Ob gemütlich im Liegestuhl oder fleißig beim Hobbygärtnern – an warmen Tagen und lauen Abenden ist der Garten für viele Österreicher ein beliebter Rückzugsort. Hobbygärtner sollten jedoch mit Bedacht ans Werk gehen: Rund 17.300 Personen verletzten sich im Jahr 2017 bei der Gartenarbeit in Österreich so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten.

Wien, 27. April 2018. Gärten sind nicht nur Orte des Rückzugs, der Naherholung und Entspannung – sie sind auch Schauplätze reger Aktivität und Geschäftigkeit. Denn die Anlage und Pflege eines Gartens ist mit Arbeit verbunden – und 4,4 Millionen ÖsterreicherInnen und Österreichern ab 18 Jahren verrichten diese zumindest gelegentlich. Damit verbunden ist jedoch auch das Risiko von Verletzungen – von Prellungen über Schnittwunden bis hin zu Knochenbrüchen durch unsachgemäßen Gebrauch oder mangelnde Wartung von Geräten: Rund 17.300 Personen verletzten sich im Jahr 2017 bei der Gartenarbeit so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. „Auch heuer erwarten wir in den Monaten Mai und Juni österreichweit wieder rund 4.300 Verletzte – das entspricht etwa 70 Personen pro Tag“, prognostiziert Dipl.-Ing. Christian Kräutler, Leiter des Bereichs Haushalts-, Freizeit- und Sportsicherheit im KFV.

Foto: KFV

64 Prozent der Unfälle sind Stürze

Mit einem Anteil von 64 Prozent sind Stürze bei der Gartenarbeit die am häufigsten auftretende Unfallart. Besonders häufig sind Stürze durch Stolpern, etwa über den Gartenschlauch oder andere Gegenstände. Aber auch Leiterstürze sind keine Seltenheit. Die häufigste Verletzungsart sind Knochenbrüche (47 Prozent), gefolgt von offenen Wunden (22 Prozent) und Sehnen- und Muskelverletzungen (13 Prozent). „Wie in fast allen Bereichen des Lebens gilt auch im Garten: wer unter Zeitdruck agiert, ist besonders unfallgefährdet: Unachtsamkeit, Hektik und Ablenkung sind die häufigste Verletzungsursache bei der Gartenarbeit. Aber auch Fehleinschätzung, Überforderung und Selbstüberschätzung führen immer wieder zu Unfällen. Besonders bei anstrengenden und herausfordernden Arbeiten ist es daher wichtig, ausreichend Zeit einzuplanen, konzentriert zu arbeiten und sich gegebenenfalls Unterstützung zu holen“, rät Kräutler.

Alles im grünen Bereich? Unfallfrei zum perfekten Garten

  • Egal ob Anfänger oder erfahrener Gärtner – Gesundheit und Sicherheit sollten immer oberste Priorität haben. Wer folgende Aspekte berücksichtigt, kann sich gut gewappnet ins Abenteuer Gartenarbeit stürzen:
  • Überprüfen Sie vor Beginn der Gartenarbeit alle benötigten Geräte auf ihre Funktionsfähigkeit und Sicherheit und entfernen Sie potenzielle Stolperfallen im Arbeitsbereich.
  • Funktionelle Kleidung, Handschuhe und festes Schuhwerk gehören zur Basisausstattung eines jeden Hobbygärtners.
  • Tragen Sie eine Schutzbrille, wenn die Gefahr besteht, von herumfliegenden Teilen getroffen zu werden – beispielsweise beim Heckenschneiden.
  • Sorgen Sie bei der Verwendung von Leitern für einen sicheren Stand und achten Sie auf feste und rutschfeste Tritte. Um die Standfestigkeit der Leiter zu erhöhen, sollte die Leiter nach Möglichkeit von einer zweiten Person festgehalten werden.
  • Vermeiden Sie Hektik – planen Sie ausreichend Zeit für die Gartenarbeit und das anschließende Aufräumen der Geräte und Gartenabfälle ein.
  • Machen Sie sich vor dem Einsatz neuer Gartengeräte durch Lektüre der Betriebsanleitung oder Einschulung mit diesen vertraut. Überprüfen Sie alle Geräte vor jedem Einsatz auf Funktionsfähigkeit und Sicherheit.
  • Reinigen und verstauen Sie Ihre Arbeitsgeräte nach getaner Arbeit, damit niemand versehentlich darüber fallen oder sich daran verletzen kann. Achten Sie auf eine sorgfältige Aufbewahrung um Schäden zu vermeiden.
  • Sichern Sie Ihren Arbeitsbereich ab, wenn Sie von der Fahrbahn aus Tätigkeiten (z.B. Hecken schneiden) verrichten. Entfernen Sie anschließend so rasch wie möglich Verunreinigungen und Schnittabfälle von der Fahrbahn.