KFV Dunkelfeldstudie Drogen am Steuer zeigt erneuten Anstieg

45

5.519 Fahrzeuglenker wurden im Jahr 2020 aufgrund von Suchtgift am Steuer angezeigt (+26,5 % zu 2019: 4.365 angezeigte Fahrzeuglenker). Bei derartigen Anzeigen handelt es sich um ein Kontrolldelikt, d.h. je mehr Kontrollen, desto mehr Anzeigen fallen an. Die Dunkelziffer ist enorm: Hochgerechnet rund 204.000 Menschen (+15 Prozent zu 2017: 177.000) österreichweit haben im letzten Jahr ein Kfz gelenkt, obwohl sie (noch) unter Drogeneinfluss standen. Das zeigt die aktuelle Dunkelfeldstudie des KFV. Ein treffsicheres System ist für die Verkehrssicherheit in Zukunft besonders wichtig. Eine Reform steht hierzulande seit Jahren bzw. Jahrzehnten aus. Das Fahren unter Drogeneinfluss ist ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem auf Österreichs Straßen.

Drogen beeinträchtigen die Wahrnehmung, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit und sind eine erhebliche Gefahr im Straßenverkehr. Unfälle unter Drogeneinfluss sind in den meisten Fällen besonders schwere Unfälle, bei welchen immer wieder unschuldige Menschen schwer verletzt oder getötet werden.

Deutlicher Anstieg: 204.000 Drogenlenker pro Jahr in Österreich
Seit Jahren weist das KFV auf die bestehende Problematik hin, so zeigt schon eine Dunkelfeldstudie des KFV aus dem Jahr 2017, dass es weit mehr Drogenlenker gibt als vermutet: Hochgerechnet rund 177.000 Menschen österreichweit gaben dabei an, ein Kfz gelenkt zu haben, obwohl sie (noch) unter Drogeneinfluss standen.

Die aktuellsten Ergebnisse der neuen Vergleichsstudie 2021 zeigen nun sogar ein Plus von 15 Prozent zum Jahr 2017.

Somit zeigt die aktuellste KFV-Dunkelfeldstudie (Mai 2021), dass derzeit schon 204.000 Menschen österreichweit angeben in den letzten 12 Monaten ein Kfz gelenkt zu haben, obwohl sie (noch) unter Drogeneinfluss standen.

15 Jahre: Der lange Weg zu Drogenvortestgeräten
Es ist wichtig die Zahl der Drogenlenker zu reduzieren. Zur Erreichung dieses Ziels muss ein treffsicheres System geschaffen werden, wie es bei Alkohol schon seit Jahren besteht“, so Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. „Dennoch, testet die Exekutive in Österreich seit mehr als 15 Jahren Drogenvortestgeräte, ohne einen systematischen und flächendeckenden Einsatz umzusetzen.“ Eine umfassende Reform zur Drogendetektion im Straßenverkehr steht hier für Österreich schon lange aus.

„Der Einsatz von geeigneten Drogenvortestgeräten ist neben einer Ausweitung von speziell ausgebildeten Exekutivbediensteten eine wichtige Maßnahme gegen Drogen am Steuer und somit ein wesentlicher Schritt für die Verkehrssicherheit“, so Thann. Im KFV sieht man eine lange Phase des Stillstandes in puncto Erhöhung der Verkehrssicherheit. „Seit Jahren liegen Forderungen zur Novellierung der 32. StVO in den Schubladen des BMI und des BMK. Eine zeitnahe Umsetzung wäre essentiell“. 5.519 Fahrzeuglenker konnte die Exekutive im Jahr 2020 aus dem Straßenverkehr ziehen. Das ist ein Plus von 26,5 % Prozent zum Vorjahr.