20 Jahre Handyverbot – Ablenkung nach wie vor häufigste Unfallursache

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Am 1. Juli 1999 trat das gesetzliche Handyverbot am Steuer in Kraft und feiert heute seinen 20. Geburtstag. Ablenkung ist im österreichischen Straßenverkehr die Unfallursache Nummer 1.

Wien, 28. Juni 2019. Ein Blick auf die Verkehrsunfallstatistik zeigt: 38 Prozent aller Unfälle auf Österreichs Straßen sind auf Ablenkung oder Unachtsamkeit zurückzuführen. Damit ist Ablenkung nach wie vor die häufigste Unfallursache. „Viele Verkehrsteilnehmer unterschätzen das Ausmaß der Ablenkung, die ein kurzer Blick auf das Smartphone bewirkt. Das Verfassen einer Textnachricht dauert in etwa 5 Sekunden. Bei einer Geschwindigkeit von 50km/h legen Lenker somit pro Textnachricht 70 Meter im Blindflug zurück“, erläutert Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Recht & Normen im KFV. „Durch das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung steigt das Unfallrisiko für Lenker etwa um das Fünffache, durch das Schreiben von Textnachrichten sogar um das 23-fache.“ Dass das Unfallrisiko sowie die Zahl der Ablenkungsunfälle erhöht ist, beschränkt sich dabei nicht nur auf Kfz-Lenker: Auch bei Unfällen, die von Radfahrern verursacht werden, ist Ablenkung die Unfallursache Nummer 1.

Ablenkung führt zu längeren Reaktionszeiten & reduziertem Spurhaltevermögen
„Viele Verkehrsteilnehmer glauben, dass sie in der Lage sind im Straßenverkehr mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Doch Multitasking funktioniert in dieser Situation einfach nicht“, so Kaltenegger. Denn anstatt den vielfältigen Informationen und Anforderungen im Straßenverkehr die volle Aufmerksamkeit zu widmen, kommt es durch das Telefonieren oder Texten zu einer Reizüberflutung des Gehirns – was zu längeren Reaktionszeiten und reduziertem Spurhaltevermögen führt.

Interaktiv gegen Ablenkung
Um das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für die verschiedenen Gefahren zu schärfen bietet das KFV unter www.kfv.at/bildung-training/tools-tests/ interaktive Tools an, mit denen unterschiedlichste Gefahren und Risiken virtuell erlebt werden können. Mit dem Blindflugrechner können Interessierte beispielsweise testen, wie viele Meter sie während dem Tippen einer Whats-App-Nachricht zurücklegen. Das Tool „abgelenkt.at“ bietet die Möglichkeit, die Folgen und Risiken von Ablenkung im Straßenverkehr virtuell anhand von Filmen zu erleben. Das Spannende: Je nachdem wie sich der Protagonist im Straßenverkehr verhält je nachdem variieren die Handlungen und das Ende der Geschichte. www.ab-gelenkt.at zeigt, welche Folgen Ablenkung im Straßenverkehr haben kann. Und zeigt auch, dass Sicherheit das Ergebnis bewusster Entscheidungen ist: Konzentriere ich mich auf das Verkehrsgeschehen oder riskiere ich einige Meter im Blindflug?

Rückfragehinweis:
Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
Tel.: 05-77077-1919 I E-Mail: pr@kfv.at I www.kfv.at

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