Wo zwei sich treffen: Kreuzungen sind für Radler besonders gefährlich

In einer Studie hat das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit)Radverkehrsunfälle, die im Zeitraum von 2000 bis 2004 passiert sind, im Detail analysiert und aus den Ergebnissen Empfehlungen für Planungsgrundlagen abgeleitet.

Teilergebnisse der Radverkehrsanalyse
In den Monaten Mai bis September ereignen sich die meisten Radverkehrsunfälle. Dies liegt in erster Linie daran, dass in diesen Sommermonaten der höchste Radverkehrsanteil zu verzeichnen ist.

In der Abendverkehrsspitze (16-18 Uhr) ereignen sich die meisten Unfälle. Das Unfallgeschehen in dieser Zeit ist ca. dreimal so hoch wie in der Morgenverkehrsspitze (6-8 Uhr).

Radverkehrsunfälle ereigneten sich zu
- 69% auf nicht verkehrsberuhigten Straßen
- 19,3% auf Radwegen bzw. Radfahrstreifen
- 6,9% auf Gehwegen
- 4,4% auf verkehrsberuhigten Straßen
- 0,4% in Fußgängerzonen

29 Prozent der Radverkehrsunfälle sind Alleinunfälle bzw. Kollisionen zwischen zwei Radfahrern. Der Anteil der verunglückten Radfahrer, die mit einem Pkw kollidieren, ist im Ortsgebiet (60%) höher als auf Freilandstrecken (36%). Bei den getöteten Radfahrern sinkt dieser Anteilswert im Ortsgebiet auf 26,5 Prozent und erhöht sich im Freiland auf 46,3 Prozent.

Auffallend ist im Ortsgebiet vor allem der hohe Anteil von getöteten Radfahrern bei einem Unfall mit einem Lkw oder Bus. Zwar verunglücken nur 4,6 Prozent aller Radfahrer bei einer Kollision mit einem Lkw. Dieser Anteilswert steigt bei den getöteten Radfahrern auf 33 Prozent an.

Über die Hälfte aller Radverkehrsunfälle ereignet sich auf Kreuzungen oder an Ein- und Ausfahrten von Grundstücken. Von den Radverkehrsunfällen auf Radfahranlagen ereignen sich sogar 48 Prozent allein im Kreuzungsbereich.

Planungsgrundlagen
Bei Maßnahmen für den Radverkehr sind drei Grundsätze festzuhalten:

  1. Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer bei gleichzeitiger Berücksichtigung aller anderen Verkehrsteilnehmer
  2. Förderung des Radverkehrs als umweltfreundliches Verkehrsmittel, wobei das Netz der Radverkehrsanlagen möglichst engmaschig (also lückenlos und geschlossen) errichtet werden soll.
  3. Möglichst effiziente Verteilung der finanziellen Ressourcen
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