Drogen als unterschätztes Risiko im Straßenverkehr

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Neue Kampagne mit Schwerpunkt auf Social Media des BMVIT macht auf Gefahren von Drogen im Straßenverkehr aufmerksam.

Schwerpunktkontrollen und Test von modernen Drogenvortestgeräten durch das BMI in ganz Österreich. 

Das Fahren unter Drogeneinfluss ist ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem auf Österreichs Straßen, bilanzieren Innenminister Herbert Kickl sowie Infrastrukturminister Norbert Hofer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Eine neue Informationskampagne, verbesserte Schulungen der Exekutive in der Drogenerkennung sowie der optimierte Einsatz von Drogenvortestgeräten sollen in Zukunft Verkehrsunfälle reduzieren. 2.192 Fahrzeuglenker wurden im Jahr 2017 in Österreich aufgrund von Suchtgift am Steuer angezeigt. Die Dunkelziffer ist hoch: Hochgerechnet rund 177.000 Menschen in Österreich gaben in einer KFV Dunkelfeldstudie an, dass sie in den letzten 12 Monaten ein KFZ gelenkt haben, obwohl sie (noch) unter Drogeneinfluss standen.

Wien, 17. September 2018. Drogen beeinträchtigen die Wahrnehmung, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit und sind eine erhebliche Gefahr im Straßenverkehr. Der Einsatz von geeigneten Drogenvortestgeräten ist neben dem operativen Einsatz von Amtsärzten und einer verbesserten Ausbildung von Exekutivbediensteten eine wichtige Maßnahme gegen Drogen am Steuer und somit ein wesentlicher Schritt für die Verkehrssicherheit“so Innenminister Herbert Kickl. Der bisherige Testbetrieb mit Drogenvortestgeräten in Österreich habe gezeigt, dass neben den Testungen, die Weiterführung und der Ausbau der Schulungen der Exekutivbeamten im Erkennen einer Drogenbeeinträchtigung bei Fahrzeuglenkern zielführend sind. Daneben sollen auch Testungen von neuen Speichelvortestgeräten mit wissenschaftlicher Unterstützung des KFV und in Abstimmung mit dem BMVIT durchgeführt werden, und damit der Testbetrieb mit Drogenvortestgeräten in ganz Österreich verstärkt werden, kündigt Innenminister Kickl an.

Das Fahren unter Drogeneinfluss ist ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem auf Österreichs Straßen, bilanzieren Innenminister Herbert Kickl sowie Infrastrukturminister Norbert Hofer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Eine neue Informationskampagne, verbesserte Schulungen der Exekutive in der Drogenerkennung sowie der optimierte Einsatz von Drogenvortestgeräten sollen in Zukunft Verkehrsunfälle reduzieren. Foto: KFV/APA-Fotoservice/Hautzinger

Bewusstseinsbildung wichtig: Neue Informationskampagne zeigt Gefahren auf „Das Bewusstsein, dass das Lenken eines Kraftfahrzeugs unter Drogeneinfluss nicht nur verboten ist, sondern eine häufig unterschätzte Gefahr für sich selbst und alle übrigen Verkehrsteil­nehmer darstellt, muss in Zukunft verstärkt geschaffen werden. Intensive Aufklärungsarbeit sowie Bewusstseinsbildung sind hierbei besonders wichtig“, betont Infrastrukturminister Norbert Hofer. Analysen zeigen, dass vor allem junge, männliche Lenker überproportional oft als Drogenlenker im Straßenverkehr unterwegs sind. Genau bei dieser Zielgruppe setzt die neue Kampagne mit Schwerpunkt auf Social Media des BMVIT an, so Infrastrukturminister Hofer.

Hohe Dunkelziffer

„Der Wissensstand über die Verbreitung, das Gefahrenpotenzial und die Unfallrelevanz von Fahrten unter Drogeneinfluss ist weit weniger erforscht als dies z.B. beim Alkohol der Fall ist. Hier gibt es Aufholbedarf. Ein ganzheitlicher Ansatz muss geschaffen werden, so KFV-Direktor Thann.  Dass die Gefahr, die von Drogen im Straßenverkehr ausgeht stark unterschätzt wird, zeigt eine Dunkelfeldstudie des KFV: Hochgerechnet rund 177.000 Menschen österreichweit gaben dabei an, dass sie in den letzten 12 Monaten ein KFZ gelenkt haben, obwohl sie (noch) unter Drogeneinfluss standen. Es ist wichtig die Zahl der Drogenlenker zu reduzieren. Zur Erreichung dieses Ziels muss ein treffsicheres System geschaffen werden, wie es bei Alkohol schon seit Jahren besteht“, schließt Thann.

Drogen im Straßenverkehr

Seit dem 10. März 2017 gilt die Speichelvortestgeräteverordnung des BMI. Drogen am Steuer können somit durch ein neues Vortestgerät erfasst werden. Dieses analysiert anhand von Speicheltests chemische Drogenhauptgruppen, darunter Opiate, Kokain, Methamphetamine oder Amphetamine. Ist der Speicheltest positiv, hat ein Amtsarzt die Beeinträchtigung festzustellen. Seitens des Innenministeriums wurde jedem Bundesland ein Gerät zur Verfügung gestellt. Die Polizisten sind mit dem Umgang für diese Drogentestung speziell geschult. Internationale Forschungsergebnisse zeigen, dass rund 4 Prozent der Lenker in Europa am Straßenverkehr teilnehmen, nachdem sie Drogen oder Medikamente eingenommen haben. In Österreich lag die Zahl der Entzüge aufgrund von Suchtgiftbeeinträchtigung in den Jahren 2010-2014 bei weniger als 1.000 pro Jahr, während die Zahl der Entzüge aufgrund eines Alkoholdelikts das 20-fache oder mehr betrug. Im Jahr 2017 konnte die Zahl der angezeigten Fahrzeuglenker unter Drogeneinfluss auf 2.192 gesteigert werden, das bedeutet eine Zunahme um 47 Prozent (2016: 1.491). Der Anstieg ist u.a. auf eine verbesserte Ausbildung von Exekutivbediensteten für den Einsatz der in einem Pilotprojekt erprobten Speichelvortestgeräte zur Erkennung von potentiellen Drogenlenkern im Straßenverkehr zurückzuführen.

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Rückfragen & Kontakt:

KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
Dr. Johanna Trauner-Karner
Tel.: 0650/2019303,
pr@kfv.atwww.kfv.at

Bundesministerium für Inneres
Christoph Pölzl, BA BSc
Pressesprecher des Ministeriums
+43 (0) 1-531 26 – 2040
christoph.poelzl@bmi.gv.atwww.bmi.gv.at

BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Volker Höferl
Pressesprecher BM Ing. Norbert Hofer
01/71162 658121
volker.hoeferl@bmvit.gv.at ,www.bmvit.gv.at 

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