KFV-Tag der Kindersicherheit 2024: Österreich muss kindersicher werden!

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Im Gustav Jäger Park in Wien veranstaltete das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) gemeinsam mit zahlreichen Partnern am 19. Juni erstmals den Tag der Kindersicherheit. Draußen erwartete kleine und große Besuchende Spiel, Spaß und viele Mitmachmöglichkeiten, um Sicherheit zu lernen und auszuprobieren. Daneben fand zeitgleich in den Räumlichkeiten des Technischen Museums der Child Safety Summit statt, bei dem Expert*innen aus u.a. Sicherheit und Gesundheit an Lösungen für ein gemeinsames Ziel arbeiteten: Österreich für Kinder sicherer zu gestalten.

Kindsein in Österreich ist noch nicht so sicher wie möglich, daher nicht sicher genug.

Mag. Christian Schimanofsky, Direktor des KFV © KFV/APA Fotoservice/Ben Leitner

Wien, 20. Juni 2024. Durchschnittlich 118.000 Kinder (0-14 Jahre, 10-Jahres-Durchschnitt, KFV IDB-Austria) werden jährlich in Österreich so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. „Kindsein in Österreich ist noch nicht so sicher wie möglich, daher nicht sicher genug. Es gibt noch viel zu tun, was Sicherheitsmaßnahmen zuhause betrifft, aber auch die Gestaltung der Infrastruktur. Dass es anders ginge, zeigen andere europäische Länder. Österreich hinkt hier abgeschlagen im Mittelfeld hinterher. Wir müssen unsere Präventionsmaßnahmen und Bewusstseinsbildung stärken, um die Sicherheit von Kindern in Österreich weiter zu erhöhen“, mahnt Mag. Christian Schimanofsky, KFV-Direktor. Anlässlich dieser enormen Zahlen hat das KFV den Tag der Kindersicherheit veranstaltet.

Mit dem ersten Tag der Kindersicherheit am 19. Juni in Wien und seinen zahlreichen Mitmachstationen setzen wir ein wichtiges Zeichen, um Österreich Schritt für Schritt kindersicher zu machen.

Erste Hilfe-Kurs für Kinder am Tag der Kindersicherheit 2024 © KFV/APA Fotoservice/Ben Leitner

Das war der Tag der Kindersicherheit 2024
In mehr als 20 Mitmach- und Infostationen hatten große und kleine Besuchende die Möglichkeit, Gefahren und Risiken im Verkehr, im Haushalt, beim Sport und in der Freizeit zu begreifen und Sicherheitsmaßnahmen auszuprobieren. Unter den zahlreichen Programmhighlights waren ein Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, ein Fahrrad- und Rollerparcours, die Vorstellung der HOPPALA-App, ein Training für den richtigen Umgang mit Hunden, Selbstrettungs-Tipps beim Baden und vieles mehr. Begeistert verfolgten die Besuchenden die Neu-Interpretation des HELMI-Lieds durch die Wiener Sängerknaben und waren „Feuer und Flamme“ beim Feuerwehr-Löschtraining.
Zu den teilnehmenden Organisationen zählten – neben dem KFV – ASFINAG, Arbeiter Samariterbund, AUVA, Bergrettung, FahrSicherRad, Hundetrainer & Tiere helfen Leben, Mobilitätsagentur Wien, OkiDoki Kinderschminken, ÖAMTC, ÖBB, Österreichische Wasserrettung, PUK – Feuerwehr Löschtraining, Radlobby, Rotes Kreuz & Jugendrotkreuz, Verkehrspolizei Wien, Wiener Linien, Wiener Sängerknaben und Wohnservice Wien. Auch Kindheitsheld und Sicherheitsexperte HELMI unterstützte den Tag.

Es gab auch einen Rollerparcours. © KFV/APA Fotoservice/Ben Leitner

Jedes 11. Kind in Österreich verunfallt spitalsreif (0-14 Jahre)
Während des Tags der Kindersicherheit draußen wurde in den Räumlichkeiten des Technischen Museums mit insgesamt über 140 Expert*innen in Break Out Sessions zu Ertrinkungsprävention, Online-Sicherheit, Straßenverkehrssicherheit sowie zu Bewusstseins- und Präventionsarbeit an Lösungen und Konzepten für mehr Kindersicherheit gearbeitet. Von Impulsvorträgen und einer spannenden Podiumsdiskussion wurden die Themen angeleitet. Der Child Safety Summit diente dabei als Plattform zum Austausch zwischen Personen, Organisationen und Institutionen, deren Anliegen Sicherheit und Unfallprävention sind.

Eine Art, um Prävention daher greifbarer und zugänglicher zu machen, ist es Prävention buchstäblich angreifen zu können und Hürden abzubauen.

Erster Hilfe-Kurs für Kinder: Herzdruckmassage lernen und ausprobieren © KFV/APA Fotoservice/Ben Leitner

Kindersicheres Österreich?
Dass Bewusstseinsarbeit verstärkt notwendig ist, verdeutlicht eine Erhebung des KFV. Das Gefahrenbewusstsein der Befragten deckte sich darin nicht mit der tatsächlichen Gefahrenlage für Kinder: Der Verkehr wurde von den befragten Erziehungsberechtigten als größte Gefahrenquelle wahrgenommen. Die häufigsten Unfälle passieren im 10-Jahresdurchschnitt jedoch tatsächlich im Haushalt (41%), in der Freizeit und beim Sport (36%) sowie auch in der Schule (18%). Verkehrsunfälle machen mit 5 Prozent einen recht kleinen Anteil am Unfallgeschehen mit Verletzungsfolge für Kinder in Österreich aus, die Unfallschwere ist hingegen etwas höher. Das KFV ortet daher dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich der Gefahrenwahrnehmung im Haushalt- und Freizeitbereich: Die Unfallgefahr wird in diesen Bereichen enorm unterschätzt. Maßnahmen müssen daher gesetzt werden, um die Zahl der Kinder, die nach einem Unfall in einem Spital behandelt werden müssen, in der Zukunft maßgeblich zu senken: „Kein Kind soll mehr bei einem Unfall sterben oder sich schwer verletzen. Eine Art, um Prävention daher greifbarer und zugänglicher zu machen, ist es Prävention buchstäblich angreifen zu können und Hürden abzubauen: Mit dem ersten Tag der Kindersicherheit am 19. Juni in Wien und seinen zahlreichen Mitmachstationen setzen wir ein wichtiges Zeichen, um Österreich Schritt für Schritt kindersicher zu machen“, so Mag. Schimanofsky.

Das war der Tag der Kindersicherheit 2024 © KFV/APA Fotoservice/Ben Leitner

Fotos Tag der Kindersicherheit, Abdruck honorarfrei
Bildmaterial: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/37230
Bildrechte: KFV/APA Fotoservice/Ben Leitner

Mehr Informationen zum Tag der Kindersicherheit: www.kfv.at/event/tag-der-kindersicherheit/

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