Vorsicht bei Glatteis: Beliebte Sneaker bei Senioren sind oft nicht rutschfest

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Eine aktuelle Studie des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV zeigt: Ausgerechnet jenes Schuhwerk, das von Senior*innen häufig getragen wird, bietet auf rutschigem Untergrund nur begrenzten Halt. Bei den derzeit eisigen Wetterbedingungen sollten Zufußgehende daher besonders vorsichtig sein. Das KFV empfiehlt bei Glatteis den sogenannten „Pinguingang“ sowie abnehmbare Gleitschutzsysteme, um die Sturzgefahr zu mindern.

Wien, 5. Februar 2026. Vereiste Wege führen im Winter häufig zu Unfällen: Laut KFV-Unfalldatenbank verletzen sich pro Jahr durchschnittlich 6.500 Menschen durch Stürze bei Glatteis so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die nach einem Unfall oft lang an den Folgen leiden. Sturzprophylaxe – darunter rutschfestes Schuhwerk – ist daher besonders wichtig. Doch wie eine Studie der Präventionsinstitution KFV zeigt, sind Schuhe, die bei älteren Menschen besonders beliebt sind, meist nicht für rutschige Wege ausgelegt.

Gängige Freizeitschuhe im Härtetest
In der sicherheitstechnischen Prüfstelle der AUVA wurden auf Initiative des KFV vier handelsübliche und bei Senioren beliebte Freizeitschuhe auf ihre Rutschfestigkeit getestet.* Der Test erfolgte nach dem Prüfverfahren für Arbeitsschuhe und stellt deutlich höhere Anforderungen an die Rutschhemmung, als es bei herkömmlichen Freizeitschuhen üblich ist. Es war also ein „echter Härtetest“ – mit einem eindeutigen Ergebnis: Alle vier Modelle erzielten niedrige Reibwerte und lagen klar unter den Grenzwerten der Norm für Arbeitsschuhe. Überraschend ist auch, dass ein Schuh mit besonders „griffig“ beworbener Sohle nicht besser abschnitt als die anderen Modelle.

Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV, gibt zu bedenken: „Die Tests zeigen deutlich, dass gängige Freizeitschuhe auf glatten, nassen oder schmierigen Böden oft nur begrenzten Halt bieten.“
Im Test wurden die Schuhe mit definierter Kraft über einen mit einer Art Seifenwasser benetzten Fliesenboden bewegt, um die Reibwerte zu ermitteln.

„Die Tests zeigen deutlich, dass gängige Freizeitschuhe auf glatten, nassen oder schmierigen Böden oft nur begrenzten Halt bieten.“

Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV © KFV/APA Fotoservice/Juhasz

Aktuelle Erhebung zeigt: Nur ein Drittel achtet auf rutschfeste Sohlen
Die vom KFV getesteten Schuhe wurden auf Basis der Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung des KFV unter 540 Personen ab 60 Jahren ausgewählt. 69 Prozent der Befragten gaben an im Alltag häufig Sportschuhe oder Sneaker zu tragen, weitere 35 Prozent bevorzugen Halbschuhe. Speziell entwickelte Schuhe zur Sturzprävention spielen im Alltag derzeit noch eine untergeordnete Rolle: Nur rund fünf Prozent haben angegeben, derartige Schuhe regelmäßig zu tragen. Jedoch können sich knapp drei Viertel der Befragten (74 Prozent) vorstellen, sich solche Spezialschuhe zu kaufen. Auf rutschfeste Schuhe achtet beim Schuhkauf nur ein Drittel (33%). Wichtigere Kriterien sind Bequemlichkeit (62%), Material/Qualität (41%) und der Preis (35%) –Mehrfachnennungen waren möglich.

„Auf glattem Eis sind zusätzlich abnehmbare Gleitschutzsysteme wie Grödel oder Spikes oft die beste Lösung“, so Dr. Trauner Karner.

Tipps: Angepasstes Gehverhalten und Gleitschutzsysteme, wie etwa Grödel
„Unfälle sind keine Zufälle, sondern haben erklär- und damit auch vermeidbare Ursachen. Eis ist aufgrund des geringen Reibungskoeffizienten zwischen Untergrund und Schuh besonders tückisch. Daher bieten weichere Gummisohlen auf nassen und eisigen Wegen sowie ein tiefes Profil meist deutlich mehr Halt als harte, glatte Sohlen. Doch das allein schützt nicht. Auf glattem Eis sind zusätzlich abnehmbare Gleitschutzsysteme wie Grödel oder Spikes oft die beste Lösung“, so Dr. Trauner Karner. Ein weiterer Tipp ist der sogenannte „Pinguingang“ bei Glatteis. Dabei tritt man mit nach außen gedrehten Zehenspitzen vollflächig auf, verlagert sein Gewicht leicht nach vorne für einen optimal stabilen Schwerpunkt und bewegt sich nur mit kleinen Schritten. Das mag etwas gewöhnungsbedürftig sein, kann die Sicherheit aber deutlich verbessern.

*Die Ergebnisse werden markenunabhängig dargestellt, da Ziel der Untersuchung nicht ein Produktvergleich, sondern die sicherheitstechnische Bewertung typischer Konstruktionsmerkmale ist.