Erwachsene geben kein leuchtendes Vorbild ab

Bei Dämmerung und im Dunkeln vermindert sich die Fähigkeit des menschlichen Auges, Objekte wahrzunehmen erheblich. Autofahrer können besonders Fußgänger im Dunkeln sehr schlecht erkennen und daher erst spät reagieren. Reflektoren machen schon aus großer Entfernung sichtbar und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Verkehrssicherheit. In einer KFV-Umfrage vom September 2006 waren 73 Prozent der Befragten sicher, dass die Zahl der Verkehrsunfälle verringert werden könnte, wenn schwächere Verkehrsteilnehmer mehr Reflektoren tragen. Weitere 24 Prozent glaubten, dass Verkehrsunfälle dank der leuchtenden Helfer „eher schon“ minimiert werden könnten. Nur drei Prozent der Befragten standen dieser Aussage skeptisch gegenüber.

Erwachsene sind kein leuchtendes Vorbild
Soviel zur Theorie. Die Praxis sieht leider anders aus. Bei einer 2005 durchgeführten repräsentativen Umfrage des KFV unter 1.000 Österreichern gaben nur acht Prozent der Befragten an, immer reflektierende Kleidungsstücke zu tragen, wenn sie als Fußgänger in der Dunkelheit unterwegs sind. Immerhin weitere 13 Prozent greifen oft zu den rückstrahlenden Helfern, stolze 78 Prozent aber selten bis gar nicht. Auch bei den Kindern sieht die Realität nicht rosiger aus. Zwar sind sich alle einig, dass es gerade die jüngsten und unerfahrensten Verkehrsteilnehmer zu schützen gilt. 99 Prozent der im September 2006 Befragten sind sich (eher) sicher, dass es Eltern ein Gefühl der Sicherheit gibt, wenn ihre Kinder Reflektoren tragen. Und 88 Prozent betonen, wie wichtig es ist, dass die Erwachsenen den Kindern beim Tragen von Reflektoren als gutes Beispiel vorangehen. Hier war der Wunsch Vater des Gedankens. In der Praxis geht leider kaum ein Erwachsener als leuchtendes Beispiel voran.

Alle wissen’s – keiner tut’s: Gründe warum nichts so ist, wie es sein sollte
Trotz allem positiven Wollen und Wünschen – die Realität sieht anders aus. Es ist bekannt, dass viele Kinder täglich ohne rückstrahlende Elemente an Kleidung oder Taschen im Dunkeln unterwegs sind. Bei der Frage nach den Gründen für dieses Verhalten gehen die Meinungen auseinander. Während 42 Prozent der Befragten von Eitelkeit ausgehen, nennen knapp zwei Drittel (31 %) das fehlende Gefahrenbewusstsein der Eltern als Ursache. Zwölf Prozent meinen, das Gefahrenbewusstsein bei den Kindern fehle. Mit dieser Einschätzung liegen die Befragten sicher richtig, allerdings kann man den Kindern nicht die Verantwortung für dieses ‚Defizit’ zuschreiben. Die liegt nämlich noch immer bei den Eltern. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie kennen zwar oft die richtigen Verkehrsregeln und Vorschriften, dennoch verhalten sie sich nicht immer ihrem Wissen entsprechend. Eltern sollten die Fähigkeiten ihrer Kinder nicht überschätzen und erwarten, dass sie selbst Gefahren erkennen.

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