Eislaufen: Darauf musst du besonders achten!

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Eislaufen ist ein beliebtes und gesundes Freizeitvergnügen. Der winterliche Flow auf dem Eis bringt Bewegung an der frischen Luft, sorgt für jede Menge Spaß – doch manchmal leider auch für Blessuren: Rund 4.000 Menschen verletzen sich pro Jahr in Österreich beim Eislaufen spitalsreif, fast die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Mehr Schutz auf dem Eis: hier die wichtigsten Tipps für ein sicheres Kurven auf Kufen!

Vom Boden- bis zum Neusiedlersee: Eislaufen macht Spaß und ist beliebt bei Alt und Jung. Der Sport auf dem Eis hat nicht nur Fun-Faktor, sondern stärkt auch unsere Muskulatur, trainiert Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewichtssinn und bringt unsere Durchblutung in Schwung. Doch das Dahingleiten auf zwei Kufen ist nicht ganz ungefährlich: Rund 4.000 Eisläufer landen in Österreich pro Jahr im Spital, etwa 1.800 davon sind jünger als 15 Jahre. Mehr als 90% der spitalsbehandelten Eisläufer verletzen sich bei Einzelstürzen, 6% bei Zusammenstößen. Fast drei Viertel (74%) aller verzeichneten Verletzungen sind Knochenbrüche, die häufigsten Verletzungen beim Eislaufen sind Frakturen des Handgelenks (25%) und des Unterarms (20%). Persönliche Schutzmaßnahmen sind also gefragt.

Gut gerüstet: Schutz für Kopf & Hände

Ob Ausrutscher oder Kollision: Verletzungsrisiko besteht beim Eislaufen vor allem für Kopf und Hände. Hier das A & O in Sachen Schutzausrüstung:

  • Schutz für den Kopf: Ein perfekt sitzender Wintersporthelm ist ein wertvoller Begleiter, der beim Aufprall auf dem harten Eis vor schweren Kopfverletzungen bewahrt. Vor allem Stürze auf den Hinterkopf kommen häufig vor – dennoch zählt für die meisten Hobbyeisläufer Österreichs der Helm noch nicht zum Standard, wie eine aktuelle KFV-Erhebung zeigt: Rund 85 Prozent der Eisläufer sind ohne Helm unterwegs. KFV-Experte Dr. Armin Kaltenegger: „Seien Sie ein Trendsetter in Sachen Sicherheit und schützen Sie Ihren Kopf! Vor allem Ihre Kinder sollten stets mit Helm aufs Eis – am besten mit einem normierten Ski- oder Eishockeyhelm.“
  • Schutz für die Hände: Stürze werden oft auch reflexartig mit den Händen abgefangen – Verstauchungen, Knochenbrüche und Schnittverletzungen durch Kufen können schmerzhafte Folgen sein. Achten Sie also auch auf ausreichenden Schutz der Hände – mit Handgelenksprotektoren und robusten Handschuhen sind Sie und Ihre Kinder auf der sicheren Seite.

Der richtige Dreh: Tipps für sicheres Eislaufen

  • Warm-up: Vermeiden Sie Kaltstarts! Vor dem Schritt aufs Eis sorgt ein kurzes Aufwärmtraining mit Armkreisen, Kniebeugen, Hüftschwung & Co. für warme Muskeln und geringeres Verletzungsrisiko.
  • Tempokontrolle: Gleiten Sie jederzeit bremsbereit und Ihrem Können angepasst übers Eis!
  • Wachsamkeit: Nehmen Sie Rücksicht auf langsamere Läufer und Anfänger!
  • Entspannung: Rechtzeitige, regelmäßige Pausen verhindern Übermüdung und Konzentrationsverlust.
  • Free Falling: Im Fall des Falles ist Loslassen angesagt – bei einem Sturz sollte man die Hand seiner Begleitung möglichst rasch auslassen. Die Kunst des richtigen Fallens ist beim Eislaufen generell von großer Bedeutung. Anfänger-Kurse lehren richtiges Laufen und Fallen.
  • Disziplin & Etikette: Beachten Sie die Platzregeln, laufen Sie immer in Fahrtrichtung und vermeiden Sie leichtsinnige Stunts, die andere Läufer gefährden könnten.
  • Sicherer Transport: Verwenden Sie beim Transportieren der Eislaufschuhe Kufenschoner – zum Schutz vor Schnittverletzungen.

Natur pur: Tipps fürs Eislaufen auf Teichen und Seen

  • Betreten auf eigene Gefahr: Laufen Sie nur auf behördlich freigegebenen Natureisflächen! Achten Sie auf Hinweisschilder und Warntafeln und meiden Sie Sperrgebiete und Gefahrenzonen!
  • Gemeinsam statt einsam: Halten Sie sich auf Natureis stets in Rufweite zu anderen Eisläufern auf und vor allem in der Nähe Ihrer Kinder.
  • Eis-Check: Überprüfen Sie die Festigkeit der Eisfläche und unternehmen Sie erste Laufversuche in Randbereichen. Bei Belastung darf keinerlei Eisbewegung erkennbar sein – absolute Warnsignale sind Sprünge, Luftblasen oder Geräusche. Meiden Sie dunkle Eisflächen, die auf eine dünne Eisschicht schließen lassen. Besondere Vorsicht ist auch bei Bootsanlegestellen und ähnlichen Unterbrechungen der Eisdecke sowie in Bereichen von Zu- und Abflüssen des gefrorenen Gewässers angebracht.
  • Wetterkunde: Tauwetter, schlechte Sicht oder Neuschnee sind ein No-Go für Ausflüge aufs Natureis. Informieren Sie sich im Vorfeld online oder via „Eistelefon“ über die tagesaktuelle Eisqualität. Wenn die Außentemperatur mehrere Tage hindurch nur knapp unter dem Gefrierpunkt liegt, sind Natureisflächen nicht mehr sicher.
  • Stolperfallen: Nicht nur dünnes Eis, auch Stolperfallen wie Äste, Blätter oder Rillen dürfen nicht unterschätzt werden. Die Devise lautet: Vorausschauend laufen!

 

Richtiges Verhalten beim Einbrechen ins Eis

  • Führen Sie eine Bergung immer nur mit Seilsicherung oder Sicherung durch einen zweiten Helfer durch!
  • Prüfen Sie die Tragfähigkeit der Eisdecke und nähern Sie sich liegend, auf möglichst breiter Unterlage, der ins Eis eingebrochenen Person.
  • Verwenden Sie, je nach Verfügbarkeit, Hilfsmittel wie Bretter, Leitern, Stangen, Seile oder Kleidungsstücke.
  • Alarmieren Sie einen Notrufdienst: 122 Feuerwehr, 144 Rettung, 133 Polizei, 112 Euronotruf.
  • Selbstrettung bei Eiseinbruch: Sofort die Arme ausbreiten! Mit dem Ausbreiten der Arme verhindert man ein (weiteres) Absinken im kalten Wasser. Versuchen, in die Richtung, aus der man gekommen ist, auszusteigen – da das Eis dort stabil genug sein sollte. Falls möglich, kann man sich mit den Füßen am gegenüberliegenden Rand des Eislochs abstoßen, um leichter aus dem Wasser zu kommen.