Herbstzeit ist Sturmzeit!

101

Dabei geht es nicht um den alkoholhaltigen Traubensaft, sondern um Wind. Besonders tückisch sind dabei die Sturmtiefs, die uns gerade im Herbst treffen.

14 % der Befragten nennen Sturm als Erstes
Gefragt nach Naturgefahren in Österreich nennen 14 % der Personen Sturm als Erstes. Besonders im Osten des Landes werden Stürme als besonders bedrohlich wahrgenommen. Drei von vier Befragten erwarten innerhalb des nächsten Jahres ein schadenbringendes Ereignis durch Sturm in ihrem Lebensumfeld.

Alles, was Flügel hat, fliegt
Wenn Stürme übers Land fegen, heben auch Gegenstände ab, die normalerweise am Boden bleiben sollten. Blumentöpfe, Liegestühle, Wäschespinnen und Sonnenschirme bis hin zum Trampolin bewegen sich plötzlich rollend-springend vorwärts, oft mit schlimmen Folgen. Ungesicherte Objekte können Sachschäden verursachen oder sogar Personen verletzen.

Schäden zahlt der Verursacher/die Verursacherin
Jede*r ist verpflichtet – im Rahmen des Zumutbaren – sämtliche Gefahrenquellen zu beseitigen bzw. abzusichern.  Diese sogenannte Verkehrssicherungspflicht umfasst u.a. technisch-faktische wie organisatorische Sicherungsmaßnahmen zum Schutz von Personen und deren Rechtsgütern, die durch die Schaffung einer Gefahrenlage verletzt werden könnten.

Das bedeutet, dass alle Gegenstände rund um das Haus so gesichert werden müssen, dass sie keinen Schaden zufügen können. Kommt es zu einem Schaden, muss grundsätzlich die Person, die ihn verursacht hat und dafür verantwortlich ist, diesen ersetzen.

Insbesondere bestehen dann erhöhte Sicherungspflichten,

  • wenn kein Schutz durch Zaun, Hecke oder Bäume zu Straßen, Eisenbahngleisen oder Nachbargrundstücken gegeben ist
  • in Regionen, in denen häufig Windgeschwindigkeiten über 60 km/h vorkommen
  • das Objekt (z.B. das Trampolin) bereits einmal verweht wurde
  • bei Hanglage

Bin ich betroffen?
Ab einer Geschwindigkeit von 75 km/h bzw. 20 m/s wird der Wind laut Definition zum Sturm. Und dieser ist keine Seltenheit. Windspitzen von rund 120 km/h werden auch im Flachland verzeichnet, durch Gebirgstäler kanalisierte Stürme können sogar deutlich über 150 km/h erreichen. Sturmwarnung erfolgt besonders oft in der Südoststeiermark, im westlichen Oberösterreich, im Wiener Becken, im westlichen Weinviertel, im Tullnerfeld, Inntal, Südkärnten und in der Bodenseeregion.

Informationen darüber, ob Sie in einer besonders Sturmgefährdeten Region leben, erhalten sie beispielsweise auf www.hora.gv.at. Ob Ihr Gebäude anfällig gegenüber Stürmen ist, können Sie auf www.vulni.at herausfinden.

Was tun bei Sturmwarnung?
Das richtige Verhalten im Straßenverkehr:

  • Anpassen der Fahrgeschwindigkeit, um bessere Bodenhaftung gegen seitliche Sturmböen zu haben Abstand vergrößern, Lenkrad mit beiden Händen festhalten.
  • Seitenabstand beachten.
  • Vorausschauend fahren und mit unvorhergesehenen Hindernissen (aufgewirbelten Papier- oder Kartonteilen, Plastikplanen, Ästen) rechnen.
  • Besondere Vorsicht beim Verlassen eines Tunnels: Ein normaler Pkw kann bei einer Seitenwindgeschwindigkeit von 72 km/h und Tempo 100 können einen Pkw um etwa einen Meter seitlich versetzen.
  • Erhöhte Gefahr durch Seitenwind ist auch auf Brücken oder engen Häuserschluchten (Wechsel von Windschatten zu Seitenwind) gegeben.
    Wohnmobile, Busse und Lkw sind besonders anfällig für Seitenwind. Es besteht Gefahr umzukippen.
  • Dachlasten vermeiden! Fahrräder oder Dachboxen bieten eine größere Angriffsfläche.
  • Fahrradfahrer aufgepasst! Böen von der Seite können Sie in Richtung Fahrbahnmitte drücken. Touren lieber abbrechen.
  • Vorsicht beim Parken! Meiden Sie ältere Gebäude, Baustellen oder morsche Bäume. Herabfallende Teile könnten Schäden verursachen.
  • Öffnen Sie Fahrzeugtüre oder Heckklappe vorsichtig und halten Sie den Griff gut fest.
  • Abstand zu Gerüsten, Antennen und Strommasten halten.
  • Verzichten Sie auf nicht notwendige Fahrten und Spaziergänge während einem schweren Sturm.

Das richtige Verhalten zu Hause:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig Bäume auf kranke oder morsche Teile.
  • Überprüfen Sie Ihr Dach auf lose Ziegel
  • Schließen Sie Fenster und Türen.
  • Lassen Sie Ihre Rollläden herunter.
  • Fahren Sie Markisen und Sonnensegel ein.
  • Räumen Sie nicht fest verankerte Gegenstände wie Gartenmöbel und Gartengeräte weg. Verankern Sie große Gegenstände wie z.B. ein Trampolin.
  • Sichern oder demontieren Sie an der Fassade montierte Gegenstände.
  • Halten Sie Eimer und Plastikfolien bereit, falls der Sturm das Dach abdeckt.

Sturmwarnungen werden vom amtlichen Wetterdienst der GeoSphere Austria bzw. auf diversen Wetterportalen ausgegeben. Zusätzlich gibt es zahlreiche Apps, die vor heranziehenden Stürmen warnen und über Großwetterlagen informieren.