Das Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) wurde im Jahr 2009 vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) mit der Erstellung eines neuen Verkehrssicherheitsprogramms (VSP) für die Jahre 2011-2020 beauftragt.

In einem mehrstufigen Prozess wurden zunächst Umsetzungsstand und Bekanntheit des vorangegangenen VSP erhoben und eine Problemanalyse auf Basis von Unfall- und Verkehrsverhaltensdaten durchgeführt. Darauf fußten die Zusammenstellung der zentralen Herausforderungen und die Abstimmung von Hauptstoßrichtungen für das künftige Programm. Die Ansätze wurden – in Kooperation mit dem ETSC (Europäischer Verkehrssicherheitsrat, Brüssel) – mit aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene in Einklang gebracht.

In einer zweiten Phase erfolgte die Entwicklung des Maßnahmenkatalogs und dessen Abstimmung im Rahmen eines Konsultationsprozesses mit den Mitgliedern des Österreichischen Verkehrssicherheitsbeirats. Auf dieser Ebene wurden auch Vorschläge zu Sicherheitsphilosophien, operativen Zielen, Sicherheitsindikatoren und Evaluationsmethoden koordiniert.

Als künftige Verkehrssicherheitsphilosophie wurde der „Safe System Approach“ gewählt, der auf den Inhalten der schwedischen Sicherheitsphilosophie „Vision Zero“ und der niederländischen „Sustainable Safety“ aufbaut.

Das Verkehrssicherheitsprogramm steht unter dem strategischen Motto „Österreich unter die fünf besten Länder Europas“. Die strategischen Leitprinzipien des Programms stellen die Grundlage für die Weiterentwicklung des Systems Straße und dessen Sicherheit dar. Sie widmen sich so unterschiedlichen Themen wie Sicherheitsmanagement in Städten und Gemeinden, Stärkung der Eigenverantwortung, Verkehrserziehung und Mobilität, Straßenhierarchie, selbsterklärende und fehlerverzeihende Straße, Barrierefreiheit – sichere und attraktive Fußwege, Mobilität und Intermodalität, Verkehrssicherheit am Arbeitsplatz sowie Verkehrssicherheit und Raumplanung.

Als numerische Ziele bis 2020 wurden Reduktionen der Zahlen von Getöteten um 50%, der Schwerverletzten um 40% und der Unfälle mit Personenschaden um 20% festgelegt. Als Zwischenziele bis 2015 wurde jeweils die Hälfte dieser Werte fixiert.

Der Maßnahmenkatalog besteht aus über 250 Maßnahmen, die in 17 Handlungsfelder gegliedert wurden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit ungeschützter VerkehrsteilnehmerInnen. Bei der Auswahl der Maßnahmen wurde auf hohe Kosteneffizienz geachtet, d.h. vorrangig solche ausgewählt, die in der internationalen Literatur als erfolgversprechend evaluiert wurden.

Jeder Maßnahme wurden ein oder mehrere Hauptakteure und ein Umsetzungszeitraum zugeordnet. Der Österreichische Verkehrssicherheitsbeirat (Arbeitsausschuss Straße) wird als Forum für laufende Begleitung und Verbesserung des Programms dienen. Auf dieser Ebene soll auch die Kooperation von Bund, Ländern und Gemeinden mit einer neuen Qualität betrieben werden. Der im bmvit angesiedelte Verkehrssicherheitsfonds (VSF) wird VSP-relevante Forschung und Aktionen finanzieren. Möglichst viele Maßnahmen sollen durch Evaluationen begleitet werden; dies gilt im Besonderen für Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit. Kampagnen sollen demnach künftig zielgruppengerecht gestaltet, vorab getestet und durch intensivierte Überwachung begleitet werden.

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