Jugendliche und ihr Risikoverhalten: das AdRisk-Projekt

Rund 22.000 Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren sterben in Europa (EU-27) jährlich durch Unfälle. Etwa zwei Drittel aller Todesfälle dieser Altersgruppe sind auf Verletzungen zurückzuführen - Unfälle sind damit die häufigste Todesursache junger Menschen. Hauptursache für die hohe Verletzungsrate Jugendlicher ist die erhöhte Bereitschaft, Gefahren einzugehen. Ziel des AdRisk-Projektes ist es, das Verletzungsrisiko und die Risikobereitschaft von Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren zu reduzieren.

Neuer Ansatz
AdRisk unterscheidet sich von anderen Programmen über Jugendliche und Unfallverhütung, da das Projekt nicht auf eine Kampagne gegen ein bestimmtes Risiko für Jugendliche abzielt. Die Neuheit von AdRisk basiert darauf, das Risikoverhalten Jugendlicher als Risikofaktor zu betrachten, die Neugier der Jugendlichen zu wecken und ihnen zu vermitteln, dass sie akzeptiert werden. Demnach lautet die Botschaft an sie: "Es macht Spaß, ein Risiko einzugehen: Besser, man geht dabei auf Nummer sicher."

Ergebnisse
Koordiniert vom KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) wurden im Auftrag der EU Generaldirektion Öffentliche Gesundheit folgende Materialien, Programme und Kampagnen zur Unfallpräventionsarbeit mit Jugendlichen entwickelt und veröffentlicht:

  • Studie zur Verletzungsrate und dem Risikoverhalten Jugendlicher in Europa (Injuries and risk-taking among young people in Europe: The European Situation Analysis): Die Studie ist eine Situationsanalyse der Lebensbedingungen 15- bis 24-Jähriger, sowie ihr Gesundheits- und Risikoverhalten. Sie richtet sich an nationale Akteure der Jugendarbeit sowie Entscheidungsträger auf europäischer Ebene.
  • Good Practices Guide (Good Practices Guide to Prevention of Injuries among Young People): In diesem Handbuch sind Hinweise und Anleitungen für die praktische Präventionsarbeit mit Jugendlichen enthalten.
  • Guidelines für nationale Aktionen zur Unfallprävention Jugendlicher (Guide for initiating national action on adolescents and injury prevention in Europe): Der Bericht bietet einen Überblick über die Schritte, die zur Einführung nationaler Unfallpräventionsstrategien und -programme notwendig sind.
  • Strategie-Dokument (Trackling Injuries among Adolescents and Young Adults: Strategy and Framwork for Action): Dieses Dokument richtet sich an Regierungen und Ministerien sowie andere nationale Akteure, die für  Gesundheit, Bildung, Jugendliche, Arbeitsmarkt, Sport und Sozialwesen verantwortlich sind. Eine Printversion des Strategie-Dokuments kann unter susanne.proestl(at)kfv.at kostenlos angefordert werden.
  • Online Toolbox: Die AdRisk Toolbox bietet Informationen, Materialien und Quellen, die Fachleute aus der Praxis nutzen können, um Ideen für Kampagnen und Projekte in der Präventionsarbeit mit Jugendlichen zu entwickeln. Die Toolbox ist hier zugänglich.
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