E-Mailfallen und E-Mailbetrug

36

Bill Gates stellte 2004 die Aussage in den Raum, dass „Spam innerhalb von den nächsten zwei Jahren kein Problem mehr darstellen würde.“ Wie falsch er mit dieser Annahme lag, zeigt eine aktuelle Studie des KFV.

Entwicklung von Spammails
Zwar waren gegenüber 2019 mit 68 Prozent 2021 (mit 59,1 %) weniger Betroffene, dies liegt aber an der immer besseren Funktionsweise von Spam-Filtern und dem häufigeren Einsatz dieser Tools, nicht aber an der Menge an Spam der im Umlauf ist. Erfreulicherweise gingen jedoch alle Arten von Betrugsversuchen 2021 im Vergleich zu 2019 zurück. Dabei ist jedoch nicht nur der Entwicklungsfortschritt von Spam-Filtern ausschlaggebend, sondern auch das stärkere Bewusstsein der Befragten, die vorsichtiger agieren.

Nach wie vor erhalten die meisten Befragten 10-30 Spam-Mails pro Monat, dabei haben vor allem unseriöse Finanz-, oder Bitcoin-Angebote deutlich zugenommen. Ungerechtfertigte Mahnungen oder Rechnungen gingen dafür massiv zurück.

Spam wird stetig intelligenter und passt sich an die Benutzer an
So erhalten Männer verstärkt Spam aus dem Finanzbereich. Auch pornografische Angebote, Potenzpillen oder Penisvergrößerungsprodukte werden zielgerichtet an die männlichen User versendet. Auch Wett-Spam ist primär Männersache. Frauen erhalten stattdessen häufiger Spam aus dem Kosmetik- und Nahrungsergänzungsmittelbereich.

Bewusstseinsbildung
Die Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Gefahren von Spam-Emails funktioniert: Die Mehrheit wird vorsichtiger im Umgang mit E-Mails. Bereits 64 % nutzen einen Spamfilter. Dennoch bewertet fast die Hälfte der Österreicher*innen Digitalisierung und Technik als „nicht so meins“. Leider sind Frauen hier weiterhin schwächer als Männer, sie verwenden auch häufiger nur eine E-Mail-Adresse für alles.

Der regelmäßige Passwortwechsel als wichtige Sicherheitsmaßnahme wird noch zu wenig durchgeführt. Mehr als die Hälfte (56 %) wechselt ihre Passwörter nur selten. Übereinstimmend mit früheren KFV-Erhebungen zeigt sich, dass ältere Personen zwar weniger Wissen über Risiken im digitalen Raum haben, sich aber gleichzeitig viel vorsichtiger im Internet bewegen.

Tipps:

  • Nutzen sie mehrere E-Mail-Adressen!
    Eine für tatsächliche Korrespondenz und eine für soziale Medien/Onlineshops etc.
  • Erstellen Sie Spam-Filter und blockieren sie Absender mit betrügerischen Inhalten
  • „Tarnen“ Sie Ihre E-Mail-Adresse, wenn Sie diese veröffentlichen müssen!
    Tauschen Sie zum Beispiel Symbole durch Buchstaben aus – @ wird zu AT