KFV-Forschungspreis: Das sind die Siegerprojekte 2026

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Bereits zum siebten Mal traf sich eine achtköpfige Fachjury, um die eingereichten Forschungsprojekte zu bewerten. Von KI-gestützter Kinderunfallforschung über klimaresiliente Städte bis hin zu einer innovativen Atemhilfe bei Lawinenverschüttungen: Der KFV-Forschungspreis zeichnete heuer erneut wissenschaftliche Arbeiten aus, die neue Wege in der Unfallprävention aufzeigen und einen konkreten Beitrag zum Schutz von Menschen leisten.

 Wien, 15. Oktober 2026. Wie lassen sich Kinderunfälle mithilfe Künstlicher Intelligenz besser verstehen? Wie können Städte den zunehmenden Herausforderungen durch Starkregen begegnen? Und welche technologischen Innovationen können die Überlebenschancen bei Lawinenverschüttungen erhöhen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich die ausgezeichneten Projekte des KFV-Forschungspreises. Sie stehen beispielhaft für das Potenzial innovativer Forschung, die gesellschaftliche Herausforderungen aufgreift und neue Ansätze für mehr Sicherheit im Alltag entwickelt. „Unser Ziel ist es, innovative Forschung nicht nur auszuzeichnen, sondern auch ihre Umsetzung in die Praxis zu ermöglichen. Deshalb unterstützen wir die Gewinner*innen des KFV-Forschungspreises nicht nur finanziell, sondern bringen auch unsere Expertise und unser Netzwerk ein. Denn wir sind überzeugt, dass ihre Projekte großes Potenzial haben, die Sicherheit der Menschen nachhaltig zu verbessern“, erklärt Dr. Johanna Trauner-Karner, Geschäftsführerin des KFV.

Die prämierten Arbeiten spiegeln die Vielfalt aktueller Herausforderungen in der Sicherheitsforschung wider. Der zunehmende Einfluss des Klimawandels auf Lebensräume, neue technologische Möglichkeiten und der Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen erfordern innovative Lösungsansätze und ein fundiertes Verständnis von Risiken. Der KFV-Forschungspreis setzt genau hier an und zeichnet Projekte aus, die wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen zur Unfallverhütung und Schadensbegrenzung übersetzen.

Platz 1: Atemschutzsystem bei einer Lawinenverschüttung

Das Siegerprojekt von Dr. Frederik Eisendle aus der Medizinischen Universität in Innsbruck untersucht ein neuartiges Atemschutzsystem, das die Überlebenszeit bei vollständiger Lawinenverschüttung deutlich verlängern soll. Das im Rucksack mitgeführte Gerät leitet Luft aus dem Rückenbereich der verschütteten Person gezielt zu den Atemwegen und soll dadurch einen kritischen Sauerstoffabfall sowie eine gefährliche Kohlendioxid-Anreicherung verhindern bzw. hinauszögern.

Das Siegerprojekt von Dr. Frederik Eisendle aus der Medizinischen Universität in Innsbruck

Eine randomisierte klinische Feldstudie unter realitätsnahen Bedingungen zeigte vielversprechende Ergebnisse: Während die mediane Verschüttungsdauer in der Kontrollgruppe 6,4 Minuten betrug, lag sie bei Personen mit aktivem System bei 35 Minuten. Die Technologie kann damit wertvolle zusätzliche Zeit für die Rettung schaffen und künftig einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Überlebenschancen bei Lawinenunfällen leisten.

Platz 2: Klimaresiliente Modellierungsansätze urbaner Überflutungen

Das ausgezeichnete Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Städte besser vor zunehmenden Starkregenereignissen und den damit verbundenen Überflutungen geschützt werden können. Im Rahmen ihrer Dissertation entwickelte DI Dr. Martina Hauser auf der Universität Innsbruck computergestützte Modellierungsansätze, die theoretische Berechnungen und Simulationen mit realen Daten von Feuerwehreinsätzen verknüpfen. Das ausgezeichnete Projekt von DI Dr. Martina Hauser auf der Universität Innsbruck

Dadurch lassen sich besonders gefährdete Gebiete identifizieren und Präventionsmaßnahmen gezielt planen. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere sogenannte blau-grüne Infrastrukturen, etwa zusätzliche Grün- und Versickerungsflächen, Überflutungsrisiken und Schäden deutlich reduzieren können. Die Forschung liefert damit eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Kommunen, Planungsbehörden und Einsatzorganisationen, um Städte klimaresilienter zu gestalten und Menschen sowie Infrastruktur besser vor den Folgen von Starkregen zu schützen.

Platz 3: Steirisches Verletzungsregister

Das ausgezeichnete Forschungsprojekt von Mag. Dr. Peter Spitzer aus dem Forschungszentrum für Kinderunfälle in Graz nutzt Künstliche Intelligenz, um Unfallursachen und Risikofaktoren bei Kindern und Jugendlichen besser zu verstehen. Grundlage ist das Styrian Injury Surveillance System (StISS), in dem jährlich rund 140.000 Unfallpatient*innen in steirischen Krankenhäusern erfasst werden, darunter etwa 27.000 Kinder. Mithilfe KI-gestützter Sprach- und Textanalysen werden bislang aufwendig auszuwertende Freitextbeschreibungen der Unfallberichte automatisiert analysiert. Das ausgezeichnete Forschungsprojekt von Mag. Dr. Peter Spitzer aus dem Forschungszentrum für Kinderunfälle in Graz

Dadurch lassen sich wiederkehrende Unfallmuster, typische Risikosituationen und mögliche Zusammenhänge erkennen, die als Grundlage für gezielte Präventionsmaßnahmen dienen. Unter besonderer Berücksichtigung von Datenschutz und Datensicherheit verbindet das Projekt medizinische Expertise mit moderner Technologie und schafft neue Möglichkeiten für eine datenbasierte Unfallforschung. Langfristig soll der Ansatz zu einer umfassenderen Infrastruktur für die Unfallprävention in Österreich beitragen.

Galerie Preisverleihung Forschungspreis 2026:
https://www.apa-fotoservice.at/galerie/40022
© KFV/APA Fotoservice/Juhasz

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