Klirrende Kälte draußen, tödliche Flammen drinnen. Da sich Wohnungsbrände derzeit wieder häufen, warnt der Fachbereich Eigentumsschutz im KFV eindringlich vor den besonderen Brandgefahren in der kalten Jahreszeit und gibt konkrete Sicherheitstipps. Allein seit Anfang November 2025 sind in Österreich mindestens 14 Menschen bei Wohnungsbränden gestorben.
Wien, 09. Jänner 2026. Nach dem Brand eines Einfamilienhauses in Eisenstadt mit zwei toten Frauen summiert sich die Zahl der bei Wohnungsbränden Getöteten seit Anfang November 2025 bereits auf mindestens 14 Menschen. Auswertungen des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV zeigen, dass der Jänner zu den gefährlichsten Monaten zählt: In den letzten sieben Jahren (2019-2025) kamen allein in diesem Monat insgesamt mindestens 34 Menschen bei Wohnungsbränden ums Leben. Nur der Dezember verzeichnete mit mindestens 35 Todesopfern noch mehr Brandtote. Zum Vergleich: In den Sommermonaten waren es deutlich weniger – im August insgesamt elf, im Juli zwölf und im Juni 13 Todesopfer.
„In den kalten Monaten ist das Risiko, bei einem Wohnungsbrand ums Leben zu kommen, rund dreimal so hoch wie im Sommer. Offenes Licht und Feuer stellen dabei die größte Gefahr dar“
„In den kalten Monaten ist das Risiko, bei einem Wohnungsbrand ums Leben zu kommen, rund dreimal so hoch wie im Sommer. Offenes Licht und Feuer stellen dabei die größte Gefahr dar“, betont Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV.
Angesichts niedriger Temperaturen warnt der Experte besonders vor der Gefahr durch unsachgemäß betriebene Heizgeräte bzw. Notheizungen sowie durch brennende Kerzen. Bei der Verbrennung von Brennstoffen wie Holz, Kohle oder Gas kann es bei unzureichender Sauerstoffzufuhr zur Bildung von Kohlenmonoxid (CO) kommen – einem farb- und geruchlosen, giftigen Gas. In den vergangenen sieben Jahren starben in den Jänner-Monaten insgesamt fünf Menschen an einer CO-Vergiftung – mehr als in jedem anderen Monat. „Lassen Sie Kamine und Rauchrohre ausschließlich von Fachleuten installieren und halten Sie die vorgeschriebenen Wartungsintervalle unbedingt ein“, appelliert Dr. Kaltenegger.
10 Sicherheitstipps vom KFV gegen Wohnungsbrände in der kalten Jahreszeit
Notheizungen sicher nutzen: Nutzen Sie ausschließlich mobile Heizgeräte mit automatischer Abschaltung. Stellen Sie diese auf stabilem, nicht brennbarem Untergrund und halten Sie ausreichend Abstand zu Vorhängen oder Möbeln. Nie mit dem Backofen heizen – das ist ineffizient und birgt die Gefahr der Überhitzung des Ofens.
Heizgeräte regelmäßig warten: Lassen Sie Heizungen, Öfen und Kamine regelmäßig warten.
Achtung bei der Entsorgung: Asche vollständig auskühlen lassen und dann in nicht brennbaren Behältern entsorgen.
Vorsicht bei Kerzen und offenem Feuer: Halten Sie ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien und lassen Sie offene Flammen niemals unbeaufsichtigt.
Rauchwarnmelder in jedem Wohnraum: Installieren Sie in jedem Raum – außer in der Küche – einen funktionierenden Rauchwarnmelder, auch im Kinderzimmer.
CO-Warngeräte zusätzlich einsetzen: Heizgeräte mit Abgaswegen können Kohlenmonoxid (CO) freisetzen. Ergänzend zu Rauchmeldern helfen CO-Warngeräte, unsichtbares und geruchloses Kohlenmonoxid rechtzeitig zu erkennen.
CO-Gefahr auch in Pellets-Lager: In luftdichten Pelletslagern kann sich insbesondere kurz nach der Befüllung Kohlenmonoxid ansammeln. Das Lager daher gut belüften und vorsichtig betreten.
Elektrische Geräte: Überlastete Steckdosen oder Verlängerungskabel erhöhen das Brandrisiko. Schließen Sie Heizlüfter nie an Mehrfachsteckdosen an und prüfen Sie Kabeln auf Beschädigungen.
Brandschutzplan: Halten Sie einen Feuerlöscher griffbereit und erklären Sie allen Haushaltsmitgliedern, wie sie sich im Brandfall verhalten sollen.
Fluchtwege freihalten: In Gängen und Stiegenhäusern keine Fahrräder, E-Scooter, Kinderwagen, Schuhe oder andere Gegenstände abstellen – sie können im Brandfall lebenswichtige Fluchtwege blockieren.