Im laufenden Jahr sind bereits mindestens zwei Todesopfer durch Lawinen zu beklagen – darunter ein 13-jähriger Bub. Zudem wurde von mehreren Verletzten berichtet. Die Fachabteilung Sport- und Freizeitsicherheit der Präventionsinstitution KFV warnt einmal mehr alle Wintersportelnden vor der aktuellen Lawinengefahr im alpinen Gelände.
Wien, 14. Jänner 2026. Lawinen sind nicht nur für Skitourengehende gefährlich. Auch bei Schneeschuhwanderungen, Variantenfahrten (Tiefschneeabfahrten im Skigebiet), beim Splitboarden (Tourenvariante für Snowboarder*innen) oder beim Winterbergsteigen sollte man besonders Vorsicht walten lassen. Wichtig sind neben der geeigneten Ausrüstung auch eine realistische Einschätzung der Gefahren.
„Die aktuellen Verhältnisse sind klare Lawinenverhältnisse. Das eigene Sicherheitsbewusstsein und Verhalten im alpinen Gelände ist ein maßgeblicher Sicherheitsfaktor“, so Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.
Durchschnittlich 19 Menschen sterben jedes Jahr aufgrund von Lawinen in Österreich, weitere 198 werden verletzt (Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit [ÖKAS], 10-Jahre-Mittel 2015-2024).
Zudem ist es wichtig zu wissen, dass alle Lawinenstufen eine gewisse Gefahr beschreiben.
„Warnstufe 3 zeigt demnach „erhebliche“ Gefahr an“, warnt Dr. Trauner-Karner.
Bei Stufe 3 ist die Schneedecke nur schwach verfestigt. Bereits eine geringe Zusatzbelastung wie eine einzelne Person kann Lawinen auslösen. Zudem entscheidet die Hangneigung.
Das Einhalten von Entlastungsabständen (plus 10 Meter), das Meiden von Hängen über 30 Grad (Stop-or-Go-Methode des Österreichischen Alpenvereins) sowie die Abfahrten einzeln vorzunehmen, gehören zu den wichtigsten Verhaltensweisen, um das Risiko von Lawinenunfällen zu reduzieren. Doch auch gut ausgerüstete Profis sollten sich nicht in falscher Sicherheit wiegen:
„Das zeigen wir in unserer aktuellen Kampagne „Profis in der Lawine“ mit den Geschichten verschiedener erfahrener Freerider. Auch die beste Ausrüstung und profundes Wissen sind keine Garantie, nicht in eine Lawine zu kommen“, erklärt die Expertin.
Die Wintersportwelt betrauert aktuell den Tod des Schweizers Ueli Kestenholz, der bei einem Lawinenunglück am Sonntag in der Schweiz sein Leben verlor.
Tipps rund um Alpinunfälle:
Planen Sie Touren mit Sorgfalt und beobachten Sie die Bedingungen auch während der Tour! Achten Sie neben der Gruppengröße auch auf den Lawinenlagebericht, das Wetter, die Steilheit des Geländes sowie die Tourenlänge. Im Zweifelsfall geht Sicherheit vor.
Gehen Sie nur mit erfahrener Begleitung, am besten mit ausgewiesenen Expert*innen, auf Tour. Brechen Sie niemals alleine oder mit Gruppen, die Sie nicht kennen, auf.
Nehmen Sie Notfallausrüstung mit! LVS-Gerät, Schaufel, Sonde, Erste-Hilfe-Material, geladenes Mobiltelefon sowie ein Lawinen-Airbag können Leben retten. Trainieren Sie regelmäßig für den Ernstfall und frischen Sie Ihr Wissen auf. Überprüfen Sie Lawinenverschütteten-Suchgeräte vor jedem Tourstart auf Funktionstüchtigkeit. Im Notfall gilt es nach Verschütteten zu suchen und Hilfe zu leisten.
Bei einem Unfall: Wählen Sie den Notruf unter 112 (Polizei) oder 140 (Leitstelle Bergrettung). Beschreiben Sie: Wo ist der Unfallort? Was ist passiert? Wie viele Beteiligte? Wer ist der Anrufer bzw. die Anruferin? Speichern Sie die Nummer der Bergrettung ein.
Leisten Sie Erste Hilfe und schützen Sie vor Auskühlung.