Crash mit dem Zug

78 Mal kamen 2006 Menschen bei Unfällen auf Österreichs Eisenbahnkreuzungen zu Schaden – bei jeder dritten dieser Kollisionen zwischen Zug und Straßenverkehrsteilnehmer wird zumindest ein Mensch getötet. Vor allem Unachtsamkeit oder Fehleinschätzungen von Distanz und Geschwindigkeit eines Zuges führen zu den teils verheerenden Crashs – ungesicherte Bahnkreuzungen bergen dadurch ein besonderes Sicherheitsrisiko. Mehr als 50 Prozent der Zusammenstöße ereigneten sich auf Bahnübergängen ohne Schranken oder Lichtanlagen. Besonders bei Dämmerung oder Dunkelheit werden herannahende Züge leicht übersehen.

Pkw sind am häufigsten bei Zusammenstößen mit Zügen beteiligt (70,5 %). Doch auch Fußgänger sind äußerst gefährdet: Die schwächsten Verkehrsteilnehmer tragen bei riskanten Querungsmanövern die schwersten Folgen davon: Von sechs im Jahr 2006 verunglückten Fußgängern überlebten nur drei. Mit acht Prozent sind sie die dritthäufigsten Kollisionsopfer an Eisenbahnkreuzungen.

Schranken oder Lichtanlagen machen Bahnkreuzungen zwar wesentlich sicherer (das Unfallrisiko ist hier mehr als vier Mal niedriger) – schützen jedoch nicht vor Leichtsinn. Jährlich ereignen sich 28 Unfälle auf Bahnkreuzungen mit Schranken oder Lichtanlage – der Großteil ist auf die Missachtung von Warnsignalen zurückzuführen. Häufig sind es Zeitdruck oder Ungeduld, die wartende Verkehrsteilnehmer motivieren, die Bahnkreuzung trotz schließender Schranken oder Rotlicht zu überqueren. Hinzu kommt, dass Züge solche Übergänge mit sehr hohen Geschwindigkeiten passieren, was die Überlebenschance im Ernstfall um ein Vielfaches reduziert. Für ein Drittel aller Unfallopfer endet so ein Manöver tödlich.

Derzeit sind knapp 40 Prozent aller öffentlichen Bahnkreuzungen mit Schranken oder Lichtanlagen gesichert. Vor allem Kosten, Zugfrequenz und -geschwindigkeit bestimmen, ob und wo solche Sicherheitseinrichtungen installiert werden. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) arbeitet im Rahmen des vom BMVI T geförderten Projektes ISIS-EK – gemeinsam mit Swarco Futurit, ÖBB, Graz-Köflach Bahn, EBE und der FH Joanneum – an der Entwicklung telematisch gesteuerter Warneinrichtungen, die die Sicherheit an Bahnkreuzungen vergleichsweise kostengünstig erhöhen.

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