KFV: Bis zu 8.000 Skiunfälle im Februar erwartet

Jährlich verletzen sich rund 23.100 Österreicher beim Skifahren auf heimischen Skipisten, 4.300 weitere verunfallen beim Snowboarden. Die häufigsten Unfallursachen sind Selbstüberschätzung und zu hohe Geschwindigkeiten.

Wien, 1. Februar 2018. Auch dieses Jahr werden wieder zahlreiche Familien die Semesterferien für einen Skiurlaub nutzen. Damit einhergehend ist in den kommenden Wochen vermehrt mit Unfällen zu rechnen: „Das KFV rechnet im Februar mit 7.000 bis 8.000 Ski- und Snowboardunfällen. Tendenziell sinkt die Zahl der Skiunfälle aber erfreulicherweise“, erläutert Dipl.-Ing. Christian Kräutler, Leiter des Bereichs Haushalts-, Freizeit- und Sportsicherheit im KFV. „Mittlerweile tragen rund 89 Prozent der Skifahrer und rund 82 Prozent der Snowboarder einen Helm. Das ist besonders erfreulich. Denn auch wenn durch einen Helm kein Unfall verhindert werden kann, so kann dadurch die Unfallschwere deutlich verringert werden.“

Müdigkeit: Regelmäßig Pausen machen!

Wer einen Skiurlaub plant, sollte vor allem am ersten Skitag vorsichtig sein. Denn jeder dritte Unfall ereignet sich bereits am ersten Skitag.  „Wer eine lange Anreise hinter sich hat, sollte sich zunächst eine Pause gönnen und nicht sofort auf die Skipiste starten. Gerade in den Semesterferien sind vermehrt untrainierte Skifahrer unterwegs. Das Fahrverhalten sollte unbedingt an das eigene Können angepasst und entsprechend Pausen eingeplant werden“, betont Kräutler. Besonders vorsichtig sein sollte man, wenn man bereits längere Zeit auf den Skiern oder am Snowboard verbracht hat. Denn die Unfallstatistik zeigt: Zwischen 14:00 und 15:00 Uhr sowie kurz vor der Mittagspause ereignen sich besonders viele Unfälle. Hinzu kommt, dass durch schnellere Lifte und hohe Beförderungskapazitäten Skifahrer inzwischen wesentlich länger auf der Piste unterwegs sind. Die reine Fahrzeit beträgt mittlerweile durchschnittlich 95 Minuten pro Skitag – umso wichtiger ist es, regelmäßig Pausen zu machen. Eine weitere häufige Unfallursache ist die Geschwindigkeit: Rund die Hälfte der Skifahrer erreichen Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 66 Kilometern pro Stunde. „Ungeschützt und ungebremst gegen ein hartes Hindernis (Wand, Baum etc.) entspricht ein Aufprall mit 66 Stundenkilometern ungefähr einem Sturz aus einer Höhe von 17 Metern – das wäre der 5. Stock eines Gebäudes“, schließt Kräutler.

Anzahl der Personen, die durchschnittlich pro Jahr nach einem Ski- oder Snowboardunfall im Krankenhaus nachbehandelt werden müssen, nach Bundesländern:

Bundesland     Alpiner Skilauf     Snowboard

Burgenland                   /                        /

Kärnten                          2.100                  400

Niederösterreich        2.100                  400

Oberösterreich            3.000                   600

Salzburg                         5.300                1.000

Steiermark                     3.400                  600

Tirol                                  5.100                  900

Vorarlberg                       2.100                   400

Wien                                  /                         /

Österreich gesamt    23.100                 4.300

 

Quelle: KFV, IDB Austria 2016. Verletzte mit Hauptwohnsitz in Österreich, deren Verletzung in der Unfallambulanz nachversorgt wurde. Gerundete Hochrechnung.