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Sichere Gemeinden |
![]() Sichere GemeindenDie Verhütung von Unfällen ist nicht nur Sache von Fachinstitutionen oder Politik, sondern eine Verantwortung aller Institutionen und jedes Einzelnen. Bürgernähe bringt auch in der Unfallverhütung Erfolg. Sicherheit ist eine Aufgabe aller gesellschaftlichen Einrichtungen auf allen Ebenen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt das Konzept "Sichere Gemeinden", das auf Einbindung lokaler Institutionen und dadurch letztlich den Bürger selbst abzielt. Gemeindenahe Programme eignen sich, um mit relativ geringen Mitteln eine hohe Kommunikationsdichte zu erreichen. Durch den Einsatz lokaler Persönlichkeiten und lokaler Strukturen werden die Empfehlungen zur Unfallverhütung glaubwürdiger und dem Menschen direkt vermittelt. Einrichtungen wie Geburtshilfestationen, Ärzte, Kindergärten, Schulen, Sportvereine, Handels- und Gewerbebetriebe, Medien, Seniorenorganisationen und Verwaltungsstellen können im Rahmen ihrer normalen Tätigkeit viel tun, um die Sicherheit ihrer Patienten, Schützlinge, Schüler, Mitglieder und Kunden zu erhöhen. Dafür braucht es aber fachkundige Beratungsstellen für Multiplikatoren auf regionaler Ebene. Ausgehend von den beeindruckenden Erfolgen eines schwedischen Modellprogramms etablierte die WHO 1989 das Programm "Community Safety Promotion", das seither vom Institut für Sozialmedizin des Karolinska Institutes in Stockholm koordiniert wird. "Sicher Leben" ist WHO-Affiliate Collaborating Center und unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten das internationale Netzwerk der "Safe Communities" und die Einrichtung regionaler Beratungsstellen in den Bundesländern. Initiative "Sichere Gemeinden" in Vorarlberg Die "Sichere Gemeinden" sind ein Gemeinschaftsprojekt des Landes, der Vorarlberger Gemeinden, der Vorarlberger Gebietskrankenkasse, der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt, der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, der Sozialversicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten, der Versicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen, der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft und des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Das Büro der Initiative in Dornbirn (Leiter: Ing. Franz Rein) startete bisher eine Fülle von Aktionen, die alle relevanten Einrichtungen und Zielgruppen einbanden. Das Projekt wurde bereits zweimal (1998 und 2002) vom "WHO-Collaborating Center on Safe Communities" als "internationales Vorzeigemodell" ausgezeichnet. Begleitende Evaluationsstudien des KFV zeigen, dass die Entwicklung der Unfälle in Vorarlberg wesentlich günstiger ist als in den anderen Bundesländern. Gegenüber dem Bundestrend gab es 24.000 unfallbedingte Spitalsbehandlungstage weniger, was einen Gewinn an Unfallfolgekosten von etwa 9 Millionen Euro bedeutet. Initiative "wien sicher!" Auf der Basis dieses Erfolges wurde 2003 die Ausdehnung auf ganz Wien beschlossen: Das neue Programm heißt "wien sicher!" (Leitung Mag. Karin Tomek). Partner sind das Gesundheitsressort der Stadt Wien, die Wiener Gebietskrankenkasse, das Institut "Sicher Leben", die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, die Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien und die Versicherungsanstalt öffentlicher Bediensteter. Ausgehend von den häufigsten Unfalltypen, den besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen (Kinder, Jugendliche, Senioren) und dem vorhandenen Know-How für Unfallverhütung werden Maßnahmen in Zusammenarbeit mit allen Wiener Partnern und Netzwerken umgesetzt. Im Juni 2004 wurde auch diese Initiative als internationales Modellprojekt der WHO ausgezeichnet. Leider gelang es trotz intensiver Arbeit und vielen Aktionen nicht, eine relevante Medienunterstützung zu erreichen. Das Projekt lief mit 31. Dezember 2005 aus. Grundsätzlich bestätigen aber auch die Erfahrungen in Österreich, dass mit dem Konzept "Safe Communities" in kurzer Zeit und mit relativ wenig Geld gute Erfolge erzielbar sind. |