
Maßnahmen für Fahranfänger unter der Lupe: das Projekt DAN
Im Rahmen des EU-Projekts „DAN“ – Description and analysis of post licensing measures for novice drivers (Beschreibung und Analyse von Maßnahmen nach Erwerb der Lenkberechtigung) – wurden Maßnahmen zur Reduktion der überproportionalen Unfallbelastung von Fahranfängern analysiert. In einem ersten Schritt wurden sämtliche in EU-Ländern und der Schweiz implementierten Maßnahmen für Fahranfänger beschrieben.
- Einerseits handelt es sich dabei um gesetzlich verpflichtende Maßnahmen wie den Führerschein auf Probe samt Nachschulung (Österreich, Deutschland), eine zweite Ausbildungsphase mit Fahrsicherheitstraining (Luxemburg) bzw. mit zusätzlichen Fahrstunden im Straßenverkehr als Grundlage für ein individuelles Feedback (Finnland) und um einzelne restriktive Maßnahmen wie spezielle Tempolimits, 0,1 Promille-Alkohollimit, etc.;
- andererseits handelt es sich auch um freiwillige Maßnahmen (Fahrsicherheitstraining, zusätzliche Praxisstunden).
In einem zweiten Schritt wurden Evaluationsstudien von einzelnen Maßnahmen – soweit vorhanden – bewertet, Expertenworkshops abgehalten und die Maßnahmen vor einem theoretischen Modell des „guten Autofahrers“ bewertet. Es handelt sich dabei um ein hierarchisches Stufenmodell, wobei Fahrzeugbedienung die unterste Stufe darstellt, gefolgt von Beherrschung schwieriger Fahraufgaben, dann folgen Einflüsse durch den jeweiligen Fahrtzweck. Die höchste Stufe bildet die Persönlichkeit des Fahrers. Defizite auf einer höheren Stufe können durch Fähigkeiten auf einer niedrigeren Stufe nicht kompensiert werden.


