verunglückt. Korrektes Blinken hat zahlreiche Vorteile, betont das KFV: Es verbessert den Verkehrsfluss, senkt die Unfallgefahr und erhitzt auch nicht die Gemüter.
Wien, 04. August 2026. Um das Blinkverhalten an Kreisverkehren und Kreuzungen zu erheben, hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) rund 18.500 Beobachtungen in Österreich durchgeführt (Zeitraum: 26.09. bis 16.11.2025). Demnach blinkt jeder dritte Kfz-Lenkende (33%) bei Kreisverkehren falsch oder gar nicht. Bei herkömmlichen Kreuzungen liegt der Anteil der „Blink-Muffel“ bei 19 Prozent. Bei denjenigen, die laut KFV-Beobachtungen während des Lenkens eines Fahrzeugs essen, trinken oder rauchen, blinken beim Kreisverkehr 48 Prozent nicht. Wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert oder während der Fahrt am Handy tippt, blinkt sogar in 52 Prozent der beobachteten Fälle nicht.
Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV erklärt dazu: „Unachtsamkeit und Ablenkung sind nach Vorrangverletzungen und Rotlichtmissachtungen die zweithäufigsten Hauptunfallursachen bei Unfällen an Kreuzungen und Kreisverkehren. Daher raten wir dringend davon ab, während des Lenkens eines Fahrzeugs ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, Social-Media-Aktivitäten durchzuführen, Textnachrichten zu schreiben, zu lesen oder ähnliche ablenkende Tätigkeiten zu verrichten.“
Wichtig: Geblinkt wird beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr und nicht beim Einfahren
Der Verkehrssicherheitsexperte stellt auch ein häufiges Missverständnis klar: „Geblinkt werden muss beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr und nicht beim Einfahren. Das Blinken beim Verlassen des Kreisverkehrs ist auch deshalb so wichtig, weil es den Verkehrsfluss deutlich verbessert. Durch das Blinken können jene Fahrzeuge, die auf das Einfahren in den Kreisverkehr warten, viel besser einschätzen, ob sie losfahren können oder nicht. Durch korrektes Verhalten vermeidet man insbesondere an heißen Sommertagen aber auch ein Erhitzen der Gemüter.“
„Unachtsamkeit und Ablenkung sind nach Vorrangverletzungen und Rotlichtmissachtungen die zweithäufigsten Hauptunfallursachen bei Unfällen an Kreuzungen und Kreisverkehren“
Fahrräder bzw. E-Scooter bilden das Schlusslicht beim Blinken bzw. Handzeichen geben
Interessant ist auch die Aufschlüsselung des Blinkverhaltens an Kreisverkehren nach Fahrzeugarten. Bei den Lenkenden von leichten Fahrzeugen ist die Blinkmoral deutlich geringer als bei schweren Vehikeln, obwohl diese im Fall eines Unfalls deutlich verletzlicher sind: Bei Fahrrädern und E-Scootern – die gemeinsam erhoben wurden – verzichteten 70 Prozent auf das vorgeschriebene Handzeichen bzw. Blinken, gefolgt von Mopeds bzw. Motorrädern (40% nicht geblinkt), Pkw (33%), Lkw (24%) und Bussen (21%). Zugleich waren die Verletzten an Kreisverkehren in mehr als einem Viertel der Fälle (26%) mit Fahrrädern bzw. E-Scootern unterwegs. Nur bei Pkw liegt der Anteil bei Verletzten (Durchschnitt von 2023 bis 2025) mit 33 Prozent noch höher. Auch Moped- (18 Prozent) und Motorradfahrende (14 Prozent) sind sehr häufig unter den Verletzten zu finden.
Rund 1.000 Verunglückte auf Kreisverkehrsanlagen pro Jahr
Von den durchschnittlich mehr als 46.000 Verunglückten (Verletzten und Toten) pro Jahr auf Österreichs Straßen ereignen sich rund 1.000 auf Kreisverkehrsanlagen, wie eine Auswertung der Straßenverkehrsunfallstatistik 2023 bis 2025 durch das KFV zeigt. In absoluten Zahlen ist das recht viel. Gemessen am gesamten Unfallgeschehen passieren an Kreisverkehren aber vergleichsweise wenige Unfälle mit Personenschaden, zumal dort relativ langsam gefahren wird. Zum Vergleich: Bei herkömmlichen Kreuzungen verunglücken fast 15.000 Personen pro Jahr. Hauptunfallursache sind sowohl bei Kreisverkehren als auch bei Kreuzungen Vorrangverletzungen/Rotlichtmissachtungen. Umso wichtiger ist korrektes Blinkverhalten.
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