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Kindersitz



Kindersicherung – Note „Nicht genügend“

50 km/h werden von den meisten Fahrzeuglenkern nicht als schnell empfunden. Ein frontaler Aufprall mit dieser Geschwindigkeit genügt aber für ein ungesichertes Kind, um mit dem 30-fachen Körpergewicht nach vorne geschleudert zu werden. Plakativer ausgedrückt: Der Aufprall mit 50 km/h entspricht bei einem Kind einem Sturz aus dem dritten Stock. Bereits ein Aufprall mit 15 km/h kann für ein Kind ohne Kindersitz tödlich enden.

1.524 Kinder sind im Jahr 2006 als Mitfahrer im Pkw verunglückt. 123 davon waren zum Zeitpunkt des Unfalls vollkommen ungesichert.

Kindersicherungsvorschriften laut Kraftfahrgesetz
Das Kraftfahrgesetz schreibt vor: "Mit Kraftfahrzeugen und Anhängern dürfen Personen nur befördert werden, wenn deren Sicherheit gewährleistet ist." Der Lenker hat dafür zu sorgen, dass Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres, die 150 cm und größer sind, mit einem Gurt gesichert sind. Kinder, die kleiner als 150 cm und unter 14 Jahre alt sind, dürfen nur in einem der Größe und dem Gewicht des Kindes entsprechenden Rückhaltesystem (Kindersitz) befördert werden.

Kinder unter 14 Jahren, die kleiner als 150 Zentimeter sind, dürfen nicht auf unmittelbar hinter der Windschutzscheibe gelegenen Sitzplätzen befördert werden, außer sie werden in einem der Größe und dem Gewicht entsprechenden Kindersitz transportiert. Es ist die Pflicht des Lenkers, dafür zu sorgen, dass Kinder nur mitfahren, wenn diese Sicherheitseinrichtungen auch wirklich vorhanden sind und verwendet werden.

Mit 1. Jänner 2007 ist eine weitere Regelung in Kraft getreten, die noch mehr Sicherheit für Kinder im Pkw gewährleisten wird: Kindersitze, die nicht mindestens der Norm ECE 44.03 entsprechen, dürfen seit 31. Dezember 2006 nicht mehr verwendet werden. Wer sich nicht daran hält, macht sich gemäß § 134 Kraftfahrgesetz (KFG) strafbar und kann mit einer Zahlung von bis zu 5000 Euro belangt werden.

Eltern sind teilweise sehr nachlässig
Im Jahr 2006 wurde mit mehr als 90 Prozent ein absoluter Höchststand bei der gesamtösterreichischen Kindersicherungsquote erreicht. Die Erhebungen des KfV im ersten Halbjahr 2007, bei denen die Sicherung von mehr als 1.700 Kindern erfasst wurde, zeigen, dass dieser Prozentsatz wieder auf rund 82 gesunken ist. Anders ausgedrückt: Man kann davon ausgehen, dass in Österreich etwa jedes fünfte Kind als Mitfahrer im Pkw weder durch einen Gurt noch durch einen Kindersitz den gesetzlichen Vorschriften entsprechend geschützt wird – vielleicht gut gemeinte, aber trotzdem falsche Sicherung noch nicht eingerechnet.

Die Kindersicherungsquote war im ersten Halbjahr 2007 in Salzburg mit rund 95 Prozent am höchsten, gefolgt von Tirol mit rund 94, Vorarlberg mit 84 und Kärnten mit rund 84 Prozent. Auf den Plätzen  fünf bis acht liegen Wien (82%), das Burgenland (82%), Niederösterreich (80%) und Oberösterreich mit rund 79 Prozent. Das Schlusslicht bildet die Steiermark mit rund 70 Prozent.

Mangelhafte Kindersicherung bringt Vormerkung
Wer mit Gesundheit und Leben von Kindern leichtfertig umgeht, wird seit 1. Juli 2005 mit einer Vormerkung bestraft. Außerdem droht eine Geldstrafe bis zu 5.000 Euro, bei leichten Verstößen 36 Euro. Ein Unfall, bei dem sich ein Kind wegen unzureichender Sicherung verletzt hat, zieht ein gerichtliches Strafverfahren nach sich.

Die Experten des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) appellieren daher an das Verantwortungsbewusstsein von Eltern und Politikern und fordern die dringende Umsetzung lebensrettender Maßnahmen: Strengere Kontrollen der korrekten Kindersitz-Verwendung und Anhebung der Strafen.